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  <link>http://www.ratioblog.de</link>
  <copyright>(C) Michael Hohner</copyright>
  <ttl>1000</ttl>
  <description>Kritische Betrachtungen über Naturwissenschaften, Alternativmedizin, Alltagsmythen, Parawissenschaften und Wissenschaft in den Medien</description>
  <language>de-DE</language>
  <pubDate>Mon, 06 Sep 2010 15:27:58 +0200</pubDate>
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    <title>RatioBlog</title>
    <link>http://www.ratioblog.de</link>
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  <title>RatioBlog</title>
<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/es-gibt-nichts-neues</link>
  <title>Es gibt nichts neues</title>
  <pubDate>Sat, 04 Sep 2010 10:21:32 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">es-gibt-nichts-neues</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Das folgende Zitat möchte ich der Allgemeinheit nicht vorenthalten:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;It is hard to appreciate just how radical and unwelcome Snow's views were. Many authorities actively detested him for them. The &lt;em&gt;Lancet&lt;/em&gt; concluded that he was in the pocket of business interests which wished to continue to fill the air with 'pestilent vapours, miasms and loathsome abominations of every kind' and make themselves rich by poisoning their neighbours.[&amp;hellip;]&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Klingen diese Argumente irgendwie bekannt? Habe ich sie von einer Webseite von Big-Pharma-Verschwörungstheoretikern kopiert, oder von Age of Autism o.ä.?&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Nicht ganz. Dies ist ein Zitat aus dem äußerst interessanten Buch &amp;bdquo;At Home&amp;rdquo; von Bill Bryson. Der genannte &lt;strong&gt;John Snow&lt;/strong&gt; hat im 19. Jahrhundert die Ausbreitung der &lt;strong&gt;Cholera&lt;/strong&gt; in London genauer untersucht. Damals war die Theorie der Miasmen die allgemein anerkannte Erklärung, wie Krankheiten entstehen und sich ausbreiten. Danach sind Ausdünstungen von Menschen, Tieren und aus Sümpfen die Ursachen von Krankheiten wie Cholera, und die schlechte Luft, die Überbevölkerung und der Gestank aus der mangelhaften Kanalisation von London sei auch verantwortlich für die Choleraausbrüche von 1854.
&lt;p&gt;
Snow fand aber durch systematische Erfassung und Kartierung der Erkrankten heraus, dass sich der Ausbruch auf eine bestimmte Wasserstelle in Soho zurückführen ließ. Durch Demontieren des Pumphebels an der Wasserstelle konnte der Ausbruch auch prompt eingedämmt werden. Und ausgerechnet unter den Kanalarbeitern der damaligen Zeit, die den ganzen Tag näher am Gestank waren als alle anderen, fand sich kein einziger Cholerakranker. Snow stützte sich auf seine nüchternen Daten statt auf Intuition und den sogenannten &amp;bdquo;gesunden Menschenverstand&amp;rdquo;, als er die Miasmentheorie als falsch bezeichnete und durch die Infektionstheorie ersetzte.
&lt;p&gt;
Ist es nicht ironisch, dass heutzutage manche Impfgegner &lt;a href=&quot;/entry/die-140-suenden-der-anita-petek-dimmer&quot;&gt;allgemeine Hygiene und sauberes Wasser als die einzig wahre Methode zur Verhinderung von Infektionen hinstellen und Impfungen verteufeln&lt;/a&gt;, mit genau den gleichen dummen Argumenten, mit denen vor 150 Jahren die Hygiene verteufelt wurde?</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/es-gibt-nichts-neues#comments</comments>
  <category>Bücher</category>
  <category>Medizin</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/bei-vollmond-werden-besonders-viele-kinder-geboren</link>
  <title>Mythos #3: Bei Vollmond werden besonders viele Kinder geboren</title>
  <pubDate>Thu, 02 Sep 2010 18:13:14 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">bei-vollmond-werden-besonders-viele-kinder-geboren</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/storch_kind.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Dem Vollmond werden ja allerlei besondere Eigenschaften zugesprochen: Es passieren mehr Unfälle, mehr Selbstmorde, an Vollmond gefällte Bäume liefern besonderes Holz, usw. Ebenso sollen bei Vollmond besonders viele Kinder geboren werden.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Wie so oft bei solchen Behauptungen werden diese von Mund zu Mund weitergetragen und erscheinen oberflächlich plausibel. Bei genauerer Untersuchung entpuppen sie sich aber praktisch immer als Legenden.
&lt;p&gt;
Bereits 2008 erschien eine der größten Auswertungen von Geburtsstatistiken.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Insgesamt wurden über 4 Millionen Geburten in Baden-Württemberg in den Jahren 1966 bis 2003 ausgewertet und nach Häufungen gesucht.
&lt;p&gt;
Ergebnis: &lt;strong&gt;Eine Häufung von Geburten an Vollmond ist nicht zu erkennen.&lt;/strong&gt; Auch sonst gibt es keine Häufungen mit der Periode von 29,5 Tagen (dem Mondzyklus). Das ist wenig überraschend, gibt es doch keine plausible Erklärung, warum ausgerechnet der Vollmond eine Geburt auslösen sollte.
&lt;p&gt;
Dafür wurden andere Häufungen sichtbar:&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref2&quot;&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;
&lt;p&gt;
Die Anzahl der Geburten war an Wochenenden signifikant niedriger und an Montagen und Dienstagen signifikant höher als im Durchschnitt. Dies wird dadurch erklärt, dass künstlich eingeleitete Geburten und Kaiserschnitte selten an Wochenenden durchgeführt, sondern wenn möglich auf den Wochenanfang verschoben werden.
&lt;p&gt;
Desweiteren ist die Anzahl der Geburten Ende September insgesamt höher als im Jahresdurchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass es sich die Eltern zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel besonders kuschelig gemacht haben&amp;hellip;
&lt;hr&gt;
&lt;ol class=references&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.oliverkuss.de/science/publications/Kuss_Kuehn_AOGS_Lunar_Cycle_and_the_Number_of_Births.pdf&quot; target=_blank&gt;Oliver Kuss, Anja Kuehn: Lunar Cycle and the Number of Births: A Spectral Analysis
of 4,071,669 Births from South-Western Germany&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.oliverkuss.de/science/&quot; target=_blank&gt;Homepage Oliver Kuss&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/bei-vollmond-werden-besonders-viele-kinder-geboren#comments</comments>
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  <category>Medizin</category>
  <category>Mythen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/wie-man-eine-homoeopathie-studie-veroeffentlicht</link>
  <title>Wie man eine Homöopathie-Studie veröffentlicht</title>
  <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 10:31:21 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">wie-man-eine-homoeopathie-studie-veroeffentlicht</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/wassertropfen.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Kürzlich bin ich auf folgende &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20674841&quot; target=_blank&gt;Studie im Magazin &amp;bdquo;Homeopathy&amp;rdquo;&lt;/a&gt; gestoßen. Darin wird untersucht, wie diverse homöopathische Lösungen auf das Bakterium &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Helicobacter_pylori&quot; target=_blank&gt;&lt;em&gt;Helicobacter pylori&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; wirken. Dieses Bakterium verursacht die meisten Magengeschwüre, und nicht, wie meist vorher vermutet wurde, Stress oder scharfes Essen. Seit der Zusammenhang zwischen diesem Bakterium und Magengeschwüren schlüssig aufgeklärt wurde, ist die wirksamste Gegenmaßnahme gegen diese Art von Magengeschwüren eine Antibiotika-Behandlung.
&lt;p&gt;
In der homöopathischen Lehre wird stattdessen eine Verdünnung von &lt;em&gt;Nux vomica&lt;/em&gt; (Brechnuss) und &lt;em&gt;Calendula officinalis&lt;/em&gt; (Ringelblume) gegen Magenbeschwerden verwendet. Die Studie untersuchte nun im Laborversuch, wie diese Verdünnungen die Aktivität von &lt;em&gt;H. pylori&lt;/em&gt; dämpfen. Die Hypothese ist also, dass diese Verdünnungen gegen den Verursacher wirken und so die Magenbeschwerden lindern.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Das Ergebnis:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Baseline expression and stimulation were similar to previous experiments, addition of Nux vomica 10c and Calendula officinalis 10c in a 43% ethanolic solution led to a significant reduction of H. pylori induced increase in gene expression of HB-EGF (reduced to 53.12+/-0.95% and 75.32+/-1.16% vs. control; p&lt;0.05), respectively. Nux vomica 12c reduced HB-EGF gene expression even in dilutions beyond Avogadro's number (55.77+/-1.09%; p&lt;0.05). Nux vomica 12c in a 21.5% ethanol showed a smaller effect (71.80+/-3.91%, p&lt;0.05). This effect was only be observed when the drugs were primarily prepared in ethanol, not in aqueous solutions.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Eine stärkere Verdünnung der Brechnuss, die nach der homöopathischen Lehre eine stärkere Wirkung zeigen sollte, wies also eine minimal schwächere Wirkung auf. Stattdessen wurde ein stärkerer Zusammenhang zwischen der Alkoholkonzentration und der Wirkung auf &lt;em&gt;H. pylori&lt;/em&gt; gefunden. Eine geringere Alkoholkonzentration zeigte eine deutlich schwächere Wirkung, eine wässrige Lösung gar keine. Die Schlussfolgerung sollte also lauten: Die homöopathischen Mittel sind wirkungslos, es ist der Alkohol, der auf das Bakterium wirkt. Thema erledigt.
&lt;p&gt;
Aber nicht so schnell! Wir befinden uns in der wundersamen Welt der Homöopathie! Die Schlussfolgerung der Autoren fällt wie folgt aus:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;The data suggest that both drugs prepared in ethanolic solution are potent inhibitors of H. pylori induced gene expression.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Daraus kann ich nur folgende Vorgehensweise zur Veröffentlichung von Homöopathie-Studien ableiten:
&lt;p&gt;&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Hypothese aufstellen,
&lt;li&gt;Versuch durchführen,
&lt;li&gt;Ergebnisse dokumentieren,
&lt;li&gt;Ergebnisse ignorieren,
&lt;li&gt;Homöopathie als wirksam deklarieren.
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;
Meine eigenen Veröffentlichungen in &amp;bdquo;Homeopathy&amp;rdquo; sind schon in Vorbereitung&amp;hellip;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/wie-man-eine-homoeopathie-studie-veroeffentlicht#comments</comments>
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  <category>Homöopathie</category>
  <category>Junk Science</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/links-am-freitag-2</link>
  <title>Links am Freitag (2)</title>
  <pubDate>Fri, 06 Aug 2010 07:11:28 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">links-am-freitag-2</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/umleitung.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Hier sind die Lesebefehle für das Wochenende: 
&lt;p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://diewahrheit.at/video/blogger-in-not&quot; target=_blank&gt;Jörg Wipplingers Probleme mit einer Firma, die lieber den Boten verklagt als den Absender der Nachricht&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/08/haarp-erdbebenwaffe-gedankenkontrolle-oder-ganz-normale-wissenschaft.php&quot; target=_blank&gt;Florian Freistetter erklärt HAARP&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.herzdamengeschichten.de/2010/08/04/hausapotheke/&quot; target=_blank&gt;Wie man Homöopathie wirkungsvoll einsetzt&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=6391&quot; target=_blank&gt;Steven Novella: Acupuncture Pseudoscience in the New England Journal of Medicine&lt;/a&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/links-am-freitag-2#comments</comments>
  <category>Akupunktur</category>
  <category>Allgemeines</category>
  <category>Homöopathie</category>
  <category>Verschwörungstheorien</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/lorenz-meyer-sheng-fui</link>
  <title>Lorenz Meyer - Sheng Fui</title>
  <pubDate>Mon, 02 Aug 2010 20:22:18 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">lorenz-meyer-sheng-fui</guid>
  <description>&lt;h2&gt;Das Magazin für fernöstliche Leere&lt;/h2&gt;

&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/sheng_fui.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;div class=notice&gt;&lt;p&gt;Diese Buchrezension wurde auch bei Amazon veröffentlicht.&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
Dieses Werk, das ohne Übertreibung als materiegewordene Weisheit bezeichnet werden darf, ist aus meinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken. Der Energiefluss in der Wohnung musste jedoch gestört werden, um das Buch dem Regal zu entnehmen. Diese glücklicherweise nur vorübergehende Verletzung des Chi ist unvermeidlich, will man von den großen Meistern lernen. Seite für Seite eröffnen sich dem Leser neue Astralwelten. Am Ende fügt sich alles zu einem höheren Ganzen, und der Leser transzendiert zu einem erleuchteten Sein.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Dieser gebundene Ratgeber zeigt auf, wie viel man im Alltag falschmachen und dank der Erkenntnisse alter Meister wieder korrigieren kann. Eine höhere Ordnung im Besteckkasten und das Wiederentdecken von aus dem Bewußtsein geratenen Heilsteinen (Urinstein) führt erst zu einer ganzheitlich harmonischen Energieübertragung im eigenen Heim. Auch die Harmonie an der oft durch negative Schwingungen beinträchtigten Arbeitsstätte wird durch den Rat dieses Werkes in eine neue Dimension gehoben.
&lt;p&gt;
Der Verzicht auf nur 14,90 Wohlstandsmünzen wird mit einer permanenten Ekstase der Ehrfurcht vor Sheng Fui und seinem ersten Schüler Lorenz Meyer mehr als nur belohnt.
&lt;p&gt;
Wertung: &lt;img src=&quot;/images/ys.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/ys.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/ys.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/ys.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/ys.png&quot;&gt;
&lt;p&gt;
Lorenz Meyer
&lt;br&gt;Sheng Fui - Das Magazin für fernöstliche Leere
&lt;br&gt;Carlsen-Verlag
&lt;br&gt;ISBN 978-3551684516
&lt;br&gt;&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/gp/product/3551684510&quot; target=_blank&gt;Amazon.de&lt;/a&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/lorenz-meyer-sheng-fui#comments</comments>
  <category>Bücher</category>
  <category>Esoterik</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fusion-der-pseudomedizin</link>
  <title>Fusion der Pseudomedizin</title>
  <pubDate>Sun, 01 Aug 2010 12:19:28 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fusion-der-pseudomedizin</guid>
  <description>&lt;p&gt;Was kommt raus, wenn man zwei pseudomedizinische Konzepte vereinigt, also quasi &amp;bdquo;ganzheitlich fusioniert&amp;rdquo;? Das hier:
&lt;p&gt;&lt;table class=picframe align=center&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/entschlacken_hom.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Die große vereinigte Theorie der Pseudowissenschaften kann nicht mehr lange auf sich warten lassen.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fusion-der-pseudomedizin#comments</comments>
  <category>Alternativmedizin</category>
  <category>Fundstücke</category>
  <category>Homöopathie</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/die-big-haftpflicht-verschwoerung</link>
  <title>Die Big-Haftpflicht-Verschwörung</title>
  <pubDate>Wed, 28 Jul 2010 07:45:28 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">die-big-haftpflicht-verschwoerung</guid>
  <description>&lt;p&gt;Kürzlich habe ich mal wieder meine Haftpflichtversicherung bezahlt. Dabei ist mir folgender Gedanke gekommen:
&lt;p&gt;
Wozu gibt es diese Versicherung eigentlich? Normalerweise sagt man ja, dass die Haftpflicht dazu da ist, Geschädigten den Schaden zu ersetzen und den Verursachern zu ersparen, dabei Pleite zu gehen. Ich kenne aber niemanden, der jemandem das Haus abgefackelt hat und nun bis zum Lebensende blechen muss. Das kann doch nur reine Geldmacherei sein! Ich habe tiefer nachgeforscht, und ich bin auf erschreckendes gestoßen!&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Ich habe herausgefunden, dass Haftpflichtversicherungen von &lt;strong&gt;globalen Konzernen&lt;/strong&gt; verkauft werden. Und die machen dabei einen Riesenreibach, ein Milliardengeschäft! Diese Konzerne existieren doch tatsächlich ausschließlich, um Geld zu verdienen! Die haben doch gar kein Interesse, den Leuten zu helfen! Herr Kaiser sieht harmlos aus, aber er ist ein Handlanger von &lt;strong&gt;Big Haftpflicht&lt;/strong&gt;. Zusammen mit den gleichgeschalteten Lakeien von der Verbraucherberatung (von wegen, &amp;bdquo;die Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten&amp;rdquo;) wird den dummen Massen das Geld aus der Tasche gezogen.
&lt;p&gt;
Aber es kommt noch schlimmer: Die Regierung steckt in der Sache mit drin! Es gibt doch tatsächlich &lt;strong&gt;Zwangsversicherungen&lt;/strong&gt;, z.&amp;thinsp;B. für Autos, Pferde, Hunde, usw.! Da hat bestimmt Herr Kaiser mal ein paar Geldkoffer bei der Regierung vorbeigebracht, und schon gibt es Gesetze zu Zwangszahlungen an Big Haftpflicht. Aber das reicht noch nicht! Da gibt's nämlich noch eine &lt;strong&gt;Versicherungssteuer&lt;/strong&gt;! Die Regierung verdient also nochmal direkt daran, dass man an Big Haftpflicht seine Zwangsabgaben leistet! Skandal!
&lt;p&gt;
Und dass Haftpflichtversicherungen funktionieren, ist sowieso nur eine durchsichtige &lt;strong&gt;Manipulation&lt;/strong&gt;. Wenn jeder eine Autohaftflicht hat, warum gibt es dann immer noch so viele Autounfälle? Und wenn ich jemanden totfahre, dann kann ich immer noch in den Knast kommen. Das ist doch der Skandal des Jahrhunderts! Ich selbst habe jahrelang die Versicherung bezahlt, und noch nie habe ich sie gebraucht. Das alleine ist doch schon der Beweis, dass Haftpflicht völlig unnötig ist und nicht funktioniert! Und als die Haftpflichtversicherung erfunden wurde, da wurde noch mit Reichsmark bezahlt. Die ist doch heute gar nichts mehr wert, wie soll das funktionieren? Außerdem habe ich neulich in Google gelesen, dass noch nie jemand ein Foto von dieser &amp;bdquo;Haftung&amp;rdquo; gemacht hat. Ich denke mal, die gibt's gar nicht. &lt;strong&gt;Alles Schall und Rauch!&lt;/strong&gt; Damit soll doch nur die natürlichen Lösungen von Familienunternehmen wie der &amp;bdquo;Kredithai GdbR&amp;rdquo; und ganzheitliche Ansätze der &amp;bdquo;Ich-mach-mich-aus-dem-Staub-Lehre&amp;rdquo; unterdrückt werden.
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Wacht auf, ihr Schafe!&lt;/strong&gt; Big Haftpflicht ist nur auf unser Geld aus, und die Regierung will uns mit &amp;bdquo;Schadensersatz&amp;rdquo; nur verdummen und knebeln!
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/die-big-haftpflicht-verschwoerung#comments</comments>
  <category>Verschwörungstheorien</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/links-am-freitag</link>
  <title>Links am Freitag</title>
  <pubDate>Fri, 23 Jul 2010 07:06:18 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">links-am-freitag</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Drei kurze Lesebefehle für das Wochenende:
&lt;p&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.livescience.com/technology/dietary-supplements-safety-100721.html&quot; target=_blank&gt;LiveScience.com: Experts Question Safety of Dietary Supplements.&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=6146&quot; target=_blank&gt;Steven Novella zur Homöopathiediskussion in Deutschland.&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/07/bei-tieren-gibt-es-keinen-placeboeffekt.php&quot; target=_blank&gt;Marcus Anhäuser erklärt nochmal im Detail den Placeboeffekt bei Tieren.&lt;/a&gt;
&lt;/ul&gt;



</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/links-am-freitag#comments</comments>
  <category>Homöopathie</category>
  <category>Nahrungsergänzung</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/warum-pseudomedizin-nicht-totzukriegen-ist</link>
  <title>Warum Pseudomedizin nicht totzukriegen ist</title>
  <pubDate>Tue, 20 Jul 2010 07:20:14 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">warum-pseudomedizin-nicht-totzukriegen-ist</guid>
  <description>&lt;p&gt;In der Welt gab es ja etliche vorwissenschaftliche Konzepte, die man schon lange als tot bezeichenen könnte. Beispiel &lt;strong&gt;Alchemie&lt;/strong&gt;, also die Idee, man könne unedle Metalle durch allerlei Verfahren (die wir heute als &amp;bdquo;chemisch&amp;rdquo; bezeichnen würden) in edle Metalle wie Gold verwandeln. Tausende haben sich daran erfolglos probiert. Irgendwann hat auch der Letzte eingesehen, dass das nicht funktioniert. Als dann die moderne Wissenschaft geboren war, kam man nach und nach auch darauf, wie Materie aufgebaut ist, was der grundsätzliche Unterschied von z.&amp;thinsp;B. Blei und Gold ist, und was chemische Reaktionen können und nicht können. Man weiß also schon lange nicht nur, &lt;em&gt;dass&lt;/em&gt; Alchemie nicht funktioniert, sondern auch &lt;em&gt;warum&lt;/em&gt; sie nicht funktioniert. Spätestens mit diesen tieferen Erkenntnissen ist die Alchemie zu einem Kapitel der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte geworden und wird von niemandem mehr ernsthaft vertreten.
&lt;p&gt;
Warum ist das nicht genauso bei pseudomedizinischen Konzepten wie Akupunktur, Homöopathie oder Auramedizin der Fall? Warum erfreuen sich diese immer noch so großer Beliebtheit?&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Akupunktur und alle Arten von Auramedizin stützen sich auf das vorwissenschaftliche Konzept der Lebensenergie &lt;strong&gt;Qi&lt;/strong&gt; und deren Fluss im Körper. Nur hat die Medizin keinerlei anatomische Strukturen für die postulierten Energiebahnen gefunden. Auch eine physikalische Messung von Qi oder einer Aura verlief immer ergebnislos. Im Kontext aller sonstigen Erkenntnisse der Medizin, Chemie und Physik ist das Konzept einer Lebensenergie gänzlich unplausibel und unnötig. Wir wissen heute, &lt;em&gt;warum&lt;/em&gt; diese Art der Medizin nicht funktioniert, und jede qualitativ hochwertige klinische Studie hat gezeigt, &lt;em&gt;dass&lt;/em&gt; diese Verfahren nicht funktionieren.
&lt;p&gt;
Ähnlich ist das bei der Homöopathie, bei der eine Grundidee ist, man könne eine Lösung beliebig verdünnen, und es bliebe immer noch eine Lösung des ursprünglichen Stoffes. Diese Idee stammt aus einer Zeit, als man noch nicht wusste, dass Materie aus diskreten Atomen und Molekülen zusammengesetzt ist. Bei immer weiterer Verdünnung ist irgendwann der Punkt erreicht, ab dem vom gelösten Stoff nicht weniger, sondern sogar gar nichts mehr vorhanden ist. Spätestens ab diesem Punkt unterscheidet sich die Lösung in nichts mehr vom puren Lösungsmittel. Seit &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzo_Romano_Amedeo_Carlo_Avogadro&quot; target=_blank&gt;Avogadro&lt;/a&gt; können wir dieses Verdünnungsverhältnis genau angeben (es ist 1 : ([Stoffmenge der Lösung in Mol] &amp;times; 6,0221353 &amp;times; 10&lt;sup&gt;23&lt;/sup&gt;)). Ebenso wissen wir heute, dass eine chemische Reaktion immer proportional zur Stoffmenge abläuft. Weniger Stoff, weniger Reaktion, kein Stoff, keine Reaktion. Wir wissen also heute ganz genau, &lt;em&gt;warum&lt;/em&gt; Homöopathie nicht funktioniert, und jede qualitativ hochwertige klinische Studie hat gezeigt, &lt;em&gt;dass&lt;/em&gt; sie nicht funktioniert.
&lt;p&gt;
Was ist also der Unterschied zwischen z.&amp;thinsp;B. Alchemie und Akupunktur?

&lt;h2&gt;Der Placeboeffekt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Unter dem Placeboeffekt versteht man die subjektive Verbesserung von Symptomen, die nicht durch die spezifische Wirkung eines Medikaments oder einer Behandlung hervorgerufen wird, sondern alleine durch die &lt;strong&gt;Erwartung&lt;/strong&gt; einer Verbesserung. Der Placeboeffekt selbst war und ist Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen. Einen Placeboeffekt gibt es vor allem bei subjektiven, diffusen und nicht direkt messbaren Symptomen, wie z.&amp;thinsp;B. Schmerzen, Übelkeit, Schwindel, und bei Parametern, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden, wie Herzfrequenz, Blutdruck, Schwitzen usw. Bei rein organischen Krankheiten wie z.&amp;thinsp;B. Krebs, Entzündungen usw. wurde bisher kein Placeboeffekt festgestellt (Placebos regen also nicht, wie oft behauptet wird, die Selbstheilungskräfte an). Die Größe des Effekts steigt auch mit der Größe der Erwartung. Eine Beratung und Trost wirken stärker als Nichtstun, eine Tablette wirkt stärker als eine Beratung, eine bunte Tablette wirkt stärker als eine weiße Tablette, zwei Tabletten wirken stärker als eine, eine Kapsel wirkt stärker als eine Tablette, eine große Kapsel wirkt stärker als eine kleine, eine Einnahme unter Aufsicht wirkt stärker als eine Einnahme alleine, ein Arzt mit drei Assistenten und in weißen Kitteln wirken stärker als ein Arzt in Zivil, eine Injektion wirkt stärker als eine Tablette, eine Scheinoperation wirkt stärker als eine Injektion. Der Wirkung eines Placebos kann man sich nicht entziehen. Auch wenn man explizit erklärt bekommt, dass eine Tablette keinen Wirkstoff enthält, ist im Schnitt eine stärkere Wirkung festzustellen als ohne Behandlung. Auch den umgekehrten Effekt, den &lt;strong&gt;Noceboeffekt&lt;/strong&gt;, gibt es. Die pure Erwartung von negativen Wirkungen kann diese hervorrufen. Wenn in einer Studie den Probanden erklärt wird, dass das Medikament auch Übelkeit als Nebenwirkung hervorrufen kann, dann wird man auch in der Placebogruppe eine gesteigerte Anzahl von Fällen mit Übelkeit feststellen. Und zuguterletzt gibt es den Placeboeffekt nicht nur bei den Patienten, sondern auch bei den behandelnden Personen. Dies wieder besonders dann, wenn die Symptome diffus und kontinuierlich sind und von der behandelnden Person subjektiv eingeschätzt werden. So kann ein Placeboeffekt auch bei der Behandlung von Tieren festgestellt werden. Das Tier hat selbst keine Erwartungshaltung, aber die Person, die den Verlauf und Erfolg der Behandlung beurteilt.
&lt;p&gt;
Wenn also ein Akupunkteur ein Beratungsgespräch mit dem Patienten hat, diesen berührt und in entspannter Atmosphäre mit viel Brimborium ein paar Nadeln in die Haut sticht, dann wird es eine subjektive Verbesserung beim Patienten geben, alleine durch die Erwartung der Verbesserung. Ob es darüber hinaus noch eine Verbesserung gibt, die durch eine spezifische Wirkung der Akupunktur hervorgerufen wird, testet man üblicherweise durch einen Vergleich mit anderen Patienten, bei denen alles genauso gemacht wird, außer dass sie eine Scheinbehandlung, das Placebo, erhalten. Bei Medikamenten ist das einfach. Eine Tablette herzustellen, die genauso aussieht und schmeckt wie eine richtige, jedoch keinen Wirkstoff enthält, ist einfach. Ein Placebo für Akupunktur zu erfinden, ist schwierig. Deswegen schien es lange Zeit so, als ob Akupunktur tatsächlich einen spezifischen Effekt hat. Je besser jedoch die Placebos wurden (erst Pieksen mit Zahnstochern, dann Stechen an den &amp;bdquo;falschen&amp;rdquo; Stellen, dann Verwenden von Nadeln, die sich wie Theaterdolche in den Griff zurückschieben, statt tiefer in die Haut einzudringen), desto geringer wurde der feststellbare Effekt, bis er im Zufallsrauschen verschwand.
&lt;p&gt;
Anders ist das bei Alchemie. Ein Stück Blei hat nicht die Erwartung, sich in Gold zu verwandeln. Auch der Alchemist ist nicht mit einem unscharfen Ergebnis konfrontiert. Er sieht sofort und unzweifelhaft, ob sich das Blei in Gold verwandelt hat oder nicht. Bei Alchemie gibt es keinen Placeboeffekt. Auch der pure Zufall verfälscht das Ergebnis nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Blei von selbst zufällig während des Experiments in Gold verwandelt, liegt bei&amp;nbsp;0%.

&lt;h2&gt;Rückkehr zum Normalzustand&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Der Normalzustand des Körpers ist, gesund zu sein. Die meisten Krankheiten sind selbstbegrenzend, d.&amp;thinsp;h. der Körper wird mittelfristig selbst mit der Krankheit fertig und kehrt zu seinem Normalzustand, der Gesundheit, zurück. Es gibt also einen typischen Verlauf dieser Krankheiten, mit einem Ansteigen am Anfang, einem Maximum, und einem Abklingen, das wieder beim Normalzustand endet. Eine erfolgreiche Behandlung muss in der Lage sein, das Maximum herabzusetzen und das Abklingen zu beschleunigen, so dass der Normalzustand schneller erreicht ist.
&lt;p&gt;
Eine beliebige Behandlung kann nun an jedem Punkt des Verlaufs einsetzen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie in der Nähe des Maximums einsetzt. Wie jeder von sich selbst weiß, geht man meistens erst zum Arzt oder zur Apotheke, wenn man es wirklich nicht länger aushält. Jede Behandlung, die um das Maximum ansetzt, auch eine völlig wirkungslose, kann also für sich beanspruchen, dass danach eine Verbesserung eingesetzt hat. Ob diese Verbesserung nun tatsächlich schneller und stärker war als wenn keine Behandlung erfolgt wäre, das kann man mit einem Einzelfall nicht beurteilen. Deshalb werden klinische Studien durchgeführt, in denen die Verläufe von zwei möglichst gut vergleichbaren Gruppen von Menschen beobachtet werden, von denen eine keine, oder besser eine Placebobehandlung, bekommt. Als Ergebnis weiß man dann, ob eine Behandlung tatsächlich hilft, und wie lange es im Schnitt nach dem Beginn der Behandlung dauert, bis eine Verbesserung einsetzt.
&lt;p&gt;
Man sollte nun meinen, dass wenn man mit einer wirkungslosen Behandlung vor dem Maximum beginnt und sich so die Krankheit zunächst verschlimmert, und auch keine klare Zeitschranke zu erkennen ist, nach der eine Verbesserung eintreten sollte, dass dann die Behandlung als wirkungslos erkannt wird. Weit gefehlt! Für diese Fälle hat die Pseudomedizin das Konzept der &lt;strong&gt;Anfangsverschlimmerung&lt;/strong&gt; erfunden. Demnach soll eine Erkrankung prinzipiell für unbestimmte Zeit schlimmer werden können, bevor eine Heilung einsetzt. Zuweilen wird sie sogar als direktes Anzeichen der Heilung angesehen. Wenn keine gute Begründung für eine solche Ausnahme von der Regel gibt, und auch keine Erklärung stattfindet, wann die Ausnahme eintritt und wann nicht, entpuppt sich dieses Konzept schnell als pure Ausrede für die Wirkungslosigkeit.
&lt;p&gt;
Um wieder den Vergleich mit der Alchemie zu ziehen: Bei Metallen gibt es keinen solchen natürlichen Verlauf zwischen zwei Zuständen. Der Normalzustand eines Stücks Metall ist nicht, Gold zu sein und dazwischen eine zeitlang Blei. Der Alchemist kann nicht sein Experiment während des natürlichen Übergangs des Bleis zu Gold beginnen und das Ergebnis als Erfolg seines Experiments verbuchen. Der Normalzustand von Blei ist es, Blei zu sein, und der von Gold, Gold zu sein.

&lt;h2&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Dies sind die zwei wichtigsten Gründe, warum es weiter Pseudomedizin geben wird. Auch wenn in immer hochwertigeren Studien mit immer besserem Design und immer besseren Placebos zweifelsfrei nachgewiesen wurde, dass eine Behandlung wirkungslos ist, werden die Verfechter immer wieder in der Lage sein, eine weitere schlecht entworfene Studie, ggf. ganz ohne Kontrollgruppe, zu veranstalten, die ein positives Ergebnis zeigt (das nichts anderes als den verbleibenden Placeboeffekt darstellt). Notfalls greift man auf Anekdoten zurück, denn &amp;bdquo;wer heilt hat recht&amp;rdquo;.
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/warum-pseudomedizin-nicht-totzukriegen-ist#comments</comments>
  <category>Akupunktur</category>
  <category>Alternativmedizin</category>
  <category>Grundlagen</category>
  <category>Homöopathie</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/astrologischer-zucker</link>
  <title>Astrologischer Zucker</title>
  <pubDate>Mon, 19 Jul 2010 19:29:19 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">astrologischer-zucker</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Folgendes habe ich auf einer Packung &amp;bdquo;Glückszucker&amp;rdquo; gefunden:
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;/blogimages/8/astrologie_suedzucker.png&quot;&gt;
&lt;p&gt;
Eigentlich habe ich auf etwas geistige Stimulation durch den Kaffee gehofft, aber die Gehirnerweichung durch die Beschriftung hat das wohl wieder komplett zunichte gemacht.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/astrologischer-zucker#comments</comments>
  <category>Astrologie</category>
  <category>Fundstücke</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-im-spiegel</link>
  <title>Und noch eins: Homöopathie im Spiegel</title>
  <pubDate>Mon, 12 Jul 2010 22:54:29 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">homoeopathie-im-spiegel</guid>
  <description>&lt;p&gt;&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;caption align=bottom&gt;Der Spiegel Nr. 28, 2010&lt;/caption&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/spiegel_28_2010.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Passend zur &lt;a href=&quot;/entry/es-wird-duenn-fuer-homoeopathie&quot;&gt;aktuellen Diskussion&lt;/a&gt; über die Kostenübernahme mancher Krankenkassen für manche homöopathischen Leistungen erschien in der heutigen Ausgabe des Spiegel die Titelstory &lt;strong&gt;&amp;bdquo;Homöopathie &amp;ndash; Die große Illusion&amp;rdquo;&lt;/strong&gt;, im Heft auch genial betitelt mit &amp;bdquo;Der große Schüttelfrust&amp;rdquo;. Der Titel lässt hoffen, auch wenn beim Lesen von so mancher früherer Berichterstattung zu wissenschaftlichen Themen im Spiegel die Mundwinkel eher der Gravitation gefolgt sind.
&lt;p&gt;
Diesmal haben die Autoren &lt;strong&gt;Markus Grill&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Veronika Hackenbroch&lt;/strong&gt; ins Schwarze getroffen. Nach einem kurzen Schlaglicht auf die aktuelle Diskussion in England werden korrekt die Grundideen der Homöopathie erläutert (die offensichtlich auch einigen prominenten Anhängern nicht geläufig sind). Eine typische Sitzung beim Homöopathen wird geschildert. Dann kommt man zum Kern des Themas, den wissenschaftlichen Nachweisen. Die Geschichte der Metaanalysen zum Thema wird korrekt erzählt. Dem geneigten Leser wird auch nochmal der grundsätzliche Aufbau von randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien erläutert, und warum anekdotische Nachweise tendenziell zu positiv ausfallen.
&lt;p&gt;
Fehlen dürfen natürlich nicht die absurden Verdünnungen der Homöopathie, sowie Beispiele für die skurrilen Ausgangsstoffe der Tinkturen. Auch die dunkle Vergangenheit der Homöopathie muss in einem Spiegel-Artikel selbstverständlich beschrieben werden.
&lt;p&gt;
Dieser Artikel sollte Pflichtlektüre für alle Krankenversicherten sein, und insbesondere auch für die politischen Entscheider. Letztere haben's wohl am nötigsten.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-im-spiegel#comments</comments>
  <enclosure type="image/jpeg" url="http://www.ratioblog.de/blogimages/8/spiegel_28_2010.jpg" />
  <category>Homöopathie</category>
  <category>Presse</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/es-wird-duenn-fuer-homoeopathie</link>
  <title>Es wird dünn für die Homöopathie</title>
  <pubDate>Mon, 12 Jul 2010 19:52:43 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">es-wird-duenn-fuer-homoeopathie</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Die Luft wird langsam dünner für die Homöopathie in Deutschland. Nach England hat man auch hierzulande erkannt, dass Homöopathie reine Placebomedizin ist, und dass es den Gesundheitsversicherten kaum zuzumuten ist, dafür weiter Geld zu verschwenden. Angesichts drohender oder beschlossener Beitragserhöhungen und beschlossenen Zusatzbeiträgen wird immer intensiver nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Die Begrenzung der Ausgaben für Medikamente wurde nur halbherzig angegangen und ist wieder mal im Sande verlaufen. Diese Koalition hat kein Durchsetzungsvermögen gegenüber der Lobby der Anbieter. Eine andere Möglichkeit ist, unwirksame oder unwirtschaftliche Mittel und Verfahren aus dem Leistungskatalog zu streichen. Dazu wurde extra das &lt;a href=&quot;http://www.iqwig.de&quot; target=_blank&gt;Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)&lt;/a&gt; gegründet. Dieses untersucht Verfahren und Medikamente genauer auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit, und dann kann eine Empfehlung ausgesprochen werden, dieses Verfahren oder Medikament aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen zu streichen. 
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Jürgen Windeler&lt;/strong&gt;, künftiger Leiter des IQWiG, wird da deutlich:&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Homöopathie ist ein spekulatives, widerlegtes Konzept. Bis heute ist nicht erwiesen, dass die Methode einen medizinischen Nutzen hat. Dazu muss man auch gar nicht mehr weiterforschen, die Sache ist erledigt. Homöopathische Mittel werden so stark verdünnt, dass die Wirkstoffe kaum nachweisbar sind.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
(Ich darf leicht korrigieren: Mit Hahnemanns Standardverdünnung von 30C sind Wirkstoffe &lt;em&gt;gar nicht mehr&lt;/em&gt; nachweisbar.)
&lt;p&gt;
In Bezug auf die Homöopathie ergibt sich hier aber ein Problem: Bereits jetzt ist diese Art der Placebomedizin keine Pflichtleistung. Homöopathische Präparate werden von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. Eine Beratung beim Homöopathen wird nur begrenzt und aufgrund von Sonderverträgen zwischen einzelnen Kassen und den Anbietern erstattet. Insofern gibt es bei der Homöopathie nichts zu streichen.
&lt;p&gt;
Die &lt;a href=&quot;http://www.n-tv.de/politik/SPD-kritisiert-Alternativmedizin-article1034441.html&quot; target=_blank&gt;Kritik von Gesundheitspolitikern&lt;/a&gt; wie &lt;a href=&quot;http://www.karllauterbach.de/&quot; target=_blank&gt;&lt;strong&gt;Karl Lauterbach&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; ist dennoch berechtigt: Ohne Wirksamkeitsnachweis ist Homöopathie reine Geldverschwendung. Zudem erweckt die Unterstützung der Homöopathie durch viele Kassen den Eindruck, die Homöopathie sei eine legitime medizinische Behandlung.
&lt;p&gt;
Die Frage ist, was dagegen getan werden kann. Ein Streichen der Pflichtleistung ist nicht möglich, da nicht vorhanden. So sieht Lauterbach nur noch ein explizites Verbot der Erstattung. Ob dies der richtige Weg ist?
&lt;p&gt;
Andererseits ist nicht zu erwarten, dass die Kassen von selbst diese Einsparmöglichkeit wahrnehmen. Sie richten sich eher nach der Nachfrage der Versicherten und der Anbieterlobby, und mit Beitragserhöhungen, Zusatzbeiträgen und notfalls dem Ausgleichen von Defiziten durch den Steuerzahler im Rücken ist der Druck zur Wirtschaftlichkeit begrenzt.
&lt;p&gt;
Es bleibt die Hoffnung, dass durch weitere Aufklärung der Versicherten, auch durch öffentliche Diskussionen wie die aktuelle, die Nachfrage für Placebomedizin nachlässt. Ebenso sollten die aufgeklärten Versicherten ggf. ihre Versicherung fragen, wie ständig steigende Beiträge einerseits und Unterstützung von nachweislich wirkungslosen Verfahren andererseits zusammenpassen.
&lt;p&gt;
Wenn ich mir aber die &lt;a href=&quot;http://www.n-tv.de/politik/Roesler-will-Wahltarife-pruefen-article1037336.html&quot; target=_blank&gt;aktuellen Reaktionen&lt;/a&gt; auf Lauterbachs Beitrag anschaue, dann schwindet mir die Hoffnung. So ist von &lt;strong&gt;Renate Künast&lt;/strong&gt; folgendes zu hören:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Nein, Frau Künast, Homöopathie ist nicht Synthetisierung von in der Natur vorkommenden Wirkstoffen. Wie so viele andere in der Bevölkerung verwechselt sie Homöopathie mit irgendeiner Art Kräutermedizin. Vielleicht sollten sich die Grünen mal ein paar Fachleute in die Parteizentrale kommen lassen, die dann minimalstes Grundwissen vermitteln.
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Claudia Roth&lt;/strong&gt; dagegen versucht erst gar nicht, Fachwissen vorzutäuschen. Sie erfreut uns mit folgendem &lt;em&gt;Non Sequitur&lt;/em&gt;:
&lt;p&gt;&lt;blockquote&gt;&amp;hellip; Verbot würde gerade Patienten treffen, die auf gesunde Lebensführung achten&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Dass selbst komplette Kompetenzfreiheit kein Hindernis ist, bei diesem Thema mitzudiskutieren, beweist &lt;strong&gt;Martina Bunge&lt;/strong&gt; von den Linken (bei n-tv &amp;bdquo;Expertin&amp;rdquo; genannt):
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;auch ganzheitliche Ansätze seien nötig&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Ah, natürlich, wie konnte ich nur die Ganzheitlichkeit vergessen!
&lt;p&gt;
Die &lt;strong&gt;CDU/CSU&lt;/strong&gt; ist sich nicht einig, ob man die Erstattung der Homöopathie als Wettbewerbselement bestehen lassen soll (warum dann nicht auch die Erstattung von schamanischen Heiltänzen als Wettbewerbselement einführen?), oder ob man sie wieder abschaffen soll, um der Opposition eines an den Karren zu fahren (denn die hat ja seinerzeit die Wahltarife eingeführt). Dass bei vielen Kassen die Homöopathie bereits im Grundtarif ersetzt wird, dass also eine Abwahl in diesen Fällen gar nicht möglich ist, wird geflissentlich übersehen.
&lt;p&gt;
Die Kassen bringen, wie nicht anders zu erwarten, das &lt;strong&gt;Popularitätsargument&lt;/strong&gt;.
&lt;p&gt;
Der &lt;strong&gt;Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte&lt;/strong&gt;, versucht, uns Wiederholungen von Behauptungen als Nachweise unterzuschieben:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;&amp;hellip; dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
OK, liebe Homöopathen, wo sind denn dann die Studien, Metaanalysen, usw. die diese Effektivität schlüssig nachweisen? Denn eine wirkungslose Behandlung kann per Definition nie kostengünstig sein.
&lt;p&gt;
Warum wurde das IQWiG 2004 installiert, wenn dessen Empfehlungen jetzt weitgehend ignoriert werden? Dort befindet sich die Fachkompetenz, und offensichtlich nicht bei den Meinungsführern der Parteien.
&lt;p&gt;
Warum wird reihum so diskutiert, als ob eine wertvolle Leistung gestrichen werden soll? Lauterbachs Begründung für dessen Vorstoß ist an den meisten Diskutierenden wohl vorbeigegangen.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/es-wird-duenn-fuer-homoeopathie#comments</comments>
  <category>Homöopathie</category>
  <category>IQWiG</category>
  <category>Politik</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/mehr-iq-mehr-homoeopathie</link>
  <title>Mehr IQ, mehr Homöopathie</title>
  <pubDate>Mon, 05 Jul 2010 17:35:43 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">mehr-iq-mehr-homoeopathie</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Den &lt;a href=&quot;/entry/iq-und-die-homoeopathie&quot;&gt;Werbepodcast von IQ zur Homöopathie&lt;/a&gt; haben nun schon einige Blogger kritisiert. Ich selbst bin nicht auf alle Details eingegangen. Ein Leser mag sich nun fragen, was an all den positiven Nachweisen dran ist, die in dem Podcast zitiert wurden. Haben die keine Beweiskraft, wenn schon all die Anekdoten keine haben?
&lt;p&gt;
Hier kam gerade rechtzeitig ein Artikel von &lt;a href=&quot;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=5978&quot; target=_blank&gt;David Gorski auf Science-Based Medicine&lt;/a&gt;, in dem just eine der genannten Studien genauer analysiert wird. Nochmal ein Zitat aus dem Podcast:
&lt;p&gt;&lt;blockquote&gt;Auf der Intensivstation der Universitätsklinik Wien wurden Patienten mit einer
chronischen Lungenerkrankung mal mit einem homöopathischen Mittel und mal
mit einem Placebo behandelt. Keiner wusste, was er bekam. Die 50 Patienten
wurden künstlich beatmet. Das Problem: durch den zähen Schleim verklebte der
Tubus so stark, dass er schwer zu entfernen war. Es ging darum, ob der Schleim
sich mit homöopathischer Unterstützung besser lösen würde erläutert Professor
Michael Frass:
&lt;p&gt;
Und zwar ist ein Medikament da besonders gut angezeigt in der Homöopathie: das
Kalium bichromicum in einer Potenz von C 30. Und es hat sich herausgestellt, dass
einerseits am Tag zwei die Menge des Schleims wesentlich weniger war bei der
Gruppe, die das echte Kalium bichromicum bekommen hat und außerdem auch die
Befreiung vom Beatmungsschlauch in der Homöopathiegruppe deutlich früher
stattfinden konnte und damit auch die Verlegung von diesen Patienten von der
Intensivstation auf die Normalstation.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Klingt überzeugend, oder?&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
David Gorski hat aber einige Haken an der Studie gefunden. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
&lt;p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die Studie war relativ klein, es gab nur 25 Personen pro Gruppe. Bei so kleinen Studien gibt es immer die Gefahr, dass der Zufall großen Einfluss auf das Ergebnis hat.
&lt;li&gt;Die Patienten in den beiden Gruppen hatten nicht den gleichen Schweregrad ihrer Erkrankung:
&lt;p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Bei der Placebogruppe wurde das Problem im Schnitt schwerer eingestuft, bei der Verumgruppe leichter.
&lt;li&gt;In der Placebogruppe gab es mehr Patienten (9 von 25), die zuhause bereits mit Sauerstoff behandelt wurden, als in der Verumgruppe (5 von 25).
&lt;/ul&gt;
&lt;li&gt;Die Tatsache, dass so viele der Patienten überhaupt vorher bereits Sauerstoff bekamen, passt nicht so recht zu ihrer Einstufung ihres Problems (Stufe 1).
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;
Dies ist ein klassisches Beispiel, wie eine verblindete und placebokontrollierte Studie ein statistisch signifikantes Ergebnis zeigen kann, selbst wenn an der Behandlung nichts daran ist. Die statistische Signifikanz sagt nämlich nur etwas aus über die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis rein zufällig ist. Sie sagt nichts über &lt;em&gt;systematische&lt;/em&gt; Fehler im Studiendesign aus, die das Ergebnis in einer bestimmten Richtung beeinflussen. In diesem Fall war die Randomisierung unzureichend. Die Gruppe, die das homöopathische Mittel bekam, ist von einer besseren Ausgangsposition gestartet, und so ist es wenig überraschend, dass auch das Ergebnis bei dieser Gruppe besser war.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/mehr-iq-mehr-homoeopathie#comments</comments>
  <category>Homöopathie</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/neues-vom-weltuntergang</link>
  <title>Neues vom Weltuntergang</title>
  <pubDate>Sun, 04 Jul 2010 10:24:40 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">neues-vom-weltuntergang</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Die Welt ist schon lange nicht mehr untergegangen. Mal schauen, was es Neues zu der Sache gibt:
&lt;p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Der LHC läuft und läuft, und ein kurzer Blick nach Südwesten lässt noch kein schwarzes Loch erkennen. Wer den aktuellen Status täglich abfragebereit haben will, kann das &lt;a href=&quot;http://www.hasthelargehadroncolliderdestroyedtheworldyet.com/&quot; target=_blank&gt;hier&lt;/a&gt; bekommen.
&lt;li&gt;2012 kommt immer näher, aber Niburu lässt sich nicht blicken. Dass die Bahn öfter mal zu spät kommt, ist man ja gewohnt. Aber selbst auf Todesplaneten ist kein Verlass mehr.
&lt;li&gt;Die Anzeichen für die Apokalypse verdichten sich. &lt;a href=&quot;http://www.anonym.to/?http://home.flash.net/~evt/rapture.htm&quot; target=_blank rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Im September 2010 wird es soweit sein&lt;/a&gt;. Früher war das mal Oktober 2009, oder Dezember 2009, oder so. Genauer gesagt verdichten sich die Anzeichen schon seit Jahrhunderten. Die Vorhersagen sind untrüglich! Gut, dass sie so kundenfreundlich regelmäßig aktualisiert werden.
&lt;li&gt;Die Übernahme der Weltherrschaft durch die Illuminati und Bilderberger steht unmittelbar bevor. Jetzt wirklich! Das schaffen sie mit einer kräftigen Bevölkerungsreduzierung und Masseninternierung der Übriggebliebenen. Denn Macht ist ja umso größer, je weniger Menschen es gibt, über die man herrscht, und je unproduktiver diese sind. Oder so. Offenbar stellen sich die künftigen Weltherrscher aber erstmal anspruchsvolle Herausforderungen, denn vorher bekommt die USA eine staatliche Krankenversicherung, und die weltweite Lebenserwartung und Gesamtbevölkerung steigt weiter an, alles im Hintergrund gesteuert von unseren künftigen Machthabern in der neuen Weltordnung. Das ist echter Sportsgeist!
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;
Da heißt es also &amp;bdquo;dranbleiben&amp;rdquo;! Den Weltuntergang sollte wirklich niemand verpassen.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/neues-vom-weltuntergang#comments</comments>
  <category>Apokalypse</category>
  <category>LHC</category>
  <category>Verschwörungstheorien</category>
  <category>Weltuntergang 2012</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-die-erklaerung</link>
  <title>Homöopathie, die Erklärung</title>
  <pubDate>Sun, 04 Jul 2010 08:03:02 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">homoeopathie-die-erklaerung</guid>
  <description>&lt;p&gt;
OK, gestern habe ich geschrieben, es gäbe keinen plausiblen Wirkmechanismus für Homöopathie. Ich habe mich geirrt. Ausgewählte Experten erklären den Sachverhalt in folgendem Video:
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;object width=&quot;480&quot; height=&quot;385&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/8u6BZv6_DLc&amp;amp;hl=en_US&amp;amp;fs=1&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/8u6BZv6_DLc&amp;amp;hl=en_US&amp;amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;480&quot; height=&quot;385&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-die-erklaerung#comments</comments>
  <category>Homöopathie</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/iq-und-die-homoeopathie</link>
  <title>IQ und die Homöopathie</title>
  <pubDate>Sat, 03 Jul 2010 11:57:25 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">iq-und-die-homoeopathie</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Die Sendung &lt;strong&gt;&amp;bdquo;IQ &amp;ndash; Wissenschaft und Forschung&amp;rdquo;&lt;/strong&gt; des Bayerischen Rundfunks ist eine der wenigen hörenswerten Wissenssendungen im Radio (&lt;a href=&quot;http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-iq.shtml&quot; target=_blank&gt;auch als Podcast&lt;/a&gt;). Üblicherweise wird sie im Magazinformat ausgestrahlt, und ab und zu wird die gesamte Sendezeit einem einzigen Thema gewidmet. Bisher wurde ich von der Sendung selten enttäuscht. Anders am 29.6.2010, als das Feature &lt;a href=&quot;http://www.br-online.de/bayern2/iq-wissenschaft-und-forschung/iq-iq-homoeopathie-semmler-ID1276588429614.xml&quot; target=_blank&gt;&amp;bdquo;Homöopathie &amp;ndash; Wunschdenken oder Wissenschaft&amp;rdquo;&lt;/a&gt; ausgestrahlt wurde.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Das Feature beginnt mit einem Fallbeispiel, wo ein Patient angeblich durch Homöopathie geheilt wurde und danach selbst Homöopathie betreibt. Ein abstraktes Konzept auf eine konkrete Person und Schicksal abzubilden ist eine Technik aus dem Journalismuslehrbuch. Nur hat die Autorin Nortrud Semmler nicht verstanden, dass dies für das vorgebliche Thema der Sendung irrelevant ist. Dazu muss man etwas weiter ausholen:
&lt;p&gt;
Anekdotische Nachweise haben immer in etwa die folgende Form: &amp;bdquo;Ich war krank, dann habe ich X gemacht/eingenommen, und dann war ich wieder gesund&amp;rdquo;. Solche nacherzählte Anekdoten stellen in der Medizin keinen Nachweis für die Wirksamkeit eines Medikaments oder einer Behandlung dar, denn sie sind mit vielerlei schweren Problemen behaftet. Die meisten Krankheiten sind selbstbegrenzend, d.&amp;thinsp;h. der Körper ist selbst in der Lage, innerhalb einer gewissen Zeit mit der Krankheit fertigzuwerden und zu seinem Normalzustand, nämlich der Gesundheit, zurückzukehren. Will man ein Medikament als wirksam bezeichnen, dann muss zweifelsfrei gezeigt werden können, dass diese Rückkehr zum Normalzustand bei Gabe des Medikaments schneller erfolgt, oder die Schwere des Verlaufs geringer ist als ohne Medikament. Es muss also der Verlauf der Krankheit genau verfolgt werden. Ebenso muss die Vorgeschichte und die Schwere des Falls am Anfang der Behandlung festgehalten werden. Dies erfolgt bei einer normalen Behandlung nicht. Der Verlauf vor der Behandlung wird meist lückenhaft aus der Erinnerung nacherzählt, und der weitere Verlauf nur lückenhaft verfolgt. Objektive Daten werden selten erfasst. Das größte Problem ist aber, dass bei einem Einzelfall kein Vergleich mit einem Verlauf &lt;em&gt;ohne&lt;/em&gt; Behandlung erfolgen kann. Man kann also nicht herausfinden, ob die Krankheit ohne Behandlung nicht genauso schnell zuende gegangen wäre. Das Ende einer selbstbegrenzenden Krankheit aufgrund einer Anekdote unmittelbar einer Behandlung zuzuschreiben, ist viel zu einfach gedacht.
&lt;p&gt;
Auch eine Vielzahl von Anekdoten zusammengenommen liefern keinen besseren Nachweis. Die Patienten und Vorgeschichten sind meist zu unterschiedlich, um vergleichbare Ausgangssituation zu haben, und ohne Kontrollgruppe fehlt wieder der Vergleich zum Verlauf ohne Behandlung.
&lt;p&gt;
Um diese Probleme für die Beurteilung der Wirksamkeit eines Medikaments zu reduzieren, wurde das Verfahren der &lt;strong&gt;klinischen Studie&lt;/strong&gt; entwickelt. Es werden Patienten in mehrere Gruppen aufgeteilt, die im Durchschnitt möglichst gleiche Eigenschaften haben sollen, z.&amp;thinsp;B. gleiche Altersstruktur, gleichen Geschlechteranteil, gleiche Schwere der Erkrankung, usw. Eine echt zufällige Zuweisung zu den Gruppen hilft, bewusste oder unbewusste systematische Ungleichheiten zu vermeiden. Eine möglichst große Anzahl von Personen hilft ebenfalls, die verbleibenden Unterschiede auszugleichen und den Einfluss des puren Zufalls zu reduzieren.
&lt;p&gt;
Der ganze Aufwand der möglichst sorgfältigen Randomisierung und Kontrolle der Variablen hat nur den einen Zweck: Auch ein einer klinischen Studie kann man eine einzelne Person nicht gleichzeitig behandeln und nicht behandeln. Durch die Herstellung von mehreren möglichst gleichen Gruppen hat man aber die Möglichkeit, eine Gruppe zu behandeln, und eine nicht (oder besser, der Kontrollgruppe ein Placebo zu verabreichen, damit diese den gleichen Anschein einer Behandlung erfährt). Idealerweise ist am Ende der einzige Unterschied zwischen den Gruppen das tatsächlich verabreichte oder nicht verabreichte Medikament. Dadurch ergibt sich ein aussagekräftiger Vergleich zwischen einem Verlauf mit und ohne Behandlung.
&lt;p&gt;
Klinische Studien werden weiter verbessert, indem weder die Probanden noch die Durchführenden wissen, ob sie die zu prüfende Behandlung erfahren oder nicht. Beim Probanden erfolgt dies durch die Gabe eines möglichst ähnlichen Placebos, bei den Durchführenden durch die Aufteilung in Personen, die die Probanden behandeln und die Daten sammeln, und solche, die die Daten am Ende auswerten. Nur letztere wissen, welche Probanden in welcher Gruppe waren. Eine solche Verblindung gibt es ebenfalls nicht bei anekdotischen Nachweisen. Ein Patient und sein Arzt wissen immer genau, ob und welche Behandlung durchgeführt wird.
&lt;p&gt;
Klinische Studien sind das Mittel der Wahl, um Ergebnisverfälschungen durch menschliche Fehlerquellen wie den Placeboeffekt, lückenhafte Erinnerungen, Bestätigungsfehler, Auswahlfehler und natürlich den puren Zufall möglichst gering zu halten. Anekdoten sind mit all diesen Fehlern belastet. &lt;strong&gt;Eine Anekdotensammlung ist keine klinische Studie!&lt;/strong&gt;
&lt;p&gt;
Der Autorin ist sich der massiven Schwächen von anekdotischen Nachweisen anscheinend nicht bewusst. Andernfalls bestünde der Beitrag wohl nicht zu einem so großen Anteil an Anekdoten. Eine Anekdote &amp;bdquo;Ich hatte ein Ekzem, dann habe ich ein homöopatisches Mittel genommen, und dann war ich wieder gesund&amp;rdquo; hat keine bessere Nachweisqualität als z.&amp;thinsp;B. &amp;bdquo;Ich hatte ein Ekzem, dann habe ich ein totes Huhn über der Stelle geschüttelt, und dann war ich wieder gesund&amp;rdquo;. Wirksamkeit wird anders ermittelt.
&lt;p&gt;
Nach einigen weiteren Anekdoten folgt, beinahe unvermeidlich, das Popularitätsargument: Homöopathie wird weltweit praktiziert, viele Leute haben bereits homöopathische Mittel eingenommen, und viele Krankenkassen erstatten homöopathische Behandlungen. Auch das Popularitätsargument ist ein Fehlschluss. Dass viele Leute homöopathische Mittel einnehmen, belegt nicht deren Wirksamkeit. Viele Leute glauben auch an den Freitag den 13ten als Unglückstag. Auch was Krankenkassen erstatten hängt stärker von der Lobby der Anbieter und der Nachfrage der Patienten ab als von der nachgewiesenen Wirksamkeit. Semmler nennt die Homöopathie &amp;bdquo;voll integriert in das staatliche Versorgungssystem&amp;rdquo; in z.&amp;thinsp;B. England. Da hätte sie mal lieber die Bestrebungen der letzten Zeit in England verfolgen sollen. Eine Expertenkommission des Unterhauses hat gerade die Wirksamkeitsnachweise der Homöopathie überprüft. Als Ergebnis hat sie keine guten Nachweise für eine Wirksamkeit der Homöopathie gefunden. Sie empfiehlt, homöopathische Mittel nicht mehr als Medikamente zuzulassen, die Erstattung der Behandlungskosten durch das staatliche Gesundheitssystem einzustellen und keine staatlichen Gelder mehr für die Erforschung der Homöopathie auszugeben.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Gerade in England wird die Homöpathie bald das Gegenteil von &amp;bdquo;voll integriert&amp;rdquo; sein.
&lt;p&gt;
Aber auch hierzulande sieht eine Vollintegration anders aus. Die Kassen, die homöopathische Leistungen erstatten, tun dies freiwillig aufgrund von Verträgen mit homöopathischen Ärzten und deren Vereinigungen. Das sind keine Pflichtleistungen der staatlichen Kassen. Es wird auch nur die Beratung in begrenztem Maß erstattet, aber keine Medikamente.

&lt;h2&gt;Metaanalysen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Nach einer Reihe von weiteren Anekdoten wird zum ersten Mal solide Kritik an der Homöopathie erwähnt insbesondere in Form der Metaanalyse von Shang et al von 2005.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref2&quot;&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Darin wird, wie in allen Metaanalysen, vereinfacht gesagt bereits vorher veröffentlichte Studien zu einem Thema gesucht, die Qualität der Studien (unabhängig von der Ergebnissen!) bewertet und dann die Ergebnisse nach der Qualität gewichtet und zusammengefasst. Üblicherweise werden auch Mindestkriterien angesetzt, z.&amp;thinsp;B. werden nur randomisierte, doppelverblindete, placebokontrollierte Studien berücksichtigt. Dieses Gesamtergebnis soll einen besseren Überblick und Einschätzung der bisherigen Einzelforschungsergebnisse zu einem Thema ergeben. Das Ergebnis hier:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Biases are present in placebo-controlled trials of both homoeopathy and conventional medicine. When account was taken for these biases in the analysis, there was weak evidence for a specific effect of homoeopathic remedies, but strong evidence for specific effects of conventional interventions. This finding is compatible with the notion that the clinical effects of homoeopathy are placebo effects.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Seltsamerweise nennen die Autorin Semmler und der Kritiker Rainer Lüdtke als Autor der Analyse Matthias Egger. Dieser ist aber nur der letzte einer Reihe von Autoren. Hauptautor, und damit federführend für die Studie, ist Aijing Shang.
&lt;p&gt;
Die Kritik von Lüdtke an dieser Analyse ist, dass zu wenige der exisitierenden Studien berücksichtig wurden.
&lt;p&gt;&lt;blockquote&gt;Wählt man nicht diese acht sondern die 14 größten Studien aus, dann bekommt man
ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten der Homöopathie.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Diese Kritik geht ins Leere. Die Auswahlkriterien für die Studien wurden von Shang &lt;em&gt;vor&lt;/em&gt; der Auswertung festgelegt und wurden nicht nachträglich verändert. Dies ist gute Praxis aller Metaanalysen und ist das Gegenteil dessen, was Lüdtke andeutet, nämlich dass die Auswahl so erfolgte, dass ein &amp;bdquo;günstiges&amp;rdquo; Ergebnis entsteht. Genau dies versucht er selbst, indem er 14 Studien einschließen will, damit ein für ihn günstiges Ergebnis erscheint. Diese 14 Studien mögen die größten sein. Größe ist aber nur eines von vielen Qualitätskriterien, neben z.&amp;thinsp;B. Randomisierung und Verblindung. Wenn die Gesamtqualität trotz der Größe unter den (vorher festgelegten!) Mindestanforderungen bleibt, dann bleibt die Studie eben draußen. Die Festlegung einer Mindestqualität hat seinen Grund, denn schlecht entworfene Studien liefern erfahrungsgemäß unbrauchbare Ergebnisse, die das Ergebnis einer Metaanalyse stark verzerren können.
&lt;p&gt;
Auch die Kritik, dass homöopathische Behandlungen von vielen verschiedenen Krankheiten untersucht wurde, ist unberechtigt. Der Grund dafür ist, dass auch die Wirksamkeit von Homöopathie für ganz bestimmte Krankheiten zuvor nicht schlüssig nachgewiesen wurde. Die Ausweitung der Analyse auf alle möglichen Krankheiten sollte Lüdtke eigentlich entgegenkommen, weil sie die Chancen auf ein für ihn genehmes Ergebnis steigert.
&lt;p&gt;
Lüdtke brachte dann noch seinen Unmut zum Ausdruck, dass Egger auf seine Kritik keine Stellungnahme lieferte. Vielleicht hätte er sich besser an den Hauptautor wenden sollen. Der Hund hat den falschen Baum angebellt, die Katze saß auf einem anderen.
&lt;p&gt;
Damit beließ es die Autorin mit der Kritik an der Homöopathie. Es entsteht der Eindruck, dass diese eine Analyse die einzig substantielle Überprüfung sei. Sie ignoriert völlig eine Reihe von weiteren Metaanalysen, z.&amp;thinsp;B. die der &lt;a href=&quot;http://www.cochrane.de&quot; target=_blank&gt;Cochrane-Collaboration&lt;/a&gt;, die Meta-Metaanalyse von Edzart Ernst&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref3&quot;&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; oder aktuell den schon oben genannten Evidence Check&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;.

&lt;h2&gt;Äpfel und Birnen&lt;/h2&gt;

&lt;blockquote&gt;Das Ähnlichkeitsprinzip ist auch der Schulmedizin nicht fremd. Kinder mit ADS
werden mit Ritalin behandelt, einem Amphetamin, das beim gesunden Menschen
Erregungszustände bewirkt. Bei hyperaktiven Kindern wirkt es beruhigend –
allerdings ohne, dass der Wirkmechanismus bekannt ist. Bei der Homöopathie
greifen die Kritiker genau diesen Aspekt, den nicht bekannten Wirkmechanismus,
scharf an.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Nein, der unbekannte Wirkmechanismus der Homöopathie ist &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; der Hauptkritikpunkt der wissenschaftlichen Medizin. Dass ein Wirkmechanismus lange Zeit unbekannt oder zumindest nicht völlig geklärt ist, ist eher der Normalfall als eine Ausnahme. Das einfachste Beispiel ist James Lind's Ergebnis des Versuchs, den man als erste kontrollierte Studie bezeichnen könnte, nämlich dass der Verzehr von Zitrusfrüchten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Skorbut&quot; target=_blank&gt;Skurbut&lt;/a&gt; heilen und vorbeugen kann. Erst sehr viel später konnte &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure&quot; target=_blank&gt;Vitamin C&lt;/a&gt; als die dafür verantwortliche Substanz dingfest gemacht werden, und weitere Zeit verging, bis man herausfand, welche Rolle genau Vitamin C beim Aufbau von Bindegewebe spielt.
&lt;p&gt;
Der Hauptkritikpunkt ist, dass es auch keinen &lt;em&gt;plausiblen&lt;/em&gt; Wirkmechanismus gibt, beziehungsweise die postulierten Wirkmechanismen unplausibel oder nachweislich falsch sind. Wenn man Ritalin mit Homöopathie vergleichen will: Dass ein Stimulans eine neurologische Wirkung hat, ist völlig unspektakulär. Dass eine Substanz mehrere Wirkungen mit unterschiedlichen Dosis-Wirkungs-Kurven hat und so in der Gesamtheit scheinbar widersprüchliche Wirkungen zeigt, ist ebenso nichts Außergewöhnliches. Die Tatsache, dass eine tatsächlich im Medikament vorhandene Substanz eine Wirkung zeigt, ist geradezu banal. Und schliesslich gibt es einige vielversprechende und plausible Hypothesen, warum Ritalin bei ADHS eine Besserung bewirken kann, die allesamt kompatibel mit etabliertem Wissen sind.
&lt;p&gt;
Im Vergleich dazu wird für Homöopathie postuliert, dass die Symptome, die eine Substanz in hoher Konzentration hervorruft, in niedrigen Konzentrationen des gleichen Stoffes geheilt werden können, und dass die Wirkung ansteigt, je niedriger die Konzentration ist. Hier wird keine Komplexwirkung postuliert, sondern eine einfache Wirkung. Dies widerspricht den Grunderkenntnissen der Chemie. Ebenso wird postuliert, dass die Wirkung immer noch vorhanden ist, wenn der Stoff bereits gar nicht mehr in der Lösung enthalten ist. Dies widerspricht ebenfalls allen Grundkenntnissen der Physik und Chemie. Desweiteren wird behauptet, dass eine noch weitere Verdünnung (die im Grunde nicht stattfindet; es werden lediglich Moleküle des Lösungsmittels durch neue Moleküle des gleichen Lösungsmittels ersetzt) die Wirkung noch steigert. Ebenso sind die Hypothesen der Homöopathie nichtmal intern konsistent. So wird beispielsweise nicht erklärt, wie der Kontakt des Wirkstoffs mit dem Lösungsmittel Eigenschaften auf dieses übertragen kann, aber der Kontakt mit dem Behälter nicht. Ebenso wird nicht erklärt, wie diese Eigenschaften bei riesigen Verdünnungen weiter im Lösungsmittel verbleiben, jedoch ausgerechnet beim Beträufeln von Globuli und Verdunsten des Lösungsmittels nicht zusammen mit dem Lösungsmittel verschwinden, sondern sich auf die Globuli übertragen (jedoch nicht auf Behälter, mit denen die Lösung oder die Globuli ebenso in Kontakt kommen). Zusammengefasst müsste man eine komplett neue Physik und Chemie erfinden, damit Homöopathie wie postuliert funktionieren könnte. Mit diesen neuen Grundlagen würde aber die gesamten existierenden chemischen Verfahren nicht funktionieren.
&lt;p&gt;
Es sind diese Punkte, die die wissenschaftliche Medizin an der Homöopathie kritisiert. Nicht der unbekannte Mechanismus ist das Problem, sondern das komplette Fehlen eines wenigstens plausiblen und in sich konsistenten Kandidaten für einen Mechanismus. In diesem Sinne Ritalin mit Homöopathie vergleichen zu wollen, zeugt vom fehlenden Grundverständnis der Autorin sowohl für die wissenschaftlichen Medizin als auch für Homöopathie, und von der nicht vorhandenen Recherche dessen, was wirklich die Kritikpunkte sind.
&lt;p&gt;
Abgesehen davon ist die Frage nach einem spezifischen Wirkmechanismus müßig, solange keine spezifische Wirkung zweifelsfrei festgestellt wurde. Bisher haben die besten Studien keine spezifische Wirkung festgestellt, die über den unspezifischen Placeboeffekt hinausgeht.

&lt;h2&gt;Erforschung des Nichtexistenten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Dr. Stephan Baumgartner:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;In einer Untersuchung mit Erbsen, Zwergerbsen, die mit Potenzen von Gibberellin, das
ist ein Pflanzenwachstumshormon, behandelt wurden, hatten wir die Wirkung von einer
stofflichen Konzentration von Gibberillin mit der Wirkung einer homöopathischen Potenz
verglichen. Und wir sahen dort, dass die stoffliche Konzentration quasi wie ein Dünger
gewirkt hat. D. h. alle Pflanzen wurden mehr oder weniger gleich um 20 % Wachstum
gesteigert - egal ob sie jetzt groß oder klein waren. Interessanterweise wirkte die
homöopathische Präparation von Gibberillin so, dass die kleinen Pflanzen im
Wachstum, relativ gesehen, stärker gefördert wurden, 30-40 %, während die großen
Pflanzen sogar im Wachstum etwas gehemmt wurden.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Es ist seltsam, dass offenbar weder der Autorin noch Dr. Stephan Baumgartner selbst auffällt, dass die Ergebnisse dieses Versuchs den Grundideen der Homöopathie widersprechen. Wenn ein Wachstumshormon in üblichen Konzentrationen immer das Wachstum anregt, dann sollte es in homöopathischen Konzentrationen (sprich, es ist in der Lösung nicht mehr vorhanden) immer das Gegenteil bewirken, also das Wachstum hemmen. Das sollte auch für die kleinen Pflanzen gelten. Man könnte sagen, dass dieser Versuch die Grundprinzipien der Homöopathie &lt;em&gt;widerlegt&lt;/em&gt;. Wie man dieses Ergebnis in eine Bestätigung umdichten kann, ist mir ein Rätsel. Aber es passt ins Bild von Baumgartners anderen Veröffentlichungen, wo schonmal von Bestätigung gesprochen wird, wenn 2 von 4 Versuchen das gewünschte Ergebnis zeigen.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref4&quot;&gt;[4]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Andere nennen 50% Erfolgsquote &amp;bdquo;Zufall&amp;rdquo;.
&lt;p&gt;
Vorher teilte uns Baumgartner noch folgende Weisheit mit:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Ein relativ gut dokumentiertes
Phänomen ist, dass homöopathische Präparate und Potenzen offenbar in Systemen,
die etwas aus dem Gleichgewicht geraten sind, besser wirken als in Systemen,
die im Gleichgewicht sind.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Diese Erkenntnis ist kompatibel mit Homöopathie als Placebo und der oben schon erwähnten Rückkehr zum Normalzustand. Ein wirkungsloses Medikament kann bei einem gesunden Menschen kaum eine Verschlechterung oder Verbesserung bewirken, während bei einem kranken Mensch das Potential zur Verbesserung umso größer ist, je kränker er ist. Oder um es drastisch umzuformulieren: &amp;bdquo;Ein relativ gut dokumentiertes Phänomen ist, dass Zaubersprüche Bälle schneller bergab rollen lassen, die hoch auf dem Berg liegen, als Bälle, die schon schon in der Talsole liegen.&amp;rdquo;

&lt;h2&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Alles in Allem ist dieses Feature nichts anderes als eine Werbeveranstaltung für Homöopathie. Es werden nur die ausgetretenen Legenden und Fehlschlüsse der Alternativmedizin wiederholt (Anekdotensammlung, Popularitätsargument, &amp;bdquo;Schulmedizin kuriert nur die Symptome&amp;rdquo;, was mit der Homöopathie als Alternative geradezu lächerlich ist). Es strotzt vor Fehldarstellungen und verfälschenden Auslassungen. Die Recherche ist so papierdünn, dass der Beitrag genauso von einem Homöopathen diktiert sein könnte. Die Autorin hat sich weder mit den Reviews zum Thema noch mit den Studien der Homöopathen genauer beschäftigt. Die 2 Minuten Alibi-Kritik existieren wohl nur, damit das Urteil nicht &amp;bdquo;Thema verfehlt, Note 5&amp;rdquo; lautet.

&lt;hr&gt;
&lt;ol class=references&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/45.pdf&quot; target=_blank&gt;House of Commons, Science and Technology Committee (2010):
Evidence Check 2: Homeopathy&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589&quot; target=_blank&gt;Shang A et al. (2005): Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy.&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12492603&quot; target=_blank&gt;Ernst E. (2002): A systematic review of systematic reviews of homeopathy.&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref4&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18638708&quot; target=_blank&gt;Baumgartner et al. (2008): Reproducibility of dwarf pea shoot growth stimulation by homeopathic potencies of gibberellic acid.&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/iq-und-die-homoeopathie#comments</comments>
  <category>Homöopathie</category>
  <category>Radio</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/mechanismus-fuer-akupunktur-gefunden</link>
  <title>Mechanismus für Akupunktur gefunden. Oder?</title>
  <pubDate>Thu, 03 Jun 2010 11:45:49 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">mechanismus-fuer-akupunktur-gefunden</guid>
  <description>&lt;p&gt;Diese Woche wurde ein &lt;a href=&quot;http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2562.html&quot; target=_blank&gt;Artikel im Magazin &amp;bdquo;Nature&amp;rdquo;&lt;/a&gt; veröffentlicht, mit dem Nachweise für einen Wirkmechanismus für die Schmerzlinderung durch Akupunktur erbracht werden sollen. Dieser Artikel wurde auch in der Tagespresse diskutiert, z.&amp;thinsp;B. bei &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,697708,00.html&quot; target=_blank&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&quot;http://www.n-tv.de/wissen/gesundheit/Akupunktur-setzt-Molekuele-frei-article900352.html&quot; target=_blank&gt;n-tv&lt;/a&gt;.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Der Inhalt kurz zusammengefasst:&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;
&lt;p&gt;
Bei Mäusen wurde durch Nadelstiche eine Freisetzung des Moleküls Adenosin erreicht. Dieses dockt an speziellen Gegenstücken, den Adenosin-A1-Rezeptoren, an, was eine Schmerzlinderung bewirkt. Das direkte Injizieren eines anderen Gegenstücks für den Rezeptor bewirkte ebenso eine Schmerzlinderung. Auch das Verzögern des Abbaus von Adenosin verlängerte die schmerzlindernde Wirkung. Und schließlich wurde bei genmanipulierten Mäusen, die den Rezeptor nicht ausbilden, die schmerzlindernde Wirkung nicht nachgewiesen.
&lt;p&gt;
Dieser Teil des Artikels ist interessant genug. Ein Mechanismus zur lokalen Schmerzlinderung wurde gefunden und verifiziert. Das könnte neue Perspektiven für die Lokalanästhesie eröffnen, falls sich die Ergebnisse reproduzieren lassen.
&lt;p&gt;
Die andere Teil gleitet leider in die Abteilung Junk Science ab. Denn ist diese Untersuchung wirklich ein Nachweis für die Wirksamkeit von Akupunktur?
&lt;p&gt;
Zur Erinnerung: Die Grundprinzipien der Akupunktur besagen, dass die Lebensenergie &amp;bdquo;Qi&amp;rdquo; in bestimmten Bahnen im Körper fließt, den Meridianen. Ein Nadeln dieser Bahnen an bestimmten Stellen soll eine Blockade des Flusses lösen und so Beschwerden lindern und Krankheiten heilen. Für bestimmte Organe müssen dabei immer bestimmte Akupunkturpunkte genadelt werden.
&lt;p&gt;Selbstredend gibt es keinerlei Nachweise für die schiere Existenz des &amp;bdquo;Qi&amp;rdquo; und der Meridiane, und selbst die Akupunkturwelt ist sich uneins über die korrekten Akupunkturpunkte.
Bisher ist kein guter Nachweis für eine Wirksamkeit von Akupunktur erbracht worden, die über die eines Placebos hinausgeht. Der fehlende Wirkmechanismus kommt da lediglich noch dazu. Der Effekt von Akupunktur fällt umso geringer aus, je größer die Studie angelegt wird, je besser die Randomisierung und die Placebokontrolle ist. Am Ende ist es egal, ob die korrekten Körperstellen genadelt werden oder absichtlich die falschen, oder ob überhaupt ein Einstich erfolgt oder nur die Haut mit einem Zahnstocher gedrückt wird. Diese geringen, unspezifischen und subjektiven Effekte sind bereits mit dem Placeboeffekt zufriedenstellend erklärt, und größere Effekte sind nicht festgestellt worden.
&lt;p&gt;
Ändert nun diese Studie die bisherigen Erkenntnisse? Nein, denn:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Es gab wieder keinerlei Kontrollgruppe. Es wurde nicht geprüft, ob das Nadeln der &amp;bdquo;falschen&amp;rdquo; Stellen nicht den gleichen Effekt hervorruft, oder auch das bloße Drücken der Haut mit spitzen Gegenständen.
&lt;li&gt;Die Freisetzung des Adenosin erfolgte lokal, im Millimeterbereich um dem Einstich. Akupunktur postuliert aber, dass das Nadeln von weit entfernten Punkten die zugeordneten Organe beeinflusst.
&lt;li&gt;Dass es einen messbaren, lokalen, physiologischen Effekt gibt, wenn man die Haut mit einer Nadel verletzt und manipuliert, ist für sich gesehen eine unspektakuläre Erkenntnis. Das alleine kann kein Beleg für die spektakulären Behauptungen der Akupunktur sein.
&lt;li&gt;Es ist im ganzen Artikel keine Rede von irgend einer Art von Verblindung. Diese ist besonders wichtig, wenn diffuse, kontinuierliche Parameter (z.&amp;thinsp;B. &amp;bdquo;Berührungsempfindlichkeit&amp;rdquo;) von den Durchführenden gemessen und bewertet werden.
Die Angelegenheit erinnert eher an die Veröffentlichung von Benveniste&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref2&quot;&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; im gleichen Magazin, in der physiologische Reaktionen auf hochverdünnte homöopathische Lösungen objektiv im Laborversuch nachgewiesen werden sollten. Auch diese Ergebnisse wurden letztlich auf ungenügende Verblindung zurückgeführt.
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Genaugenommen hat man in der Studie das, was sich selbst als &amp;bdquo;Akupunktur&amp;rdquo; bezeichnet, überhaupt nicht getestet. Der Titel ist eine reine Mogelpackung.
&lt;p&gt;
Ebenso ist Einleitung und Diskussion voll mit den üblichen Fehlschlüssen, die von Alternativmedizinern immer wieder vorgebracht werden:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&amp;bdquo;Akupunktur wird seit 4000 Jahren praktiziert&amp;rdquo;. Das sagt nur rein gar nichts über die Wirksamkeit aus. Ich warte darauf, dass sich jemand mal auf die jahrtausendealte Tradition von Regentänzen zur Wetterbeeinflussung beruft&amp;hellip;
&lt;li&gt;&amp;bdquo;Akupunktur ist weit verbreitet&amp;rdquo;. Das sagt nur rein gar nichts über die Wirksamkeit aus. Furcht vor dem &amp;bdquo;bösen Blick&amp;rdquo; ist auch weit verbreitet.
&lt;li&gt;&amp;bdquo;Akupunktur wird von der US-Steuerbehörde als absetzbare Maßnahme angesehen&amp;rdquo;. Das sagt nur rein gar nichts über die Wirksamkeit aus. Auch hierzulande werden manche alternativmedizinische Maßnahmen von einigen Krankenkassen bezahlt. Was in der Gesundheitspolitik finanziell unterstützt wird, das hat mehr mit der Nachfrage der Patienten, der Lobby der Anbieter, und der finanziellen Machbarkeit zu tun als mit der nachgewiesenen Wirksamkeit.
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Es ist amüsant und traurig zugleich, wie versucht wird, die Ergebnisse in einen Wirkmechanismus der Akupunktur umzudichten, aber gleichzeitig die Grundbehauptungen der Akupunktur und
der Kontext der bisherigen Studien weitgehend ignoriert werden. Traurig auch, dass sich ein so renommiertes Magazin wie &amp;bdquo;Nature&amp;rdquo; dazu herablässt, einen Artikel zu veröffentlichen, bei dem die Diskussion und Schlussfolgerung kaum von den dargelegten Ergebnissen gestützt werden. Das Debakel mit Benveniste hätte die Redaktion von Nature eigentlich in dieser Beziehung sensibilisieren müssen.
&lt;hr&gt;
&lt;ol class=references&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref1&quot;&gt;Goldman et. al. (2010): &lt;a href=&quot;http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2562.html&quot; target=_blank&gt;Adenosine A1 receptors mediate local anti-nociceptive effects of acupuncture.&lt;/a&gt; &lt;em&gt;Nature Neuroscience&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref2&quot;&gt;Benveniste et. al. (1988): &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2455231&quot; target=_blank&gt;Human basophil degranulation triggered by very dilute antiserum against IgE.&lt;/a&gt; &lt;em&gt;Nature&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/mechanismus-fuer-akupunktur-gefunden#comments</comments>
  <category>Akupunktur</category>
  <category>Junk Science</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-wasser-fuer-die-seele</link>
  <title>Wasser für die Seele</title>
  <pubDate>Sun, 11 Apr 2010 20:32:46 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">homoeopathie-wasser-fuer-die-seele</guid>
  <description>&lt;p&gt;Die Homöopathen feiern derzeit die &lt;a href=&quot;http://www.anonym.to/?http://www.vkhd.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=136:welthomoeopathiewoche-qhomoeopathie-fuer-die-seeleq&amp;catid=42:news-show-intern&amp;Itemid=412&quot; target=_blank rel=&quot;nofollow&quot;&gt;&amp;bdquo;Internationale Woche der Homöopathie&amp;rdquo;&lt;/a&gt; zur Feier des 255-ten (ja, wirklich!) Geburtstags von Samuel Hahnemann. Thema in diesem Jahr: &amp;bdquo;Homöopathie für die Seele&amp;rdquo;.
&lt;p&gt;
In diversen Veranstaltungen werden u.a. die folgenden Themen diskutiert:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Homöopathie bei Depression
&lt;li&gt;Homöopathie bei Schlaftstörungen
&lt;li&gt;Homöopathie bei &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/ADHS&quot; target=_blank&gt;ADHS&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;Homöopathie bei Angstzuständen
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;
Wie sehen die Nachweise aus klinischen Studien für diese Indikationen aus?&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;

&lt;h2&gt;Depression&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Selbst die Spezialpublikationen zur Homöopathie &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16060201&quot; target=_blank&gt;zeigen die Schwierigkeiten auf&lt;/a&gt;. In einem Review wurden nur zwei randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien zum Thema gefunden. Nur die unkontrollierten Studien zeigten einen Effekt. Die Schlussfolgerung:

&lt;blockquote&gt;A comprehensive search for published and unpublished studies has demonstrated that the evidence for the effectiveness of homeopathy in depression is limited due to lack of clinical trials of high quality. Further research is required, and should include well-designed controlled studies with sufficient numbers of participants. Qualitative studies aimed at overcoming recruitment and other problems should precede further RCTs.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Hochqualitative Studien sind Mangelware. Was tun?

&lt;blockquote&gt;Methodological options include the incorporation of preference arms or uncontrolled observational studies. The highly individualised nature of much homeopathic treatment and the specificity of response may require innovative methods of analysis of individual treatment response.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Mit anderen Worten, wenn die hochqualitativen Studien kein positives Ergebnis zeigen, dann senken wir einfach die Qualität, oder man wird &amp;bdquo;innovativ&amp;rdquo;.

&lt;h2&gt;Schlafstörungen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20223686&quot; target=_blank&gt;Das neueste Review zu diesem Thema&lt;/a&gt; fand nur 4 randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien. Alle waren klein und methodologisch fragwürdig. Das Ergebnis:
&lt;blockquote&gt;The limited evidence available does not demonstrate a statistically significant effect of homeopathic medicines for insomnia treatment. Existing RCTs were of poor quality and were likely to have been underpowered. Well-conducted studies of homeopathic medicines and treatment by a homeopath are required to examine the clinical and cost effectiveness of homeopathy for insomnia. &lt;/blockquote&gt;

&lt;h2&gt;ADHS&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16296913&quot; target=_blank&gt;Eine typische Studie&lt;/a&gt; zu diesem Thema kommt zu folgendem Schluss:
&lt;blockquote&gt;This pilot study provides no evidence to support a therapeutic effect of individually selected homeopathic remedies in children with ADHD.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Pilotstudien sind aber nur von geringerer Aussagekraft. Doch auch der &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17943868&quot; target=_blank&gt;Cochrane-Review&lt;/a&gt; zeigt kein besseres Ergebnis:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;The forms of homeopathy evaluated to date do not suggest significant treatment effects for the global symptoms, core symptoms of inattention, hyperactivity or impulsivity, or related outcomes such as anxiety in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder.&lt;/blockquote&gt;

&lt;h2&gt;Angstzustände&lt;/h2&gt;

&lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12716269&quot; target=_blank&gt;Typische Studien für diese Indikation&lt;/a&gt; sehen so aus:

&lt;blockquote&gt;The effect of homeopathic treatment on mental symptoms of patients with generalized anxiety disorder did not differ from that of placebo. The improvement in both conditions was substantial. Improvement of such magnitude may account for the current belief in the efficacy of homeopathy and the current increase in the use of this practice.&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Wieder kommt selbst &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16815519&quot; target=_blank&gt;das im Magazin &amp;bdquo;Homeopathy&amp;rdquo; veröffentlichte Review&lt;/a&gt; zu keinem besseren Ergebnis:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;A comprehensive search demonstrates that the evidence on the benefit of homeopathy in anxiety and anxiety disorders is limited. A number of studies of homeopathy in such conditions were located but the randomised controlled trials report contradictory results, are underpowered or provide insufficient details of methodology.&lt;/blockquote&gt;

&lt;h2&gt;Zusammenfassung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Man kann fast sicher sein, was in all den Vorträgen kaum zur Sprache kommen wird: Die nachgewiesene Wirksamkeit der Homöopathie für diese Indikationen.
&lt;p&gt;
Homöopathie ist unplausibel, es gibt keinen potentiellen Wirkmechanismus, die Grundprinzipen sind aus der Luft gegriffen, und in 200 Jahren haben es selbst die Verfechter der Homöopathie nicht geschafft, eine Wirkung besser als die eines Placebos schlüssig nachzuweisen. Homöopathie bleibt Wasser oder mit Wasser beträufelte Zuckerkügelchen.
&lt;p&gt;
Aber wenn man unbedingt unplausible, vorwissenschaftliche, unbelegte und explizit widerlegte Theorien am Leben halten will, dann hätte ich einen Vorschlag für 2011: Eine &amp;bdquo;Internationale Woche der Alchemie&amp;rdquo;.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/homoeopathie-wasser-fuer-die-seele#comments</comments>
  <category>Alternativmedizin</category>
  <category>Homöopathie</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/was-ist-dran-an-kijimea</link>
  <title>Was ist dran an Kijimea?</title>
  <pubDate>Sat, 03 Apr 2010 18:52:09 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">was-ist-dran-an-kijimea</guid>
  <description>&lt;img src=&quot;/blogimages/8/kijimea.png&quot; align=right&gt;&lt;p&gt;Ich sehe einen neuen Trend. Asien ist OUT, Afrika ist IN. Nein, hier geht es nicht um Tourismus, Musik oder Kunst, es geht um die sogenannte Alternativmedizin. Offenbar ist die jahrhundertealte Tradition der asiatischen &amp;bdquo;Heil&amp;rdquo;-Kunst nicht mehr mysteriös genug, und deshalb muss die noch ältere Tradition von Afrika ran.
&lt;p&gt;
Prominent in der TV-Werbung macht sich das neue Produkt &lt;a href=&quot;http://www.kijimea.de/&quot; target=_blank rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Kijimea&lt;/a&gt; bemerkbar, und mit einer diffusen Metapher vom löchrigen Schild eines stolzen Massai-Kriegers wird dem Konsumenten erklärt, dass Kijimea irgendwie das Immunsystem verbessert.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Wenn man genauer nachbohrt, dann stellt man fest, dass es wieder mal nur um &lt;strong&gt;Probiotika&lt;/strong&gt; geht. Und genau wie bei der Konkurrenz gibt man sich wissenschaftlich und deklariert die Wirkung als &amp;bdquo;in klinischen Studien nachgewiesen&amp;rdquo;, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Erst auf Nachfrage erfährt man dann von &lt;a href=&quot;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18685511&quot; target=_blank&gt;einer einzigen prospektiven Studie&lt;/a&gt;, die als Beleg für die Wirksamkeit dient.
&lt;p&gt;
In dieser Studie nahmen 250 Teilnehmer Kijimea oder ein Plazebo ein. Das Auftreten und die Verläufe von Erkältungskrankheiten wurde erfasst. Das Ergebnis:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;[&amp;hellip;] the improvement of bowel functions was confirmed for both active formulations (P&lt;0.001). A significant decrease in the total length of respiratory episodes (-1.51 d; P&lt;0.001 in the group C and -1.39 d; P&lt;0.001 in the group D) and in the length of cough (-3.08 d; P&lt;0.001 in group C; -2.83 d; P&lt;0.001 in group D), cold (-1.02 d; P=0.019 in group C; -1.32 d; P=0.001 in group D) and flu episodes was reported. The severity of episodes recorded a statistically significant drop in regard to episodes considered as a whole, the cold and flu classes in both groups and for cough too in group C. The number of episodes also dropped considerably in terms of overall episodes, cold (group C) and flu.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Es bleibt unklar, wieviele der Probanden überhaupt in der Studienphase erkrankten, für wieviele Personen also überhaupt relevante Daten erfasst wurden (es ist anzunehmen, dass nicht alle 250 Teilnehmer krank wurden). Die Studiengröße ist also in Wirklichkeit kleiner als die angegebenen 250 Personen. Die Probanden, die erkrankten, waren grob 1&amp;frac12; Tage kürzer krank. Die Häufigkeit der Erkrankungen &amp;bdquo;sank merklich&amp;rdquo;. Man beachte die Wortwahl! Wenn keine konkreten Zahlen angegeben werden, dann ist anzunehmen, dass der Unterschied zwar zählbar (eben &amp;bdquo;merklich&amp;rdquo;), aber nicht statistisch signifikant war.
&lt;p&gt;
Das Abstract lässt im Unklaren, wie lange die Einnahme dauerte, in welchen Mengen, wie randomisiert wurde, und ob das Plazebo auf Tauglichkeit untersucht wurde.
&lt;p&gt;
Auch die &lt;a href=&quot;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/538323/symbiotikum-mindert-erkaeltungsrisiko.html?sh=20&amp;h=1121696929&quot; target=_blank&gt;Ärztezeitung&lt;/a&gt; hat über diese Studie berichtet. Jedoch ist dieser Bericht nicht mit dem Abstract der Studie in Deckung zu bringen. Die Ärztezeitung berichtet nur von 2 Phasen, und die Zahl der Probanden und die Ergebnisse stimmen nicht überein. War das wirklich die gleiche Studie?
&lt;p&gt;
Wenn diese eine Studie nicht reicht, dann wird von Kijimea noch die folgende Erklärung nachgeschoben:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Darm bildet die größte Grenzfläche zwischen Organismus und Außenwelt. Um die schädlichen Einflüsse abwehren zu können, hat der Mensch ein spezielles, in der Schleimhaut des Darmes verankertes Immunsystem (darmassoziiertes Immunsystem) entwickelt. Es schützt den Organismus und leitet gleichzeitig aus den gewonnenen Erfahrungen Strategien für die Abwehr von Eindringlingen in der Zukunft ab. Das Repertoire des Immunorgans Darm umfasst also Abwehrfunktion und Lernmöglichkeit gleichermaßen. Diese Funktionen bleiben nicht auf den Verdauungsbereich beschränkt: Was die körpereigenen Abwehrzellen im Immunorgan Darm erlernen, wenden auch in anderen Körperregionen wie z.B. den Atemwegen an, in die sie über den Blutkreislauf gelangen. Unter diesem Aspekt wird verständlich, wie eine Immunreaktion, die ursprünglich im Darm ausgelöst wurde, sich letztlich auf den gesamten Organismus auswirken kann.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Sorry, aber diese Erklärung ist Humbug. Was das Immunsystem im Darm kennenlernt, sind bestenfalls die Antigene der Probiotika. Damit ist das Immunsystem allenfalls in der Lage, einem Infekt mit eben diesen Laktobazillen schneller entgegenzutreten. Für eine Infektion mit Influenza oder den verschiedenen Erregern von grippalen Infekten ist das nicht relevant. Es hilft nichts, das spezifische Immunsystem mit den falschen Antigenen zu trainieren. Es müsste schon die &lt;em&gt;unspezifische&lt;/em&gt; Immunabwehr verbessert werden. Dafür ist obiges jedoch keine Erklärung.
&lt;p&gt;
Auch die auf der Webseite aufgelisteten Wirkmechanismen sind nicht sonderlich plausibel bezogen auf Erkrankungen der oberen Atemwege:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Reduzierung der Erreger durch Milchsäure (nicht relevant bei den oberen Atemwegen)
&lt;li&gt;Verhindern des Eindringens von Erregern durch die Darmwand (nicht relevant bei den oberen Atemwegen)
&lt;li&gt;Stärken der immunologischen Abwehrmechanismen (s.o.)
&lt;li&gt;Steigern der Mineralstoffabsorption
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;
Die Erreger der Influenza oder der grippalen Infekte infizieren die oberen Atemwege direkt. Die Erreger wandern nicht erst über den Darm. Ein spezifisches Training mit Laktobazillen oder ein unspezifisches Stärken der Darmbarriere kann deshalb diese Infekte nicht verhindern.

&lt;h2&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Insgesamt sehe ich für Kijimea keine bessere Nachweislage als für z.&amp;thinsp;B. &lt;a href=&quot;/entry/actimel-wissenschaftlich-bestaetigt&quot;&gt;Actimel&lt;/a&gt;. Dafür ist Kijimea aber nochmal doppelt so teuer wie die bereits nicht ganz billigen probiotischen Joghurts. Wie sieht also die Kosten-Nutzen-Analyse aus?
&lt;p&gt;
Die Anwendungsempfehlung von Kijimea ist:
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Kijimea 1x täglich (bei Bedarf 2x) pur oder in kalte Flüssigkeit ohne Kohlensäure
(z.B. Wasser, Joghurt, Saft) eingerührt verzehren. Mindestens zwei Wochen lang, besser vier Wochen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Die Probanden in der Studie haben (lt. Ärztezeitung) Kijimea 90 Tage zu sich genommen, nicht nur 28 Tage. Bei einem UVP von 47,71&amp;euro; für 28 Portionen (1,70&amp;euro;/Portion) kosten diese 90 Tage also 153&amp;euro;. Eine Anwendung über die gesamte Wintersaison (man möchte den Nutzen ja schließlich nicht nur über 90 Tage haben) kostet 306&amp;euro; (180 Tage), eine ganzjährige Anwendung 620&amp;euro;. Das ist ziemlich viel Geld für eine 1 bis 2 Tage kürzere Erkältung.
&lt;p&gt;
Und was das Ganze mit Afrika zu tun hat? Im Grunde nichts.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/was-ist-dran-an-kijimea#comments</comments>
  <category>Junk Science</category>
  <category>Nahrungsergänzung</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/tv-tipp-alles-fauler-zauber</link>
  <title>TV-Tipp: Alles fauler Zauber!?</title>
  <pubDate>Wed, 17 Mar 2010 21:29:58 +0100</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">tv-tipp-alles-fauler-zauber</guid>
  <description>&lt;h2&gt;Das Übersinnliche auf dem Prüfstand&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Das SWR Fernsehen lieferte gerade in seiner Reihe &amp;bdquo;betrifft&amp;hellip;&amp;rdquo; den notwendigen 
&lt;a href=&quot;http://www.swr.de/betrifft/telepathie-wuenschelrute-psychokinese/-/id=98466/nid=98466/did=5967338/q7qi1u/index.html&quot; target=_blank&gt;Gegenentwurf zum Privat-TV&lt;/a&gt; á la &amp;bdquo;The Next Uri Geller&amp;rdquo;.
&lt;p&gt;&lt;blockquote&gt;Wissenschaftler haben eine Million US-Dollar Preisgeld ausgeschrieben, für denjenigen, der einen Beweis für übernatürliche Ereignisse erbringt. Denn für Wissenschaft und Menschheit wäre es ein riesiger Fortschritt, wenn endlich der Nachweis für Telepathie, Wünschelrutentechnik oder Psychokinese gelänge. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) führt deshalb regelmäßig Tests durch.[&amp;hellip;]&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Die Sendung ist zwar jetzt vorbei, aber sie wird am Dienstag auf &lt;a href=&quot;http://www.einsplus.de/&quot; target=_blank&gt;EinsPlus&lt;/a&gt; wiederholt. Und vielleicht wird sie auch bald in der Mediathek des SWR-Fernsehen online ansehbar sein.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/tv-tipp-alles-fauler-zauber#comments</comments>
  <category>Parapsychologie</category>
  <category>TV</category>
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