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  <link>http://www.ratioblog.de</link>
  <copyright>(C) Michael Hohner</copyright>
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  <description>Kritische Betrachtungen über Naturwissenschaften, Alternativmedizin, Alltagsmythen, Parawissenschaften und Wissenschaft in den Medien</description>
  <language>de-DE</language>
  <pubDate>Mon, 06 Feb 2012 09:11:53 +0100</pubDate>
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    <title>RatioBlog</title>
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  <title>RatioBlog</title>
<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/bullshit-bingo-alternativmedizin</link>
  <title>Bullshit-Bingo Alternativmedizin</title>
  <pubDate>Sun, 05 Feb 2012 11:55:45 +0100</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">bullshit-bingo-alternativmedizin</guid>
  <description>&lt;p&gt;Anstelle eines richtigen Blogposts, hier ein Bullshit-Bingo zum Thema &amp;bdquo;Alternativmedizin&amp;rdquo;.
&lt;p&gt;Wer die Spielregeln nicht kennt: Die Teilnehmer bekommen je einen Ausdruck der Bingokarte unten (zu diesem Zweck ergibt sich bei jedem Neuladen dieser Seite auch eine neue, zufällige Reihenfolge der Schlagworte!). Wenn über das Thema diskutiert wird und es fällt eines der genannten Schlagworte, dann streichen der Mitspieler das Feld durch. Wenn sich eine vertikale, horizontale oder diagonale Reihe von 4 Feldern ergibt, dann steht der Mitspieler auf und ruft laut &amp;bdquo;&lt;strong&gt;Bullshit!&lt;/strong&gt;&amp;rdquo; und hat gewonnen.
&lt;p&gt;
&lt;table class=bingo&gt;&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Gleiches mit Gleichem&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;bei mir funktionierts&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Paracelsus&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;chemische Keule&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Quanten&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;mehr zwischen Himmel und Erde&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Schulmedizin&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;nach meiner Erfahrung&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;ganzheitlich&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;feinstofflich&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;natürlich&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;altes Wissen&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;fernöstlich&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;traditionell&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;sanfte Medizin&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;wer heilt hat Recht&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/table&gt;

</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/bullshit-bingo-alternativmedizin#comments</comments>
  <category>Alternativmedizin</category>
  <category>Nur zum Spaß</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/2-klick-loesung-fuer-mehr-datenschutz</link>
  <title>2-Klick-Lösung für mehr Datenschutz</title>
  <pubDate>Thu, 15 Dec 2011 21:33:08 +0100</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">2-klick-loesung-fuer-mehr-datenschutz</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Ich habe gerade ein Update meiner Blogsoftware online gestellt. Diese präsentiert Buttons für soziale Netzwerke zunächst in einem inaktiven Zustand. Dadurch wird von den Servern dieser Dienste zunächst kein Code geladen und damit auch keine Daten dorthin übertragen. Erst mit einem Klick wird der Button aktiviert und kann wie gewohnt verwendet werden. Ein weiterer Klick auf den kleinen Schalter aktiviert diesen Dienst für die restliche Zeit der Session.
&lt;p&gt;
Wie üblich funktioniert diese Lösung mit allen Browsern, nur mit dem Internet Explorer hakt es etwas. Deshalb an dieser Stelle nochmal die Empfehlung, zu einem Browser zu wechseln, der standardkonform und weitgehend fehlerfrei ist, also &lt;strong&gt;nicht&lt;/strong&gt; Internet Explorer.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/2-klick-loesung-fuer-mehr-datenschutz#comments</comments>
  <category>Neuigkeiten</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/beweis-mir-doch-mal-das-gegenteil-oder-die-bequeme-umkehrung-der-beweislast</link>
  <title>Beweis mir doch mal das Gegenteil! Oder: Die bequeme Umkehrung der Beweislast</title>
  <pubDate>Thu, 01 Dec 2011 13:17:00 +0100</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">beweis-mir-doch-mal-das-gegenteil-oder-die-bequeme-umkehrung-der-beweislast</guid>
  <description>&lt;p&gt;Der folgende Text wurde durch eine &lt;a href=&quot;/entry/warum-tv-debatten-vergeudete-zeit-sind#c674&quot;&gt;kürzliche Kommentardiskussion&lt;/a&gt; mit einem Troll inspiriert. Statt mich mit Trolls und deren Sockenpuppen herumzustreiten, stelle ich das Ganze lieber gleich als Blogpost online:
&lt;p&gt;In Diskussionen über Alternativmedizin, über alle Formen von Übernatürlichem und dergleichen kommt schnell der Punkt, an dem die Verfechter solcher irrationaler Überzeugungen die Rationalisten auffordern:
&lt;blockquote&gt;Beweis mir doch mal, dass Akupunktur nicht funktioniert!&lt;/blockquote&gt;
oder
&lt;blockquote&gt;Beweis mir doch mal, dass diese Erscheinung kein Geist war!&lt;/blockquote&gt;
oder ähnliches.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Die Gründe, warum solche Aufforderungen abzulehnen sind, sind die folgenden: Beim Versuch eines solchen Beweises kommt man früher oder später an die Stelle, an der man die &lt;strong&gt;Nichtexistenz einer Sache beweisen&lt;/strong&gt; müsste. Man müsste also zweifelsfrei nachweisen, dass z.&amp;nbsp;B. das &amp;bdquo;Chi&amp;rdquo; oder eine &amp;bdquo;Lebensenergie&amp;rdquo; oder &amp;bdquo;Geister&amp;rdquo; nicht existieren und demzufolge die Grundlagen der davon abgeleiteten Behauptungen (&amp;bdquo;Akupunktur funktioniert&amp;rdquo;, &amp;bdquo;Geisterscheinungen sind real&amp;rdquo;, usw.) fehlen. Das Problem ist, dass ein solcher Beweis (im Sinn einer mathematisch-logischen Exaktheit) nicht möglich ist. In den empirischen Wissenschaften kann man allenfalls starke und stärkste Indizien finden, die die Nichtexistenz einer Sache extrem wahrscheinlich erscheinen lassen, jedoch nicht in allerletzter Konsequenz beweisen. Der objektiven Wahrheit kann man sich bestenfalls stark annähern, aber sie nicht 100%ig beweisen. So bleibt dann auch immer Raum für Zweifel, wenn nötig geäußert mit Hilfe des Arguments der &lt;a href=&quot;/entry/fehlschluss-15-unbegruendete-ausnahme-special-pleading&quot;&gt;unbegründeten Ausnahme&lt;/a&gt; oder des &lt;a href=&quot;/entry/fehlschluss-20-genetischer-persoenlicher-unglaube-umkehrschluss-konsequenz&quot;&gt;persönlichen Unglaubens&lt;/a&gt;:
&lt;blockquote&gt;Gut, man hat zwar keine anatomischen Strukturen gefunden, die den Meridianen entsprechen. Aber Meridiane sind nicht anatomisch sichtbar. Das Chi fließt anders.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Geister sind technisch nicht messbar.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Du hast zwar gezeigt, dass laut dieser (hochqualitativen) Studie Methode X unwirksam ist, aber das heißt ja nicht, dass das in einer anderen Bevölkerung auch so wäre.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Gut, diese Wünschelrutengänger beherrschen ihr Handwerk nicht, aber ich kenne einen, der kann das.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Dieser Studie glaube ich nicht.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Was jedoch beweisbar ist, ist die Existenz einer Sache. Wenn eine Sache existiert, dann ist es in der Regel auch einfach, starke Indizien dafür zu finden, auch für Esoteriker. Insbesondere kann auch gezeigt werden, dass davon abgeleitete Methoden tatsächlich funktionieren.
&lt;p&gt;
Was aber meistens passiert, ist dass Esoteriker starke und stärkste Indizien gegen ihre postulierten Phänomene ohne gute Begründung ablehnen und stattdessen von ihren Argumentationsgegnern das Unmögliche verlangen, nämlich den endgültigen Beweis einer Nichtexistenz. Umgekehrt akzeptieren sie selbst schwächste Indizien (unkontrollierte, kleine Studien, Anekdoten, &amp;bdquo;habe ich selbst gesehen&amp;rdquo;), solange diese nur ihre eigenen Überzeugungen bestätigen.
&lt;p&gt;
Auf eine solche bequeme Umkehrung der Beweislast sollten sich Rationalisten nicht einlassen. Es wäre vergebliche Mühe. Nach wie vor sollte gelten: Wer außergewöhnliche Behauptungen aufstellt, muss auch selbst außergewöhnliche Nachweise dafür liefern. Wer also weiter behaupten will, &lt;a href=&quot;/entry/bei-vollmond-werden-besonders-viele-kinder-geboren&quot;&gt;dass bei Vollmond die Geburtenrate steigt&lt;/a&gt;, obwohl es dafür keinen plausiblen Mechanismus gibt, und obwohl konkrete Nachforschungen dies nicht bestätigen konnten, muss dies auch anhand von aussagekräftigen Daten belegen. Blumig formulierte Ausflüchte, eine größere Anzahl an Konjunktiven und ein &amp;bdquo;glaub ich nicht&amp;rdquo; reichen dafür nicht aus.
&lt;p&gt;
Übrigens halte ich einen unsichtbaren Wolpertinger als Haustier. Unglaubwürdig? Beweis mir doch mal das Gegenteil!
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;
Vertiefendes Material:
&lt;p&gt;
&lt;div class=bookinfo&gt;Karl Popper
Ausgewählte Texte zur Erkenntnistheorie, Philosophie der Naturwissenschaften, Metaphysik, Sozialphilosophie
UTB, Stuttgart
ISBN 978-3825220006
&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/gp/product/3825220001&quot; class=external&gt;Amazon.de&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/beweis-mir-doch-mal-das-gegenteil-oder-die-bequeme-umkehrung-der-beweislast#comments</comments>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/pseudowissenschaft-bei-der-langen-nacht-der-wissenschaften</link>
  <title>Pseudowissenschaft bei der &amp;bdquo;Langen Nacht der Wissenschaften&amp;rdquo;</title>
  <pubDate>Mon, 17 Oct 2011 07:36:36 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">pseudowissenschaft-bei-der-langen-nacht-der-wissenschaften</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/lndw11.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;
In einer ganzen Reihe von Städten und Regionen gibt es mittlerweile Veranstaltungen einer &lt;strong&gt;&amp;bdquo;Langen Nacht der Wissenschaften&amp;rdquo;&lt;/strong&gt;. Universitäten und andere Hochschulen, Forschungsinstitute, Unternehmen und z.&amp;nbsp;B. auch Krankenhäuser öffnen an einem langen Abend ihre Labore für die Öffentlichkeit und bringen der Bevölkerung ihre Arbeit näher, mit Vorträgen und Demonstrationen. Gerade Technologieunternehmen betreiben strenggenommen oft keine oder nur am Rande Wissenschaft. Aber das &amp;bdquo;dynamische Duo&amp;rdquo; Wissenschaft und Technologie arbeitet eng zusammen und befruchtet sich gegenseitig: Neue Ergebnisse der Wissenschaft werden in neue Technologie umgesetzt, und neue Technologie unterstützt und ermöglicht neue Wissenschaft. Deswegen darf man den Titel der Veranstaltung hier nicht allzu wörtlich nehmen. Mit einer gewissen Verwunderung kann man aber schon aufnehmen, wenn das Programm mit Veranstaltungen unterfüttert wird, die eindeutig fern von Wissenschaft und eher kultureller Art sind. Aber das ist wohl wie der Getränkestand bei einer Musikveranstaltung: ist keine Musik, gehört aber irgendwie dazu. Was man jedoch nicht mehr mit einem Schulterzucken ignorieren kann, und was richtiggehend ärgert, ist wenn sich ausgewachsene &lt;strong&gt;Pseudowissenschaften&lt;/strong&gt; ins Programm mogeln und den Windschatten der echten Wissenschaften für sich nutzen wollen.
&lt;p&gt;
So auch bei der &lt;a href=&quot;http://nacht-der-wissenschaften.de/2011/index.php&quot; class=external&gt;&amp;bdquo;Langen Nacht der Wissenschaften&amp;rdquo;&lt;/a&gt; in der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen am 22.&amp;nbsp;Oktober 2011. Im Programmheft finden sich hier die folgenden höchst zweifelhaften Angebote:&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;

&lt;h2&gt;NLP&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Das Künstlerhaus K4 hat, wie schon vor zwei Jahren,
&lt;a href=&quot;http://nacht-der-wissenschaften.de/2011/ansicht.php?id=1081&quot; class=external&gt;gleich eine ganze Reihe von Vorträgen&lt;/a&gt; zum Thema &lt;strong&gt;Neurolinguistische Programmierung&lt;/strong&gt;, kurz NLP, im Programm. Da gibt es so originelle Themen wie &amp;bdquo;NLP und Finanzen&amp;rdquo; oder zu später Stunde &amp;bdquo;Flirten mit NLP&amp;rdquo;. Nach den Vortragstiteln zu urteilen wird man durch NLP scheinbar schlau, reich, lustig, überzeugend, gesund und sexy.
&lt;p&gt;
NLP ist die Idee, dass man durch eine bestimmte &amp;ndash; manche würden sagen, agressive &amp;ndash; Form der Gesprächsführung eine Dominanz über sein Gegenüber erreichen kann, von der aus man seine eigenen Ziele durchsetzen kann, z.&amp;nbsp;B. um einen Verkaufsabschluss zu erreichen.
&lt;p&gt;
Das alles basiert angeblich auf solider Neurowissenschaft. Seltsam nur, dass in den entsprechenden Lehrstühlen der Universitäten NLP kein Thema ist. NLP ist weder Lehrinhalt noch Forschungsgegenstand an den Hochschulen. In der wissenschaftlichen Literatur wird NLP hauptsächlich kritisch beurteilt. Fundierte Nachweise zur Wirksamkeit der Methode fehlen. Auch die Entstehungsgeschichte von NLP birgt einige auffällige Warnzeichen. NLP wurde in den 1970er Jahren vom Psychologiestudenten Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder aus Gesprächsprotokollen von Psychotherapiesitzungen &amp;bdquo;destilliert&amp;rdquo;. Sie formulierten daraus die grundlegenden Theorien der NLP. Statt aber, wie sonst in der Wissenschaft üblich, diese Theorien in der Fachwelt zu diskutieren und schlüssig auf Richtigkeit überprüfen zu lassen, begannen Sie mehr oder weniger sofort, NLP als neue Therapie- und Selbsthilfemethode zu vermarkten und Bücher, Kurse und Weiterbildungen an Verkäufer, Manager und New-Ager zu verkaufen. Die fehlende Wissenschaftlichkeit war dabei kein Hindernis.
&lt;p&gt;
Am Ende ist NLP nicht mehr als eine aufdringliche Form der Kommunikation. NLP hat keine soliden wissenschaftlichen Grundlagen, und die größten Erfolge der NLP im richtigen Leben scheinen zu sein, Seminare und Bücher zum Thema NLP an den Mann oder an die Frau zu bringen.

&lt;h2&gt;Life Kinetik&amp;reg;&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im &amp;bdquo;Haus der Athleten&amp;rdquo; wird &lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://nacht-der-wissenschaften.de/2011/ansicht.php?id=1320&quot; class=external&gt;Life Kinetik&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt; vorgestellt, mit dem Motto &amp;bdquo;Wahrnehmung + Gehirnjogging + Bewegung = mehr Leistung&amp;rdquo;. Es bleibt einigermaßen schwammig, was bei der Veranstaltung genau passiert. Bei der Recherche findet man aber sofort etliche rote Fähnchen:
&lt;p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Schon das &amp;reg; hinter dem Namen gesehen? Ja, der Name der Methode ist ein eingetragenes Warenzeichen. Offensichtlich steht hier nicht die Methode an sich im Vordergrund, sondern der kommerzielle Schutz derselben. Schonmal einen Vortrag zu &amp;bdquo;Schwerkraft&amp;reg;&amp;rdquo; oder auch &amp;bdquo;Kniearthroskopie&amp;reg;&amp;rdquo; gesehen? Nein?
&lt;li&gt;Auf der Homepage von Life Kinetik&amp;reg; findet man wenig Wissenschaft (genaugenommen: keine), dafür aber die üblichen Hurrah-Statements von Prominenten (man könnte auch sagen, die &amp;bdquo;Parade der Leichtgläubigen&amp;rdquo;).
&lt;li&gt;Man ist sich nichtmal zu blöd, die ältesten Psycho-Mythen aufzuwärmen, z.&amp;nbsp;B. &amp;bdquo;Jeder Mensch nutzt seine 100 Milliarden Gehirnzellen anders, aber keiner schöpft die riesigen Möglichkeiten auch nur annähernd aus.&amp;rdquo; Klingt nach &amp;bdquo;wir nutzen nur 10% unseres Gehirns&amp;rdquo;? Ist auch der gleiche Unsinn.
&lt;li&gt;Angeblich muss man nur 1 Stunde in der Woche irgendwelche Übungen durchführen, um das &lt;strong&gt;&amp;bdquo;Gehirn zu optimieren&amp;rdquo;&lt;/strong&gt;, alles ohne anstrengende Wiederholung von Bewegungen. Und das hilft dann in allen Lebensbereichen, nicht nur im Sport.
&lt;li&gt;Es ist von &lt;strong&gt;&amp;bdquo;Gehirnjogging&amp;rdquo;&lt;/strong&gt; die Rede, also von der Idee, man könnte durch das Lösen von ein paar simplen mentalen Aufgaben die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit oder sogar die körperliche Leistung steigern. In Wirklichkeit wird man lediglich besser im Lösen von genau den Arten von Aufgaben, die man trainiert hat. Diese Verbesserung überträgt sich kaum bis gar nicht auf das Lösen andersartiger mentaler Aufgaben, und schon gar nicht auf eine körperliche Leistungssteigerung.
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;
Alles in allem riecht das stark nach einer Variante von &lt;strong&gt;Edu-Kinestetik&lt;/strong&gt;, einem pseudowissenschaftlichen bis esoterischen Konzept. Diese hat keine wissenschaftlichen Grundlagen, und konkrete Wirksamkeitsnachweise fehlen. Wieder scheint der größte Erfolg der Methode im wahren Leben zu sein, Kurse und Franchise-Lizenzen über eben diese Methode in klingende Münze umzusetzen.
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Die &amp;bdquo;Lange Nacht der Wissenschaften&amp;rdquo; ist im Prinzip eine tolle Veranstaltung. Die Organisatoren sollten sich aber beim nächsten Mal etwas genauer anschauen, wen sie in den Katalog aufnehmen. Besuchern rate ich, sich an die echten Wissenschaften zu halten. Sonst stellt man vielleicht enttäuscht fest, dass es bei der Musikveranstaltung nicht nur einen Getränkestand gibt, sondern dass der Typ auf der Bühne nur Luftgitarre spielt.
&lt;hr&gt;
&lt;h2&gt;Weiterführendes Material:&lt;/h2&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Scott O. Lilienfeld, Stephen Jay Lynn, John Ruscio, Barry L. Beyerstein: 50 Great Myths of Popular Psychology
&lt;li&gt;Christopher Chabris, Daniel Simons: The Invisible Gorilla, and other ways our intuition deceives us
&lt;li&gt;Ben Goldacre: Bad Science
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2011/09/brain-gym-an-der-uni-wien-ein-offener-brief.php&quot; class=external&gt;Brain Gym an der Uni Wien: ein offener Brief (Kritisch gedacht)&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=NLP&quot; class=external&gt;NLP auf Esowatch&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://skeptoid.com/episodes/4155&quot; class=external&gt;Skeptoid-Episode zu NLP (englisch)&lt;/a&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Kinesiologie&quot; class=external&gt;Kinesiologie&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Edu-Kinestetik&quot; class=external&gt;Edu-Kinestetik&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Brain_Gym&quot; class=external&gt;Brain Gym&lt;/a&gt; auf Esowatch
&lt;/ul&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/pseudowissenschaft-bei-der-langen-nacht-der-wissenschaften#comments</comments>
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  <category>Pseudowissenschaft</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-20-genetischer-persoenlicher-unglaube-umkehrschluss-konsequenz</link>
  <title>Fehlschluss #20: ... und der ganze Rest</title>
  <pubDate>Tue, 16 Aug 2011 07:10:34 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-20-genetischer-persoenlicher-unglaube-umkehrschluss-konsequenz</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Im 20. Teil dieser Serie noch ein paar kleine Fehlschlüsse, für die sich jeweils ein eigener Blogbeitrag nicht lohnen würde:

&lt;h2&gt;Falscher Umkehrschluss&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Der &amp;bdquo;falsche Umkehrschluss&amp;rdquo; ist wieder ein formaler Fehlschluss. Der eigentlich korrekte Umkehrschluss lautet:
&lt;blockquote&gt;Aus &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; folgt immer &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;. Wenn nicht &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;, dann auch nicht &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt;.&lt;/blockquote&gt;&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Wenn aus &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; immer &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; folgt, dann kann man aus der Abwesenheit von &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; auch auf die Abwesenheit von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; schließen. Dieser Umkehrschluss wird zum Fehlschluss, wenn bei der Umkehrung &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; vertauscht werden:
&lt;blockquote&gt;Aus &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; folgt immer &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;. Wenn nicht &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt;, dann auch nicht &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Dies ist ein Fehlschluss, weil &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; auch aus anderen Prämissen als &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; folgen kann.
&lt;p&gt;
Beispiel für einen korrekten Umkehrschluss: &lt;blockquote&gt;Wer zu viel Schweinebraten isst, wird dick. Wer nicht dick ist, hat auch nicht zu viel Schweinebraten gegessen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Falscher Umkehrschluss: &lt;blockquote&gt;Wer zu viel Schweinebraten isst, wird dick. Wer nicht zu viel Schweinebraten isst, wird auch nicht dick.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Klingt bei oberflächlichem Lesen eher das falsche Beispiel richtig und das richtige Beispiel falsch oder verwirrend? Das wird dann wohl der Grund sein, warum Argumente mit diesem Fehlschluss so erfolgreich sind.

&lt;h2&gt;Genetischer Fehlschluss&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Beim &amp;bdquo;genetischen Fehlschluss&amp;rdquo; wird ein Argument alleine dadurch als wahr oder falsch angesehen, dass es aus einer bestimmten Quelle kommt oder auf eine bestimmte Weise zustande kam.
&lt;p&gt;
Beispiele:
&lt;blockquote&gt;Diese Studie wurde von der Pharmaindustrie mitfinanziert, da ist das Ergebnis bestimmt manipuliert.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Diese Aussage kommt von einem Kommunisten, das kann nur falsch sein.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Dies ist sehr ähnlich dem &lt;em&gt;Autoritätsargument&lt;/em&gt; (bei positiven Aussagen) oder dem &lt;em&gt;Vergiften des Brunnens&lt;/em&gt; (bei negativen Aussagen).

&lt;h2&gt;Argument aus persönlichem Unglauben&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;Ich kann nicht glauben, dass &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; wahr ist (implizit: &amp;hellip; und deshalb ist es nicht wahr).&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Dabei wird der Wahrheitsgehalt von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; meist nicht explizit angezweifelt oder gar widerlegt, aber dennoch ohne Begründung abgelehnt.
&lt;p&gt;
Auch große Geister sind vor diesem Fehlschluss nicht gefeit. Einsteins &lt;blockquote&gt;Gott würfelt nicht&lt;/blockquote&gt; ist in seiner ursprünglichen Form ein Argument aus persönlichem Unglauben:
&lt;blockquote&gt;Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns doch nicht näher. Jedenfalls bin ich überzeugt davon, dass der nicht würfelt.&lt;/blockquote&gt;
Oder anders formuliert:
&lt;blockquote&gt;Ich kann nicht glauben, dass es in der Natur echten Zufall gibt, auch wenn die Quantenmechanik genau das zeigt.&lt;/blockquote&gt;

&lt;h2&gt;Argument der erwünschten Konsequenz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Dieser Fehlschluss funktioniert wie folgt:
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; führt zu &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; (unabhängig davon, ob &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; wahr ist oder nicht). &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; ist erwünscht. Deshalb ist &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; wahr.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Auch die negative Variante des Arguments ist ein Fehlschluss:
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; führt zu &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; (unabhängig davon, ob &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; wahr ist oder nicht). &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; ist unerwünscht. Deshalb ist &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; falsch.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Ein solches Argument wird meist dann geführt, wenn die Wahrheit von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; angezweifelt oder sogar widerlegt wurde, die Folgen von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; jedoch beibehalten werden sollen und daher als Wahrheit von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; uminterpretiert werden.
&lt;p&gt;
Beispiel: &lt;blockquote&gt;Wenn sich Menschen alternativmedizinisch behandeln lassen, dann fühlen sie sich hinterher meist besser. Das Wohlbefinden der Patienten ist erstrebenswert. Daher ist die Alternativmedizin wirksam.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Oder deutlicher: &lt;blockquote&gt;Rosa Einhörner machen kleine Mädchen glücklich. Kleine Mädchen sollen glücklich sein. Deshalb existieren rosa Einhörner.&lt;/blockquote&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Hiermit endet vorerst diese Serie. Vielleicht folgen irgendwann weitere Teile zu exotischeren Fehlschlüssen, wenn sich die Gelegenheit bietet.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-20-genetischer-persoenlicher-unglaube-umkehrschluss-konsequenz#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-19-das-galileo-gambit</link>
  <title>Fehlschluss #19: Das Galileo-Gambit</title>
  <pubDate>Thu, 11 Aug 2011 10:03:35 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-19-das-galileo-gambit</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Man kennt das: Eine abenteuerliche Behauptung wurde aufgestellt. Gute Belege fehlen. Die Behauptung wird widerlegt. Der ursprüngliche Behaupter ist uneinsichtig und verheddert sich in der Diskussion in Fehlschlüssen. Bleibt als letzter Ausweg das Galileo-Gambit:
&lt;blockquote&gt;Über Galileo haben sie früher auch gelacht, und ihr wisst ja, wie das ausging.&lt;/blockquote&gt;&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
&lt;table class=picframe align=left&gt;
&lt;caption align=bottom&gt;Galileo Galilei is not impressed&lt;/caption&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/galileo.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Hier wird impliziert, dass eine Ansicht, der heftig widersprochen wird, am Ende doch richtig ist. Das ist ein &lt;em&gt;Non Sequitur&lt;/em&gt;. Tatsächlich ist es wahrscheinlicher, dass eine Tatsachenbehauptung, die weitgehend Widerspruch aus der Fachwelt erntet, letztlich falsch ist. Unabhängig von solchen Wahrscheinlichkeitsüberlegungen muss aber das Argument auf seinen eigenen Beinen stehen können. Ein Nachweis von Richtigkeit muss über interne Konsistenz und Belege erfolgen, nicht über Rezeption. Galileo hatte diese Belege, und der Widerstand gegen ihn erwuchs nicht aus der Ansicht, seine Erkenntnisse wären falsch.
&lt;p&gt;
Davon abgesehen zeugt es von einer gewissen Hybris, sich mit verqueren Ansichten auf die Stufe von Galileo setzen zu wollen.
&lt;p&gt;
Wenn also bald wieder ein Galileo-Gambit gespielt wird, dann hätte ich da eine passende Antwort:
&lt;blockquote&gt;Ja, und über Bozo den Clown hat man auch gelacht.&lt;/blockquote&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-19-das-galileo-gambit#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-18-argument-des-althergebrachten-traditionsargument</link>
  <title>Fehlschluss #18: Argument des Althergebrachten, Traditionsargument</title>
  <pubDate>Mon, 08 Aug 2011 09:08:53 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-18-argument-des-althergebrachten-traditionsargument</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Das Traditionsargument hat in etwa die folgende Form:
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; hat eine lange Tradition oder wird lange angewendet, also ist &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; richtig bzw. funktioniert.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Wie auf das &amp;bdquo;Popularitätsargument&amp;rdquo; trifft man auch auf das Traditionsargument häufig in Diskussionen über Alternativmedizin, nicht selten in Kombination.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Hier wird &amp;bdquo;altes Wissen&amp;rdquo; als vollwertiger Ersatz für klinische Studien gehandelt. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich dieses alte Wissen aber häufig als Vermutung oder Nichtwissen, weil es kaum überprüft wurde. Testet man die Mittel und Methoden der westlichen und östlichen Volksmedizin systematisch und mit rigorosen Standards, reduziert sich deren Wirksamkeit meist auf Placeboeffekte. Ab und an trifft man auch auf handfeste Nebenwirkungen, die lediglich nicht so massiv sind, dass sie in der alltäglichen Anwendung sofort auffallen, aber dennoch groß genug sind, um von diesen Methoden abraten zu müssen.
&lt;p&gt;
Beispiel:
&lt;blockquote&gt;Qigong, Akupunktur, Akupressur, Aromatherapie und traditionelle chinesische Medizin, das sind Sachen die seit Jahrhunderten, vielleicht sogar tausenden von Jahren funktionieren.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Leider funktioniert das alles nur so lange, bis man mal genauer hinschaut. Dann löst sich die Wirksamkeit in Luft auf.
&lt;p&gt;
Das Traditionsargument ist ein trotziges &amp;bdquo;haben wir immer schon so gemacht, wird schon nicht falsch sein&amp;rdquo;. Ohne objektive Nachweise ist es ein &lt;em&gt;Non Sequitur&lt;/em&gt;.
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-18-argument-des-althergebrachten-traditionsargument#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-17-falsche-aequivalenz</link>
  <title>Fehlschluss #17: Falsche Äquivalenz</title>
  <pubDate>Thu, 04 Aug 2011 08:14:31 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-17-falsche-aequivalenz</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Dieses Argument hat die folgende Form:
&lt;blockquote&gt;Aus &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; folgt &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;. &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt; ist wie &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt;. Also folgt aus &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt; ebenfalls &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Zum Fehlschluss wird so ein Argument, wenn &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt; nicht gleichzusetzen sind, insbesondere wenn es um den Aspekt geht, der die Folgerung &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; bedingt. Die Gleichsetzung von &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt; ist also eine spezielle Form der &amp;bdquo;falschen Prämisse&amp;rdquo;.
&lt;p&gt;
Beispiele: &lt;blockquote&gt;Das Wetter in diesem Sommer ist so kalt, wie kann es da eine globale Erwärmung geben?&lt;/blockquote&gt;&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Wetter sind die eher lokalen und kurzfristigen Bedingungen, Klima die eher weiträumigen oder globalen Bedingungen im längerfristigen bis langjährigen Durchschnitt. Ein kühler Sommer resultiert nicht unbedingt in einem kühlen Jahr, und ein kühler Sommer in einem Land widerspricht nicht dem Phänomen der globalen Klimaerwärmung.

&lt;blockquote&gt;Die Lebenserwartung war in der Steinzeit nur etwa 30 Jahre. Aber man hat Knochen von sehr alten Menschen gefunden. Wie kann das zusammenpassen?&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Lebenserwartung ist die durchschnittliche zu erwartende, restliche Lebenszeit einer Person eines bestimmten Alters (typischerweise bei der Geburt). Das ist nicht das Gleiche wie das maximale Lebensalter. In früheren Zeiten wurde die Lebenserwartung besonders durch die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit reduziert. Wer aber das Erwachsenenalter erreicht hatte, konnte durchaus mit einem langen Leben rechnen.

&lt;blockquote&gt;Die moderne Medizin ist unmenschlich, weil Ärzte kaum Zeit haben, sich um die Patienten zu kümmern.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Die Zeit, die Ärzte für die Patientenbetreuung aufwenden, hängt insbesondere von der Vergütung dieser Zeit ab, und diese wiederum insbesondere von der Gesundheitspolitik. Gesundheitspolitik ist aber nicht das Gleiche wie Medizin.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-17-falsche-aequivalenz#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-16-kreisfoermiges-argument</link>
  <title>Fehlschluss #16: Kreisförmiges Argument, Zirkelschluss</title>
  <pubDate>Wed, 03 Aug 2011 07:47:16 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-16-kreisfoermiges-argument</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Nach den ganzen informellen Fehlschlüssen wird nun wieder einmal ein formaler Fehlschluss behandelt. Wie der Name schon suggeriert, funktioniert das kreisförmige Argument in etwa so:
&lt;blockquote&gt;Aus &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; folgt &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;, aus &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; folgt &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt;, aus &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt; folgt &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt;.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;Die Kette von Folgerungen kann auch kürzer oder länger sein. Das Entscheidende ist, dass eine Folgerung wieder als Prämisse auftaucht, bzw. dass eine Prämisse auch eine spätere Folgerung ist. Das Problem eines solchen Arguments ist, dass die Kette von Folgerungen keine gesicherte Prämisse enthält. Eine Folgerung kann nicht aus sich selbst abgeleitet werden.
&lt;p&gt;
Beispiele: &lt;blockquote&gt;Die Bibel enthält die Wahrheit. Weil die Bibel das Wort Gottes ist. Sie ist das Wort Gottes, weil das in der Bibel steht.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Gentechnik ist zu wenig erforscht. Deshalb wird sie von einer Mehrheit in der Bevölkerung abgelehnt. Deshalb sollten Versuche mit gentechnisch veränderten Organismen stark eingeschränkt werden.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Ein solches Argument ist eventuell zu retten, wenn einer der Zwischenschritte durch eine gesicherte Prämisse ersetzt wird und es dann immer noch funktioniert. Wenn nicht, &amp;hellip;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-16-kreisfoermiges-argument#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-15-unbegruendete-ausnahme-special-pleading</link>
  <title>Fehlschluss #15: Unbegründete Ausnahme</title>
  <pubDate>Mon, 01 Aug 2011 10:11:58 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-15-unbegruendete-ausnahme-special-pleading</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Der Fehlschluss der unbegründeten Ausnahme ist verwandt mit dem &amp;bdquo;Verschieben des Torpfostens&amp;rdquo; bzw. &amp;bdquo;Kein echter Schotte&amp;rdquo;. Es wird hier aber ein Gegenbeleg für eine These nicht stillschweigend ignoriert oder als nicht zur allgemeinen Gruppe zugehörig deklariert. Stattdessen wird eine Ausnahme von einer allgemeinen Regel gemacht, z.&amp;nbsp;B. von einem Erkenntnisprozess, ohne diese Ausnahme schlüssig zu begründen. Auf diese Weise wird dann jeglicher Gegenbeleg von Vorneherein für ungültig erklärt, wenn er aus dieser allgemeinen Regel erwächst.
&lt;p&gt;
Wie dieser Fehlschluss funktioniert, wird mit folgenden Beispielen deutlicher:
&lt;blockquote&gt;Eine Aura kann mit technischen Mitteln nicht gemessen werden. Das kann nur ein geübter Auraheiler. Deshalb funktioniert Auramedizin trotzdem.&lt;/blockquote&gt;
&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;blockquote&gt;Die feinstofflichen Wirkungen der Homöopathie können nicht in klinischen Studien getestet werden. Deshalb sind die negativen Ergebnisse dieser Studien bedeutungslos.&lt;/blockquote&gt;

&lt;blockquote&gt;Andere Perpetuum Mobile funktionieren nicht, weil die Hauptsätze der Thermodynamik dagegen sprechen. Meine Maschine umgeht die Thermodynamik. Sie ist ein funktionierendes Perpetuum Mobile.&lt;/blockquote&gt;

&lt;blockquote&gt;Alle Drogen sind potentiell gesundheitsschädlich und suchterzeugend. Sie sollten deshalb nicht allgemein zugänglich sein. Aber Alkohol und Nikotin sind anders. Deshalb sind sie legal.&lt;/blockquote&gt;

Oder allgemeiner:
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; ist allgemein ein &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;. Aber &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; ist auch (nebensächlich) &lt;strong&gt;C&lt;/strong&gt;. Deshalb ist &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; kein &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;.&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;
Nicht jede Ausnahme einer Regel ist sofort ein Fehlschluss. Sie ist es nur dann, wenn die Ausnahme unbegründet oder schlecht begründet ist. Wenn eine Regel viele Ausnahmen hat, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie ungenau definiert oder zu stark vereinfacht formuliert ist.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-15-unbegruendete-ausnahme-special-pleading#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-14-naturalistischer-fehlschluss</link>
  <title>Fehlschluss #14: Naturalistischer Fehlschluss</title>
  <pubDate>Fri, 29 Jul 2011 08:06:14 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-14-naturalistischer-fehlschluss</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Der naturalistische Fehlschluss liegt vor, wenn von der Natürlichkeit der Prämissen auf die Richtigkeit der Folgerung geschlossen wird. Im sozialen Bereich werden so Normen postuliert, die alleine durch die natürliche Ausprägung der Prämissen bedingt sind.
&lt;p&gt;
Beispiel:
&lt;blockquote&gt;Männer sind von Natur aus stärker als Frauen, deshalb sollten sie auch ein größeres oder das alleinige Stimmrecht besitzen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Hier wird vom natürlichen &lt;em&gt;Sein&lt;/em&gt; unmittelbar das gesellschaftliche &lt;em&gt;Soll&lt;/em&gt; abgeleitet. Dieser Schluss ist unzulässig.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Auch außerhalb des sozialen Bereichs gibt es diesen Fehlschluss, den man vereinfacht so darstellen kann:
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; ist natürlich, &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; ist künstlich, also ist &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; zu bevorzugen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Die Werbung, Öko-Bewegung, Alternativmedizin, usw. sind heutzutage geradezu durchseucht mit diesem Fehlschluss. Man muss sich nur einmal ein paar Herstellerbeschreibungen für Lebensmittel anschauen, die das Wort &amp;bdquo;natürlich&amp;rdquo; enthalten. Diese operieren mit der Suggestion &amp;bdquo;natürlich&amp;nbsp;= gesund&amp;rdquo;. Bei genauerer Überlegung entpuppt sich das jedoch oft als falsch oder bedeutungslos und als reine Werbephrase.
&lt;p&gt;Rohe Kartoffeln sind natürlich, aber ungenießbar, gekochte Kartoffeln sind einen Schritt vom natürlichen Zustand entfernt, aber genießbar und nahrhaft. Rohes Fleisch (natürlich) ist schwer bekömmlich, gebratenes Fleisch (künstlich) ist leicht verdaulich. Natürliches Getreide ist kaum essbar. Getrocknet, gemahlen, vermengt mit anderen Stoffen und gebacken (alles künstlich) ergibt es das Grundnahrungsmittel Brot. Natürliche Weidenrinde ist nur mäßig schmerzlindernd und nicht gut verträglich. Isoliert man aber die wirksame Substanz, verändert sie chemisch, und synthetisiert man sie am Ende von Grund auf (ohne Beteiligung von Weiden), dann bekommt man das wirksame und besser verträgliche Schmerzmittel Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin. Blausäure, Uran, Rizin und EHEC sind alles Naturprodukte, und trotzdem sollte man sie besser nicht zu sich nehmen. Die Liste der Beispiele könnte ewig so weitergehen.
&lt;p&gt;
Die Natur ist nicht angetreten, um dem Menschen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Die Natur kümmert sich in erster Linie um sich selbst. Wenn Pflanzen interessante Stoffe erzeugen, tun sie das zuerst zu ihrem eigenen Vorteil, z.&amp;nbsp;B. um Fressfeinde abzuwehren. Nur durch Zufall ergeben sich daraus Nutzungsmöglichkeiten als Medikament für den Menschen. In anderen Fällen werden durch menschliche Eingriffe gezielt diese Stoffe wieder weggezüchtet, um eine Pflanze als Nahrung für Menschen genießbar zu machen. Praktisch keine Nahrungspflanze für Menschen kommt in der heutigen Form in der Natur vor. Selbst das, was der Ökolandbau als &amp;bdquo;natürlich&amp;rdquo; bezeichnet, ist das Ergebnis der gezielten Manipulation von Generationen von menschlichen Züchtern.
&lt;p&gt;
Wenn ein Produkt oder Verfahren alleine oder vor allem mit dem Wort &amp;bdquo;natürlich&amp;rdquo; angepriesen wird, sollten die Gegenfragen sofort &amp;bdquo;aber funktioniert es auch?&amp;rdquo;, &amp;bdquo;was ist der Unterschied zum künstlichen &lt;strong&gt;X&lt;/strong&gt;?&amp;rdquo;, &amp;bdquo;ist das &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; natürlich?&amp;rdquo; und &amp;bdquo;wenn ja, wollen wir das dann auch so?&amp;rdquo; lauten.
&lt;p&gt;
Noch mehr Beispiele:
&lt;blockquote&gt;Jetzt mit natürlichem Koffein.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Mit der natürlichen Kraft des Ginkgo sorgt [&amp;hellip;] gleich dreifach für weniger Vergesslichkeit und mehr geistige Leistungsfähigkeit.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Im Krankheitsfall bevorzugt der Bio-Bauer Naturheilverfahren.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Eine Erkrankung ist der natürlich Weg, wie Kinder immun gegen Kinderkrankheiten werden.&lt;/blockquote&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-14-naturalistischer-fehlschluss#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-13-falsche-faehrte</link>
  <title>Fehlschluss #13: Falsche Fährte</title>
  <pubDate>Wed, 27 Jul 2011 07:32:47 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-13-falsche-faehrte</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
In einem Krimi oder auch bei einem realen Kriminalfall wird gerne mal eine falsche Fährte gelegt. Da werden Beweisstücke manipuliert oder Hinweise so platziert, dass die Ermittlungen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Die Beweise erscheinen schlüssig, aber sie lenken den Verdacht auf die falsche Person. Die Fährte führt vom wahren Täter weg, der dann Zeit gewinnt (und der Krimiautor erreicht einen längeren Spannungsbogen), und durch die gestiftete Verwirrung entkommt er am Ende vielleicht (bzw. wird er im Krimi erst nach einer überraschenden Wendung entlarvt).
&lt;p&gt;
Auch in einer Argumentation gibt es falsche Fährten.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Dies sind Argumente, die logisch und faktisch korrekt sind. Sie bringen die Gegenseite dazu, der eigenen Argumentation zuzustimmen. Auch beim Publikum entsteht der Eindruck, der Führer des Arguments habe Recht. Die Fährte ist aber dann falsch, wenn diese Argumente weder Widerspruch noch Zustimmung zu den Gegenargumenten sind. Sie tragen zum eigentlichen Diskussionsthema nichts bei, sondern lenken lediglich ab, verwässern die Diskussion und helfen über die anschließenden &lt;em&gt;Non sequitur&lt;/em&gt; hinweg.
&lt;p&gt;
Beispiel: &lt;blockquote&gt;Die Schulmedizin kann nicht jede Krankheit heilen. Und in Krankenhäusern sterben eine Menge Menschen an fehlerhafter Behandlung. Deshalb ist die Alternativmedizin sinnvoll.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Die ersten beiden Aussagen sind völlig korrekt. Sie sind gleichzeitig auch völlig irrelevant in einer Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Alternativmedizin. Der Sinn der Alternativmedizin ergibt sich aus deren Wirksamkeit und Effizienz, nicht daraus, ob die &amp;bdquo;Schul&amp;rdquo;medizin bereits alle Krankheiten heilen kann oder nicht. Die beiden korrekten Aussagen bereiten lediglich den Boden für eine Zustimmung zur dritten Aussage.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-13-falsche-faehrte#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-12-autoritaetsargument</link>
  <title>Fehlschluss #12: Autoritätsargument</title>
  <pubDate>Mon, 25 Jul 2011 07:51:17 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-12-autoritaetsargument</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Wer hat das Folgende oder Ähnliches wohl noch nicht gehört:
&lt;blockquote&gt;Hohe Dosen von Vitamin C schützen vor Erkältungen. Das sagt Linus Pauling, und der ist zweifacher Nobelpreisträger.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Hier wird aus der wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Stellung des Argumentierenden auf die Richtigkeit des Arguments geschlossen. Dies ist ein voreiliger Schluss, denn auch Autoritäten irren sich regelmäßig. Selbst Experten auf eine bestimmten Fachgebiet müssen überprüfbare Belege vorlegen, damit ihre Schlussfolgerungen akzeptiert werden. Wenn, wie im obigen Beispiel, zwar eine Autorität gegeben ist, aber auf einem anderen Fachgebiet (Pauling erhielt seinen Chemie-Nobelpreis nicht für die Erforschung des Vitamin C, und sein zweiter war der Friedens-Nobelpreis), dann sind erst recht schlüssige Belege erforderlich.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Besonders schwach wird das Autoritätsargument, wenn die vorgebliche Autoritätsperson nicht einmal im Ansatz ein Experte im betreffenden Gebiet ist:
&lt;blockquote&gt;Prinz Charles befürwortet die Homöopathie. Deshalb ist sie wirksam.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Alleine Charles' gesellschaftliche Stellung kann die vernichtende Nachweislage gegen die Wirksamkeit der Homöopathie nicht aufwiegen.
&lt;p&gt;
Dennoch scheint das Autoritätsargument beim sozialen Lebewesen &lt;em&gt;Homo sapiens&lt;/em&gt; regelmäßig zu funktionieren. Nicht ohne Grund wird Werbung für Produkte und Dienstleistungen häufig mit Prominenten gemacht und praktisch nie mit Wirksamkeitsnachweisen oder Kosten-Nutzen-Studien.

&lt;h2&gt;Das umgekehrte Autoritätsargument&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Auch die Umkehrung des Autoritätsarguments ist ein Fehlschluss. Wenn jemand &lt;em&gt;keine&lt;/em&gt; Autorität in einem bestimmten Fachgebiet ist, heißt das auch nicht automatisch, dass dessen Argumente falsch sind. Wieder entscheiden hier die Belege und die Logik, ob ein Argument richtig ist oder nicht. Wenn eine Argumentation auf falschen Voraussetzungen oder fehlerhafter Logik basiert, kann sie auch von Nicht-Fachleuten in dem betreffenden Gebiet widerlegt werden.
&lt;p&gt;
Beispiele:
&lt;blockquote&gt;Wie kannst du etwas über Impfungen gegen Kinderkrankheiten sagen, wenn du selbst keine Kinder hast!?&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Eigene Kinder erhöhen vielleicht die Kompetenz im Elternsein, aber sicher nicht die Kompetenz, die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Impfungen zu verstehen und abzuwägen. Die Studienlage ändert sich nicht dadurch, dass man eigene Kinder hat.
&lt;p&gt;
Oder:
&lt;blockquote&gt;Du hast ja keine Ausbildung in Homöopathie, deshalb kannst du deren Wirksamkeit gar nicht beurteilen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Auch hier würde ein Auswendiglernen von Hahnemanns &amp;bdquo;Organon&amp;rdquo; nichts an der Studienlage ändern.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-12-autoritaetsargument#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-11-popularitaetsargument</link>
  <title>Fehlschluss #11: Popularitätsargument</title>
  <pubDate>Fri, 22 Jul 2011 14:33:35 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-11-popularitaetsargument</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Sehr weit verbreitet ist das Argument der Form
&lt;blockquote&gt;Die Ansicht &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; ist weit verbreitet, deshalb ist sie richtig.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Konkreter, z.&amp;nbsp;B. in der Alternativmedizin, ist dieses Argument
&lt;blockquote&gt;Das Mittel oder Verfahren wird von vielen angewendet, also ist es wirksam.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Diesem Fehlschluss liegt die Annahme zugrunde, dass etwas, was so verbreitet ist, ja nicht falsch sein kann. Wirksamkeit von z.&amp;nbsp;B. Medizin wird aber nicht durch Beliebtheit ermittelt, sondern durch klinische Prüfungen, epidemiologische Studien, etc. Die Medizingeschichte ist voll von Methoden, die äußerst beliebt waren und sich auch lange gehalten haben, die sich bei genauerer Prüfung aber doch als wirkungslos oder sogar schädlich herausgestellt haben.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Paradebeispiel ist der Aderlass, der über Jahrhunderte bei einer großen Anzahl von Krankheiten praktiziert wurde, der aber wahrscheinlich keinem Patienten jemals geholfen, aber in einigen Fällen wohl sogar das Leben gekostet hat.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;
&lt;p&gt;
Das Popularitätsargument belegt nichts, außer dass die beschriebene Ansicht eben weit verbreitet ist. Wer alleine mit Popularität argumentiert, sagt letztlich nur &amp;bdquo;eine Million Fliegen können nicht irren&amp;rdquo;.

&lt;h2&gt;Wissenschaftlicher Konsens&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Wenn in einer Diskussion die Sprache auf den wissenschaftlichen Konsens kommt, dann hört man oft, dass dieser doch auch nur ein Popularitätsargument sei und damit keinen guten Beleg darstelle. Da gibt es jedoch ein paar entscheidende Unterschiede:
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Der Konsens wird nicht durch eine Abstimmung über pure Meinung ermittelt. Er stützt sich auf Sachbelege. Wer nicht auf den Konsens verweisen will, kann sich stattdessen auf die zugrundeliegenden Belege stützen. Beim klassischen Popularitätsargument dagegen fehlen auch die Sachbelege, oder sie sind unzureichend.
&lt;li&gt;Der Konsens wird nicht von der Allgemeinheit bestimmt, sondern von Experten im jeweiligen Fachgebiet. Diese sind am ehesten in der Lage, die Sachbelege zu verstehen und zu bewerten. Sie wissen um die Beweiskraft der Belege, und auch um die vielen Wege, wie schwache Belege eine Beweiskraft nur vortäuschen können.
&lt;/ol&gt;

&lt;hr&gt;
&lt;ol class=references&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref1&quot;&gt;Prominentester Fall ist der von George Washington. Während einer schweren Erkältung wurde ihm durch wiederholte Aderlässe beinahe die Hälfte seines Blutes abgezapft, wodurch er am Ende geschwächt und dehydriert starb.&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-11-popularitaetsargument#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-10-pappkamerad-strohmann</link>
  <title>Fehlschluss #10: Argument gegen Pappkameraden</title>
  <pubDate>Thu, 21 Jul 2011 08:15:45 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-10-pappkamerad-strohmann</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Soldaten üben den bewaffneten Kampf in einem Gefecht gegen Pappkameraden, also Figuren aus Pappe oder Holz mit menschlichen Konturen. Da sich diese kaum bewegen und keinen Widerstand leisten, gewinnen die echten Soldaten diesen Kampf immer.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref1&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;
&lt;p&gt;
Beim Argument gegen einen Pappkameraden wird die Argumentation der Gegenseite in einer Weise verkürzt oder sogar falsch dargestellt, dass man selbst leicht dagegenhalten kann und mit einer einfachen Widerlegung den Kampf gewinnt. Dieses Argument ist ein Fehlschluss, weil das widerlegte Argument so nicht gemacht wurde. Es ist also eine Spezialform des Fehlschlusses der falschen Prämisse.
&lt;p&gt;
Beispiele:&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Evolutionstheorie sagt, dass die Lebewesen sich zufällig so entwickelt haben. Das ist aber extrem unwahrscheinlich und unplausibel. Deshalb ist die Evolutionstheorie falsch und die Schöpfungstheorie richtig.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
In der Evolutionstheorie sind nur Mutationen zufällig. Die daran ansetzende Selektion, die letztlich die Richtung der Entwicklung bestimmt, ist absolut nicht-zufällig.
&lt;p&gt;
Oder:
&lt;blockquote&gt;Die Evolutionstheorie sagt, dass eine Art aus einer anderen Art entstehen kann. Man hat aber noch nie beobachtet, dass ein Hund eine Katze zur Welt bringt. Deshalb ist die Evolutionstheorie falsch.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;caption align=bottom&gt;Kampf gegen Pappkameraden: einfach.&lt;/caption&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/papp_shoot.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Auch hier sagt die Evolutionstheorie keinesfalls, dass aus einer modernen Form in einem einzigen Schritt eine komplett andere moderne Form entstehen kann. Sie besagt stattdessen, dass Hunde und Katzen gemeinsame Vorfahren hatten, aus denen sich die modernen Formen in kleinen Schritten entwickelt und sich voneinander entfernt haben. Die Erwartung, dass ein Hund eine Katze zur Welt bringen könnte, beruht auf einer Falschdarstellung der Evolutionstheorie.&lt;sup&gt;&lt;a href=&quot;#xref2&quot;&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;
&lt;p&gt;
Wer ein Argument der Gegenseite widerlegen will, muss sich schon die Mühe machen, das Argument zu verstehen. Wer es nicht verstehen kann oder will und trotzdem beim Publikum punkten will, greift zum Argument gegen Pappkameraden.
&lt;hr&gt;
&lt;ol class=references&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref1&quot;&gt;Im englischen Sprachraum sind oder waren wohl eher Strohpuppen als Übungsgegner üblich, weswegen der Fehlschluss im Englischen &amp;bdquo;argument against straw man&amp;rdquo; heißt. Das wird im Deutschen oft etwas zu wörtlich mit &amp;bdquo;Strohmann-Argument&amp;rdquo; übersetzt, obwohl im Deutschen &amp;bdquo;Strohmann&amp;rdquo; eine etwas andere Bedeutung hat. Meiner Meinung nach ist &amp;bdquo;Argument gegen Pappkameraden&amp;rdquo; im Deutschen das treffendere Bild.&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a name=&quot;xref2&quot;&gt;Die Kreationisten sind wahre Meister im Aufstellen von Pappkameraden, weshalb man dort einen reichen Schatz von Beispielen findet.&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-10-pappkamerad-strohmann#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-9-vergiften-des-brunnens</link>
  <title>Fehlschluss #9: Vergiften des Brunnens</title>
  <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 08:03:30 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-9-vergiften-des-brunnens</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Das &amp;bdquo;Vergiften des Brunnens&amp;rdquo; ist ein präventives &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt;. Hier wird nicht dem Argumentationsgegner selbst ein Makel angekreidet, sondern weiteren beteiligten Personen, oder das Wissenschaftsgebiet, die Philosophie oder das weitere Feld soll diskreditiert werden, so dass die Argumente, die daraus erwachsen, unglaubwürdig oder ablehnenswert erscheinen.
&lt;p&gt;
Im sozialen Bereich ist dies der Fehlschluss &amp;bdquo;Schuld durch Assoziation&amp;rdquo;.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Eine Ansicht wird alleine dadurch als falsch bezeichnet, weil andere, sozial geächtete Personen oder Gruppen (tatsächlich oder auch nur vorgeblich) die gleiche Ansicht vertreten haben.
&lt;p&gt;
Beispiele: &lt;blockquote&gt;Ein Co-Autor der Studie hat Forschungsgelder unterschlagen. Deshalb sind die Ergebnisse falsch.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Bevor man über die Sinnhaftigkeit des olympischen Fackellaufs diskutiert, muss man wissen, dass die Nazis diesen erfunden haben.&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Pharmaindustrie verdient Geld mit kranken Menschen. Deshalb sollten ihre Studien zur Wirksamkeit von Impfungen ignoriert werden.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Auch das Vergiften des Brunnens ist ein Ausweichmanöver, um nicht auf die Sachargumente selbst eingehen zu müssen.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-9-vergiften-des-brunnens#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-8-argumentum-ad-hominem</link>
  <title>Fehlschluss #8: Argumentum ad hominem</title>
  <pubDate>Tue, 19 Jul 2011 07:45:19 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-8-argumentum-ad-hominem</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
In einer rationalen Diskussion geht es immer um die Sache. Die Beteiligten sind eher nebensächlich. Auf ein Argument für oder gegen eine These folgt entweder Zustimmung oder ein Gegenargument, wieder für oder gegen eine These. Leider ändert sich oft die Diskussion, wenn einer Seite die Argumente ausgehen. Dann wird nicht mehr in der Sache, sondern gegen die Personen der Gegenseite argumentiert. Das &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt; (&amp;bdquo;gegen den Mensch&amp;rdquo;) hat die allgemeine Form:
&lt;blockquote&gt;Person &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; hat den Makel &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;, folglich sind ihre Argumente falsch.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Es ist unmittelbar einsichtig, dass das &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt; ein Fehlschluss ist. Der Makel &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; mag vorhanden sein. Aber wenn er keine unmittelbare Wirkung auf die Argumentation der Person hat, dann lässt sich daraus keine Richtigkeit oder Fehlerhaftigkeit der Argumente ableiten. Ob ein Argument richtig oder falsch ist, wird korrekterweise am Argument selbst festgemacht, nicht an der Person, die das Argument führt.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Das Sprichwort &lt;blockquote&gt;Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht&amp;hellip;&lt;/blockquote&gt; mag emotional nachvollziehbar sein, ist aber genaugenommen dieser Fehlschluss. Frühere Lügen sind sicher ein Anlass, aktuelle Aussagen genauer zu überprüfen. Aber sie lassen nicht automatisch darauf schließen, dass aktuelle Aussagen unwahr sind.
&lt;p&gt;
Noch deutlicher wird der Fehlschluss, wenn der angekreidete Makel nichts mit dem Argument zu tun hat, z.&amp;nbsp;B. &lt;blockquote&gt;Der Studienautor wurde einmal wegen Steuerhinterziehung angeklagt, deshalb sind die Studienergebnisse unglaubwürdig.&lt;/blockquote&gt;
oder auch, wenn der Makel nur ein scheinbarer ist, z.&amp;nbsp;B. &lt;blockquote&gt;Einstein war Jude, deswegen ist die Relativitätstheorie falsch.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Auch der beliebte Satz &lt;blockquote&gt;Du musst doch von &lt;strong&gt;X&lt;/strong&gt; bezahlt sein, damit du das sagst.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
ist nichts anderes als ein &lt;em&gt;Ad-hominem&lt;/em&gt;-Argument. Abgesehen davon, dass er meistens ohne jeden Nachweis ausgesprochen wird, lässt sich von den Einnahmequellen nicht automatisch der  Wahrheitsgehalt der Aussagen ableiten.
&lt;p&gt;
Wer nur ein &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt; führt, drückt sich davor, auf das eigentliche Sachargument einzugehen, oft aus gutem Grund.

&lt;h2&gt;Kein &lt;em&gt;Ad hominem&lt;/em&gt;&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;
Manche Leute fühlen sich schon bei Widerspruch oder Widerlegung ihrer Argumente persönlich angegriffen. Aber solange ein Argument gegen die Argumente der Gegenseite geht und nicht gegen die Person, dann liegt per Definition kein &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt; vor. Da spielt es keine Rolle, wie das Gegenargument emotional aufgenommen wird.
&lt;p&gt;
Ebenso ist es kein &lt;em&gt;Argumentum ad hominem&lt;/em&gt;, wenn in einer hitzigeren Auseinandersetzung ein Argument z.&amp;nbsp;B. als &amp;bdquo;dumm&amp;rdquo; bezeichnet wird, solange es ausdrücklich um das Argument geht. Selbstverständlich hat eine solche Aussage nur dann einen Wert, wenn gleichzeitig dargelegt wird, &lt;em&gt;warum&lt;/em&gt; das Argument dumm sein soll.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-8-argumentum-ad-hominem#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-7-kein-echter-schotte</link>
  <title>Fehlschluss #7: Kein echter Schotte</title>
  <pubDate>Sat, 16 Jul 2011 09:56:36 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-7-kein-echter-schotte</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Dieser Fehlschluss hat seinen Namen von folgendem Dialog bekommen, der den Fehlschluss beispielhaft darstellt:
&lt;blockquote&gt;&amp;bdquo;Alle Schotten sind tapfer.&amp;rdquo; &amp;ndash; &amp;bdquo;Aber ich kenne einen, der ist feige.&amp;rdquo; &amp;ndash; &amp;bdquo;Der ist kein echter Schotte. Echte Schotten sind nicht feige.&amp;rdquo;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
Hier wird also eine allgemeine Eigenschaft einer Gruppe (von Menschen oder Dingen) definiert. Wenn dann ein Gegenbeispiel genannt wird, das die Eigenschaft nicht aufweist, dann wird &amp;ndash; ohne gute Begründung &amp;ndash; das Beispiel aus der Gruppe ausgeschlossen, damit die ursprüngliche Aussage beibehalten werden kann. Damit wird vermieden, die Richtigkeit der ursprünglichen Aussage zu hinterfragen.
&lt;p&gt;
&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;caption align=bottom&gt;Echter Schotte oder nicht?&lt;/caption&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/schotte.jpg&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Dieser Fehlschluss ist eine speziellere Form des Verschieben des Torpfostens. Nach der allgemeinen Aussage &amp;bdquo;alle &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; sind &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt;&amp;rdquo; werden nach und nach alle &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt; ausgeschlossen, die nicht &lt;strong&gt;B&lt;/strong&gt; sind. Dadurch verliert die ursprüngliche Aussage letztlich an Sinn und Wert.</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-7-kein-echter-schotte#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/v-der-zweite-besuch</link>
  <title>V - Der zweite Besuch</title>
  <pubDate>Fri, 15 Jul 2011 07:33:23 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">v-der-zweite-besuch</guid>
  <description>&lt;p&gt;
Am Montag startet auf Pro&amp;nbsp;7 &lt;a href=&quot;http://www.prosieben.de/tv/v-die-besucher/story/&quot; class=external&gt;die Serie &amp;bdquo;V &amp;ndash; Die Besucher&amp;rdquo;&lt;/a&gt;. Die Story: Außerirdische landen scheinbar friedlich auf der Erde. Sie leben unter den Menschen und wollen ihnen technologischen Fortschritt verschaffen. In Wirklichkeit sind sie jedoch Reptilien in Menschengestalt, und sie haben durchaus Hintergedanken. Sie streben die Weltherrschaft an, wollen die Menschen versklaven, ihre Ressourcen ausbeuten und schließlich auch ein bisschen an ihnen knabbern.
&lt;p&gt;
Kommt die Geschichte bekannt vor?&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt; Damit meine ich nicht, dass die neue Serie nur ein Remake der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/V_%E2%80%93_Die_au%C3%9Ferirdischen_Besucher_kommen&quot; class=external&gt;Version aus den 1980er Jahren&lt;/a&gt; ist, an die sich die nicht mehr ganz so jungen unter uns vielleicht noch erinnern. Nein, was ich meine, ist dass es Leute gibt, die ganz ernsthaft glauben, dass genau das bereits in der Realität stattfindet: Die &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Reptiloide&quot; class=external&gt;Reptiloide&lt;/a&gt; haben bereits die Regierungen der Welt unterwandert, führende Personen ersetzt, und die Versklavung der Menschheit steht unmittelbar bevor.
&lt;p&gt;
Da fragt man sich natürlich unmittelbar, hat hier die Paranoia die Drehbuchautoren inspiriert, oder facht die Fiktion die Paranoia an? Fassen Verschwörungstheoretiker á la &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=David_Icke&quot; class=external&gt;David Icke&lt;/a&gt; die Fernsehserie wie eine Dokumentation auf? In alter Verschwörungsmanier werden sie bestimmt behaupten, dass die dahinterstehenden Szenarien natürlich real sind, und die Serie gezielt produziert wurde, um die Verschwörung sozusagen in der Öffentlichkeit zu verstecken. Denn wenn sie einmal als Fiktion bekanntgemacht wurde, wird kaum noch jemand ernsthafte Nachforschungen anstellen. Die klassische Taktik &amp;bdquo;Beweise gegen die Verschwörung sind Beweise für die Verschwörung&amp;rdquo; also.
&lt;p&gt;
Bleibt die Hoffnung der in der Realität Verbliebenen, dass wenigstens der Unterhaltungswert der Serie stimmt. Die Vorgängerversion verhedderte sich sich schnell in Nebenerzählsträngen. Das relativ schnelle Ende der Serie in den USA dämpft die Erwartungen doch ziemlich. Oder vielleicht ist die Serie ja der Wahrheit&amp;trade; zu nahe gekommen&amp;hellip;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/v-der-zweite-besuch#comments</comments>
  <category>TV</category>
  <category>Verschwörungstheorien</category>
</item>

<item>
  <link>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-6-verschieben-des-torpfostens</link>
  <title>Fehlschluss #6: Verschieben des Torpfostens</title>
  <pubDate>Thu, 14 Jul 2011 07:27:23 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink="false">fehlschluss-6-verschieben-des-torpfostens</guid>
  <description>&lt;table class=picframe align=right&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;img src=&quot;/blogimages/8/logik_collage.png&quot;&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;
Das Argument des &amp;bdquo;Verschieben des Torpfostens&amp;rdquo; funktioniert in etwa so:
&lt;blockquote&gt;&amp;bdquo;Es wurde kein Fossil zwischen Fischen und Amphibien gefunden, deshalb ist die Evolutionstheorie falsch.&amp;rdquo; &amp;ndash; &amp;bdquo;Hier ist Tiktaalik, eine Zwischenform.&amp;rdquo; &amp;ndash; &amp;bdquo;Aber es wurde kein Fossil zwischen Tiktaalik und Amphibien gefunden&amp;hellip;&amp;rdquo;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Ein Verschieben des Torpfostens liegt also vor, wenn man einen Beleg gegen eine These fordert, und, wenn er geliefert wird, diesen ohne guten Grund ignoriert und einen weiteren Beleg fordert.&lt;a name=&quot;summary&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p&gt;
Nicht jedes Ablehnen eines Gegenbelegs ist ein Verschieben des Torpfostens. Es kann durchaus gute Gründe geben, warum man einen Beleg ablehnt, z.&amp;nbsp;B. weil er einen ungültigen Vergleich darstellt, oder weil der Beleg bei genauerer Betrachtung der ursprünglichen These nicht widerspricht, oder weil er schlicht falsch ist. Nur wenn kein guter Ablehnungsgrund vorliegt und nur die Absicht verfolgt wird, die ursprüngliche These beizubehalten und das Spiel mit immer weiterem Verschieben des Torpfostens ewig weiterzuspielen, dann liegt ein Fehlschluss vor.
&lt;p&gt;</description>
 <comments>http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-6-verschieben-des-torpfostens#comments</comments>
  <category>Fehlschlüsse</category>
  <category>Grundlagen</category>
</item>

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