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14.
November
2009

13 Impf-Mythen

Geschrieben von Michael Hohner am 14. November 2009, 12:10:48 Uhr:

Zur Zeit ist die H1N1-Influenza ein großes Thema, und was man darüber und über Impfungen allgemein teilweise im Netz und in der Sensationspresse lesen muss lässt einem den Kopf schmerzen. Die schiere Masse von Fehl- und Desinformation ist erschreckend. Deshalb hier 13 weit verbreitete Mythen zu Impfungen:

Influenza (echte Grippe)

„Die H1N1-Impfung ist neu und ungetestet”

Das wesentliche neue am H1N1-Impfstoff Pandemrix sind die Antigene des neuen Influenzastammes. Ansonsten wird er auf die gleiche Art und Weise hergestellt wie seit Jahrzehnten der Impfstoff gegen die saisonale Grippe. Auch die meisten Zusatzstoffe sind gleich. Das vieldiskutierte Adjuvans wurde vom bereits vorher zugelassenen Musterimpfstoff mit H5N1-Antigenen übernommen. Es unterscheidet sich kaum vom Vorgängeradjuvans, das schon viele Jahre auch in anderen Impfungen verwendet wurde.

Desweiteren wurde der neue H1N1-Impfstoff selbst getestet, ohne besondere Auffälligkeiten. Die Wirkungen und Nebenwirkungen der Zusatzstoffe sind bekannt, denn sie wurden nicht nur in klinischen Studien geprüft, sondern es sind auch Langzeitdaten durch die millionenfachen Impfungen gegen die saisonale Grippe bekannt.[1]

„Von der Grippeimpfung kann man an Grippe erkranken”

Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch. Die zur Zeit in Deutschland verwendeten und zugelassenen Influenzaimpfstoffe enthalten keine „lebenden” Viren, die den Impfempfänger infizieren könnten.

Diese These wird vermutlich durch die folgenden Fakten genährt:

  • Beim Aufbau der Immunität können in wenigen Fällen Nebenwirkungen auftreten, die den Grippesymptomen ähneln, z. B. leichtes Fieber. Dies ist nur eine etwas zu starke Reaktion des Immunsystems auf die Antigene des Impfstoffes. Dies stellt jedoch keine Grippeinfektion dar, und die Symptome sind allgemein schwächer und kurzzeitig.
  • Keine Impfung ist 100% wirksam. Bei der aktuellen H1N1-Impfung wird z. B. nur bei 94,3%[1] der Geimpften ein ausreichender Immunschutz aufgebaut, was zudem mehrere Wochen dauern kann. Es ist also möglich, dass ein Geimpfter trotzdem an dem Erreger erkranken kann, gegen den er eigentlich geimpft wurde. Der Erreger stammt dabei jedoch nicht aus der Impfung, sondern wurde von anderen Infizierten übertragen.
  • Eine Influenza-Impfung enthält nur eine begrenzte Menge der möglichen Influenzastämme. Die Hersteller beschließen vor der Grippesaison, welche Stämme in den saisonalen Impfstoff aufgenommen werden. Man kann also trotz Impfung an einem Stamm erkranken, der nicht in dieser Auswahl enthalten ist.

„Influenza ist harmlos”

Diese Meinung ist leider weit verbreitet. Die Zahlen sprechen jedoch dagegen. Weltweit erkranken jährlich ca. 3 bis 5 Millionen Menschen schwer an der Influenza, und etwa 250000 bis 500000 sterben an den Komplikationen. Die Influenza ist damit eine der unterschätzten Infektionskrankheiten.[2]

„Ich gehöre nicht zu den Risikogruppen, ich brauche die Impfung nicht”

Dies ist eine riskante Strategie. Gerade die neue Grippe A/H1N1 zeigt bei jungen, gesunden Menschen schwere Verläufe, und alle bisherigen Todesfälle waren, anders als bei der saisonalen Grippe, eher jung.[1] Die Risikogruppen der A/H1N1 sind also nicht die gleichen wie bei der saisonalen Grippe.

Desweiteren mag man vielleicht nicht chronisch krank sein, jedoch ausgerechnet zum Zeitpunkt der Infektion auch akut an einer anderen Krankheit erkrankt sein. So kann schnell ein höheres Risiko entstehen, als man zunächst angenommen hat.

Zum dritten sind nicht geimpfte Personen auch Überträger der Grippe. Selbst wenn der eigene Krankheitsverlauf harmlos ist, gefährdet man eventuell sein Umfeld. Hier wäre etwas Verantwortungsbewusstsein für seine Mitmenschen angebracht.

Allgemein

„Impfungen sind nutzlos. Allgemeine Hygiene ist besser.”

Hygienemaßnahmen und sauberes Wasser helfen, viele Infektionskrankheiten zu vermeiden. Dies sind vor allem bakterielle Infektionen wie Cholera[3], Typhus[4], Diphtherie[5] und andere mit ähnlichen Infektionswegen (Schmierinfektion). Dennoch bleibt ein Restrisiko, das durch Hygiene nicht beseitigt werden kann und sich nur mit einer Impfung weiter reduziert lässt. So ist z.B. die Anzahl der Fälle von Polio[6] (eine Viruserkrankung, jedoch auch durch Schmierinfektion übertragen) bis vor Einführung der Impfung kaum noch zurückgegangen. Erst mit dem Start der Impfung in den 1960ern ging die Fallzahl wieder stark zurück, so dass Europa schließlich 2002 als „poliofrei” erklärt werden konnte. In den Jahren zuvor beschränkten sich signifikante Ausbrüche in der westlichen Welt auf manche religiöse Gemeinschaften, die Impfungen strikt ablehnen.[7]

Bei viralen Infektionskrankheiten, insbesondere bei denen, die durch die Luft oder direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, haben Hygienemaßnahmen nur eine sehr begrenzte Wirkung. Für Influenza, Hepatitis, Masern, Mumps, Röteln, etc. sind nur Impfungen eine Präventionsmaßnahmen mit signifikanter Wirksamkeit.

„Impfungen enthalten giftiges Quecksilber”

Impfstoffe enthalten kein metallisches Quecksilber. Manche Impfstoffe enthalten in manchen Verpackungseinheiten das Konservierungsmittel Thimerosal, das zu Ethylquecksilber abgebaut und dann ausgeschieden wird. Ethylquecksilber reichert sich nicht im Körper an. Die Halbwertszeit ist wenige Tage, d. h. die Hälfte der Menge wird innerhalb von Tagen wieder ausgeschieden.[8] Methylquecksilber, mit dem Ethylquecksilber gerne verwechselt wird, hat eine Halbwertszeit von etwa 1½ Monaten, ist aber in Impfstoffen nicht enthalten.

Wie immer macht auch bei Ethylquecksilber die Dosis das Gift. In einer Impfdosis z. B. des neuen A/H1N1-Impfstoffs Pandemrix® sind 5 µg Thimerosal enthalten, das 2,5 µg Quecksilber gebunden hat.[1] Es sind keine negativen Auswirkungen einer Aufnahme einer so kleinen Menge bekannt. Sehr deutlich wird die Harmlosigkeit von Thimerosal auch durch den Vergleich mit anderen Wegen, Quecksilber aufzunehmen. Die empfohlene maximale wöchentliche Aufnahme ist 89 µg.[1] Eine Impfdosis enthält also nur 1/36 des Quecksilbers, das man wöchentlich(!) unbedenklich aufnehmen könnte. Im Vergleich dazu findet man in Seefisch um die 80 µg Quecksilber pro kg Fischfleisch (maximal sogar bis zum 10-fachen!), meist in Form des deutlich belastenderen Methylquecksilbers. Eine Impfdosis enthält also gerade so viel Quecksilber wie ca. 32 g Seefisch.[9]

In der Regel enthalten überhaupt nur Mehrfachdosen Timerosal, nicht jedoch Einzeldosen. Letztere sind auch ohne Konservierungsstoffe haltbar. Dies ist auch bei den Impfstoffen gegen A/H1N1 der Fall.

Es gibt keine respektable Studie, die eine Schadwirkung einer Dosis nachgewiesen hat, die in Impfungen enthalten ist.

„Impfungen enthalten giftige Frostschutzmittel”

Das ist falsch. Frostschutzmittel ist Ethylenglykol, in Impfstoffen ist jedoch Polyethylenglykol enthalten. Klingt so ähnlich, ist aber ein ganz anderer Stoff.

Weitere Dinge, die Polyethylenglykol enthalten:[10]

  • Salbengrundlage
  • Kosmetika aller Art
  • Waschmittel
  • Medikamente gegen Verstopfung
  • Augentropfen

Es gibt keine respektable Studie, die eine Schadwirkung einer Dosis nachgewiesen hat, die in Impfungen enthalten ist.

„Impfungen enthalten krebserregendes Formaldehyd”

Dies ist zwar grundsätzlich richtig, aber in dieser Form irreführend. Das Formaldehyd stammt aus der Herstellung und wird dazu verwendet, die Viren im Impfstoff abzutöten. In dem fertigen Impfstoff verbleiben nur Spuren.

Und hier sind die Fakten, die die Aussage irreführend machen: Der menschliche Körper produziert selbst ebenfalls Formaldehyd. Diese Substanz ist ein Produkt unseres Stoffwechsels, und ein Mensch produziert selbst täglich etwa 50 g davon.[11] Auch viele Lebensmittel enthalten natürlich entstandenes Formaldehyd. Eine Impfdosis erhöht die im Körper natürlich enthaltene Menge Formaldehyd praktisch nicht messbar.

Auch hier macht die Dosis das Gift, und die Menge, die im Impfstoff enthalten ist, ist völlig harmlos. Es gibt keine respektable Studie, die eine Schadwirkung einer Dosis nachgewiesen hat, die in Impfungen enthalten ist.

„Squalen verursacht das Golfkriegssyndrom”

Squalen ist ein Wirkverstärker und ist in manchen Impfstoffen enthalten. Er sorgt dafür, dass das Immunsystem auch auf eine kleinere Menge des Antigens ausreichend reagiert.

Squalen wird aus den Lebern von Haifischen gewonnen oder synthetisch hergestellt. Tatsächlich kommt Squalen auch im menschlichen Körper als Stoffwechselprodukt natürlicherweise vor und ist in vielen Lebensmitteln enthalten.

Squalen kann als Verursacher des sogenannten Golfkriegssyndroms ausgeschlossen werden, da dieser Stoff gar nicht in den Impfstoffen enthalten war, die den Soldaten damals verabreicht wurden. Es wurden Antikörper gegen Squalen bei einigen Soldaten gefunden, jedoch in gleicher Menge auch bei Soldaten, die die betreffende Impfung nicht erhalten haben, sowie bei Menschen, die nie eine Impfung mit Squalen erhalten haben.[12]

Das Golfkriegssyndrom ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe verschiedener Erkrankungen mit verschiedenen Ursachen. Diese sind noch nicht endgültig geklärt.

„Impfungen kosten mehr als sie nutzen”

Diese These wird gerade bei der aktuellen H1N1-Impfung aufgestellt.

Hier eine Überprüfung mit Hilfe einer überschlagsmäßigen Kostenrechnung:

  • Bevölkerung: 81,8 Millionen, davon ca. die Hälfte Erwerbstätige
  • 50 Millionen Impfdosen
  • Kosten der Impfung: 700 Millionen €[13]
  • Durchschnittsverdienst: 58 €/Arbeitstag[14] (umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung)
  • Immunisierungsrate durch die Impfung: 95%[1]
  • Infektionsrate der nicht Immunisierten: 30% (über die gesamte Saison)[1]
  • Arbeitsausfall eines Infizierten: 5 Tage (bei 7 Tagen Krankheit)
  • Hospitalisierung: 5 Tage
  • Nebenwirkungen der Impfung mit 1 Tag Ausfall: 2%[1]
  • Hospitalisierungsrate: 0,6% (der Gesamtbevölkerung)[1]
  • Krankenhauskosten: 200 €/Tag

In einem Szenario mit Impfung entstehen Kosten von ca. 3,9 Milliarden €. In einem Szenario ohne Impfung entstehen Kosten von ca. 7,6 Milliarden €.

Diese Rechnung enthält nur den Arbeitsausfall und die Krankenhauskosten. Es sind noch nichtmal die schwersten Fälle von Erkrankungen oder gar Todesfälle eingerechnet (wieviel ist ein Menschenleben wert?), ebenso keine weiteren Behandlungskosten im Krankenhaus oder danach. Dies würde die Rechnung noch weiter zugunsten des Szenarios mit Impfung verschieben.

Die Infektionsrate müsste auf ca. 3,5% sinken, damit die Kosten in beiden Fällen etwa gleich sind.

Auch die Kassen wissen, dass sich Impfungen langfristig rechnen. Deshalb wird bei den gesetzlichen Kassen auch die Praxisgebühr erlassen, wenn ein Patient zur Impfung erscheint und sonst keine weitere Behandlung benötigt. Die Patienten sollen so zu Impfungen zusätzlich motiviert werden.

Kinderkrankheiten

„Impfungen gegen Kinderkrankheiten sind nutzlos. Man sollte Kinder lieber normal erkranken lassen, um den Immunschutz aufzubauen.”

Wenn man als Kind eine der typischen Kinderkrankheiten überstanden hat, dann hat man eine Immunität gegen die entsprechenden Erreger aufgebaut. Manche Eltern denken deshalb, dass man die Kinder gegen diese Krankheiten nicht zu impfen braucht, weil das Ergebnis das gleiche ist. Es werden dann sogar „Masernparties” veranstaltet, wo Kinder sich vorsätzlich gegenseitig anstecken sollen (was meiner Meinung nach an Körperverletzung grenzt).

Diese Ansichten sind ein Spiel mit dem Feuer. Nicht nur sind die durchschnittlichen Verläufe der Krankheiten schwerer als eventuelle Impfkomplikationen. Es ist auch die Wahrscheinlichkeit von dauerhaften, schweren Schäden dieser Krankheiten tausendfach höher als bei den Impfungen. Beispielsweise gibt es bei einer Masern-Erkrankung die folgenden Komplikationen:[15]

  • Exanthem: 98%
  • Fieber: 98%
  • Abfall der Blutplättchen: 1 von 3000
  • Enzephalitis: 1 von 1000
  • Tod: 1 von 1000 bis 1 von 20000

Im Vergleich dazu die Risiken der MMR-Impfung:

  • Exanthem: 5%, schwach
  • Fieber: 3 bis 15%
  • Abfall der Blutplättchen: 1 von 30000 bis 1 von 50000
  • Enzephalitis: 1 von 1 Million
  • Tod: keine

Wer heutzutage seinen Kindern diese Impfungen vorenthält handelt meiner Meinung nach unverantwortlich.

„Impfungen gegen Kinderkrankheiten verursachen Autismus”

Diese Behauptung wurde insbesondere von Andrew Wakefield aufgestellt.[16] Er stellte darin einen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung, Darmerkrankungen bei Kindern und Autismus her.

Als Ursache hatte Wakefield zunächst Thimerosal ausgemacht, später, nachdem Thimerosal aus der MMR-Impfung entfernt wurde, die MMR-Impfung also solche.

Das Problem von Wakefields Studie war jedoch, dass die Ergebnisse nicht von anderen Medizinern reproduziert werden konnten. Desweiteren fanden epidemiologische Untersuchungen keinen Zusammenhang:

  • Nach der Entfernung von Thimerosal aus der MMR-Impfung stiegen die Diagnosezahlen von Autismus weiter an. Der vorhergesagte Abfall blieb aus.
  • Mehrere Studien verglichen die Fallzahlen von geimpften Kindern mit denen von Kindern, die aus verschiedenen Gründen keine Impfung erhalten haben. In beiden Gruppen gab es einen gleich großen Anteil von Autismus.[17] [18] [19]

Desweiteren gibt es gegenteilige Nachweise:

  • Es gibt starke Hinweise, dass Autismus hautpsächlich genetische Ursachen hat.[20]
  • Der wissenschaftliche Konsens ist, dass die steigenden Fallzahlen von Autismus dadurch verursacht werden, dass die Definition von Autimus und autismusähnlichen Krankheiten über die Jahre erweitert wurde, und dass dem Thema Autismus erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die tatsächliche Anzahl der Erkrankungen dagegen scheint konstant, es fallen lediglich mehr dieser Erkrankungen in die Kategorie „Autismus”.[20][21]

Inzwischen hat sich herausgestellt[22], dass die Studie von Wakefield nicht nur mit Verfahrensfehlern gespickt war, sondern dass Wakefield offenbar bewusst gegenteilige Nachweise in seiner Studie unterschlagen hat. Zudem hat er ein finanzielles Interesse an dem beschriebenen Ergebnis verschwiegen: Er hielt ein Patent für einen konkurrierenden, „sicheren” Impfstoff inne, und er wurde von einem Anwalt bezahlt, um als unabhängiger Experte vor Gericht den MMR-Impfstoff zu unterminieren. Wakefields Co-Autoren haben sich inzwischen von der Studie distanziert, und Wakefield selbst muss sich vor dem britischen General Medical Council verantworten.

Aus wissenschaftlicher Sicht hat sich dieses Thema im Grunde in Luft aufgelöst. Dennoch agitieren prominente Impfgegner wie Jenny McCarthy weiter gegen Thimerosal, die MMR-Impfung und Impfungen im Allgemeinen. Sie gefährden damit die Gesundheit und das Leben von Kindern und der Bevölkerung im Allgemeinen.

Viren

„Viruserkrankungen kann man auch mit Antibiotika behandeln”

Antibiotika sind nur gegen Bakterien wirksam, nicht gegen Viren. Es kann jedoch sein, dass man sich, geschwächt durch eine Virusinfektion, eine sekundäre bakterielle Infektion zugezogen hat. In diesem Fall kann der Arzt auch Antibiotika verschreiben, trotz Virusinfektion.


Wie immer gilt auch hier: Glauben Sie nicht dem Hörensagen, glauben Sie nicht alles, was in der Sensationspresse steht, glauben Sie nicht mir. Informieren Sie sich aus respektablen Quellen (viele sind unten verlinkt) und fragen Sie ihren Arzt zu einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung.


Update: Erweiterte Kostenrechnung.

Update 2: Ergänzungen, Korrekturen, Klarstellungen

Update 3: Abschnitt mit Kostenrechnung nochmals überarbeitet


Quellen:

  1. Robert-Koch-Institut: Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1)
  2. WHO: Influenza (Seasonal), Fact Sheet
  3. RKI: Cholera
  4. RKI: Typhus
  5. RKI: Diphtherie
  6. RKI: Polio
  7. Bundesverband Polio e.V.: 50 Jahre Polioimpfstoff - eine Erfolgsstory
  8. WHO: Statement on thiomersal
  9. Quecksilberbelastung schwangerer Frauen durch See-Fisch (Stellungnahme des BgVV vom 01.02.1999)
  10. Wikipedia: Polyethylenglykol
  11. Wikipedia: Formaldehyd
  12. Research Advisory Committee on Gulf War Veterans' Illnesses: Gulf War Illness and the Health of Gulf War Veterans, Scientific Findings and Recommendations
  13. spiegel.de
  14. Wer verdient was bzw wieviel!? Einkommen in Deutschland
  15. Wikipedia: Masern
  16. Wakefield AJ, Murch SH, Linnell AAJ, Casson DM, Malik M, Bewrelowitz M: Ileal-lymphoid-nodular hypoplasia, non-specific colitis and pervasive developmental disorder in children. Lancet 1998; 51: 637–641
  17. MMR vaccination and pervasive developmental disorders: a case-control study.
  18. Lack of association between MMR vaccination and the incidence of autism in children: a case-control study
  19. Measles, mumps, and rubella vaccination and bowel problems or developmental regression in children with autism: population study.
  20. The genetics of autism
  21. Genetic influences in autism.
  22. Brian Deer: The MMR-autism crisis – our story so far

Kategorien: H1N1, Impfungen, Medizin, Mythen

Zur Zeit ist die H1N1-Influenza ein großes Thema, und was man darüber und über Impfungen allgemein teilweise im Netz und in der Sensationspresse lesen muss lässt einem den Kopf schmerzen. Die schiere Masse von Fehl- und Desinformation ist erschreckend. Deshalb hier 13 weit verbreitete Mythen zu Impfungen:
Kommentar #1 von Koz am 14. November 2009, 17:33:43 Uhr:
An für sich ein toller Artikel - aber etwas einseitig finde ich - geht es doch in vielen Bereichen um letztendlich nicht vollständig wissenschaftlich geklärte Fragen. Und NEIN, ich bin kein "radikaler Impfgegner".

Ein paar Fragen/Anmerkungen dazu

"„Von der Grippeimpfung kann man an Grippe erkranken”
Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch. Die Influenzaimpfstoffe enthalten keine „lebenden” Viren, die den Impfempfänger infizieren könnten."

Das bezieht sich aber nicht auf die "Intranasalen" Impfstoffe. Die enthalten sehr wohl (abgeschwächte)lebende Stämme, z.B. "FluMist". Was das jetzt bedeutet ist eine andere Frage - Stimmen tut es aber.

"„Impfungen enthalten giftiges Quecksilber”"
"Im Vergleich dazu findet man in Seefisch um die 80 µg Quecksilber pro kg Fischfleisch (maximal sogar bis zum 10-fachen!)"

Gibt es da nicht einen entscheidenen Unterschied zwischen Verdauung und Injektion? Gerade bei Kleinkindern deren Blut/Hirnschranke noch nicht so ausgebildet ist wie bei einem Erwachsenen? Da gehen die Meinungen auch auseinander.

"„Impfungen sind Geldmacherei der Hersteller, Kassen und Ärzte”
Bei Ärzten und Kassen stimme ich vollkommen bei, die haben nix davon - aber warum steht im Absatz nichts zu den Herstellern?
Ich hätte mir auch was zur Kritik an der angeblichen Unanhängigkeit der Stiko gewünscht:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/impfen-lohnt-sich/
Und wenn der Stoff so ungefährlich ist warum lässt sich die Industrie dann einen Freibrief gegen jegliche Haftung bei Schäden durch Impfung geben?
http://www.arznei-telegramm.de/zeit/zeit_a.html

Noch ein paar Andere links im zusammenhang:

http://www.aekno.de/page.asp?pageId=7663&noredir=True

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Aerzte-gegen-Schweinegrippe-Impfung-0561915.ece

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Kommentar #1-1 von Michael Hohner am 14. November 2009, 20:54:30 Uhr:
Auch von FluMist kann man keine Grippe bekommen, so wie man auch von anderen Impfungen mit abgeschwächten Ganzviren die eigentliche Krankheit nicht bekommen kann. Abgesehen davon ist FluMist hierzulande nicht zugelassen.

Der Unterschied zwischen intramuskulärer Injektion und Aufnahme im Darm ist gering. Bei letzterer ist der Weg in die Blutbahn sogar direkter. Man kann lediglich hoffen, dass nicht das gesamte Methylquecksilber in der Nahrung auch den Weg ins Blut findet und direkt wieder ausgeschieden wird. Dieser Unterschied macht aber die weitaus größere Menge und die längere Verweildauer nicht wett.

Die Blut-Hirn-Schranke ist nach aktuellem Wissensstand schon bei Neugeborenen fast voll ausgebildet. Und, wie schon gesagt, die meisten Impfungen allgemein und die Influenza-Einzeldosen im Speziellen enthalten kein Thimerosal. Desweiteren wird die Influenzaimpfung bei Kindern unter 6 Monaten nicht empfohlen. Babys werden dadurch geschützt, dass in ihrem Umfeld ein möglichst hoher Anteil der Menschen geimpft ist und die Infektionskrankheiten (nicht nur Influenza) die noch nicht geimpften oder nicht impfbaren nicht erreichen.

Die Webmeldung der Ärztekammer Nordrhein ist ziemlich irreführend. Da werden die Risiken der Impfung und die Risiken der Krankheit bunt gemischt. Die Frage nach den Todesfällen zielt z.B. nicht auf die Impfung ab, sondern auf die bisherigen H1N1-Toten. Beim Test von Pandemrix gab es keine Todesfälle. Ebenso kann ich den Hinweis auf die schwachen Verläufe bei älteren Patienten nicht verstehen. Dass der aktuelle H1N1 stattdessen bei jüngeren Patienten heftigere Verläufe zeigt, ist ja gerade der Grund, warum um diesen H1N1 mehr Wirbel gemacht wird als um die saisonale Grippe, weil sich hier Parallelen zur Spanischen Grippe zeigen.

Dass Pandemrix Wirkverstärker enthält, halte ich für eine richtige Entscheidung. Wie sich gerade zur Zeit zeigt, ist die Nachfrage höher als das Angebot, und ein Weglassen der Wirkverstärker hätte nur eine weitere Verknappung und Verzögerung der Impfung bewirkt (mit der man ohnehin schon recht spät dran ist). Auch hier ist eine Risiko-Nutzen-Analyse angebracht. Ohne Wirkverstärker bräuchte man entweder mehrere Impfungen für eine vergleichbare Immunantwort (mit einem Zeitabstand, in dem man nur geringer geschützt ist, und dem Risiko, dass die zweite Impfung öfter verbummelt wird), oder die Antigenmenge müsste um ein vielfaches höher sein.

Die Managementprobleme sind sicherlich diskussionswürdig und ein Anlass, das beim nächsten Mal zu verbessern, aber alleine deswegen die Impfung zu verweigern wäre kontraproduktiv.

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Kommentar #5 von Koz am 15. November 2009, 12:07:27 Uhr:
@Kommentar #1-1 von Michael Hohner am 14. November 2009, 20:54:30 Uhr

Erstmal Danke für die zusätzlichen Informationen. Ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt, natürlich kann man auch von den Live-Impfungen die eigentliche Krankheit nicht bekommen - mir ging es nur darum dass diese Live-Impfstoffe existieren. Und das etwas bei uns nicht zugelassen ist hindert im Zeitalter von Internetversand die Leute leider nicht an Selbstmedikation. Der Eindruck dass viele Leute nach der Impfung Krank werden, könnte m.E. damit zusammenhängen dass es bei nicht wenigen Menschen stärker als gedacht zu Überreaktionen des Immunsystems kommt - was dann natürlich anfälliger für andere Erreger macht. (Ich bin mir sicher dass fast jeder in seinem Umfeld jemanden kennt der schonmal auf eine Impfung überreagiert hat)Aber auch nur eine Mutmaßung.

"Die Webmeldung der Ärztekammer Nordrhein ist ziemlich irreführend"

Tja, da denkt man wenn man sich an Fachportale wie
Ärzteblatt, Ärztekammer, etc. hält anstatt an die Mainstream Presse, wäre man besser informiert...Das ist wohl auch ein Grund für die aktuelle Panik/Mythenbildung. Ich habe in meinem Umfeld mehrere Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen - Aber jeder hat eine andere Meinung zur Impfung. Scheint auch davon abzuhängen welche Fachliteratur gelesen wird - oder wie Lange die Aus- bzw letzte Fort-bildung her ist.
Da ist mir noch was eingefallen. Es wäre schön noch den Mythos der Sterblichkeitsrate zu erwähnen - Die meisten Todesfälle waren ja wohl (Ich denke(hoffe) da liege ich richtig)Menschen die sowieso schon an erheblichen Vorerkrankungen litten. Ich habe auch gelesen dass in die Statistiken zur Sterblichkeitsrate nur die Patienten eingehen welche auch klinisch behandelt wurden. D.h. wenn z.B. 10.000 mit der Krankheit sich klinisch behandeln lassen, und davon 5000 sterben wird die Rate mit 50% angegeben. Dass es aber vielleicht 300000 Infizierte gibt deren Krankheitsverlauf so "mild" war dass sie nicht mal einen Arzt aufgesucht, und es einfach wie jede andere Grippe ausgesessen haben, fließt nicht in die Statistik ein.
Ist da was dran oder ist das auch ein Mythos?

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Kommentar #8 von Impfer am 15. November 2009, 23:16:48 Uhr:
Hallo, netter Artikel, sollte aber in einigen Punkten genauer sein.

Das Konservierungsmittel heißt "Thiomersal" und nicht "Thimerosal".

Die 93,4% sind die Seroprotektionsrate, die leider nicht völlig gleichbedeutend mit einem "Schutz" ist. "6 Wochen" (nämlich 2x21 Tage) sindnach meinem Empfinden auch ein klein wenig mehr als "einige Wochen". Zudem gilt diese Rate nicht für Kinder, für die die Impfung besonders wichtig ist. Bei ihnen wurden die Serokonversions/-protektionsraten z.T. nach 180 Tagen gemessen, also zu einem Zeitpunkt, zu dem bei uns die Grippe vorbei sein wird.

"Das einzig neue am H1N1-Impfstoff sind die Antigene des neuen Influenzastammes" ist nun wirklich falsch, nicht nur die Rechtschreibung. Das Adjuvans AS03 ist neu (sieht man vom Thailand-Einsatz ab), und darum dreht sich die Diskussion ja gerade. Das Adjuvans AS03 ist aber fast identisch mit MF59, mit dem 12 Jahre Erfahrung bestehen und von dem über 40 Millionen Dosen verimpft wurden. Dennoch geben Sie sich hier mit Ihrer Behauptung eine unnötige Blöße.

"Die Influenzaimpfstoffe enthalten keine „lebenden” Viren..." - DIE Influenzaimpfstoffe gibt es natürlich gar nicht, und über MedImmune (FluMist) wurde schon gesprochen. Die Behauptung, dass eine Infektion unmöglich sei, finde ich kühn. Soweit ich weiß, sind die Viren "attenuiert", und das waren die Polioviren der Schluckimpfung auch. Sie wissen, dass es extrem selten zu Infektionen mit Lähmungen kam. Wenn hier ein Unterschied besteht, belehren Sie mich.

Bei Masern fehlt als "Komplikation" die SSPE (Letalität: 100%), die es z.B. in den USA nicht mehr gibt, im Gegensatz zu Europa.

Den Absatz über Squalen finde ich irgendwie unbefriedigend, didaktisch nicht gut. Squalen kommt natürlicherweise im Körper vor, auch Antikörper sind offenkundig etwas Normales, Aufnahme enteral oder parenteral ist prinzipiell nicht von Bedeutung. GWS ist Quatsch. Es fehlt der Hinweis auf MF59, das auch Squalen enthält, und wo nach 40 Millionen Dosen und 12 Jahren doch etwas aufgefallen sein sollte.

Was haben Kinderkrankheiten und Autismus hier zu suchen?

"...Europa schließlich 2002 als „poliofrei” erklärt werden konnte. Signifikante Ausbrüche in der westlichen Welt beschränkten sich auf manche religiöse Gemeinschaften, die Impfungen strikt ablehnen." Ist natürlich Quatsch. Was sind "signifikante" Ausbrüche (unsinnige Direkt-Übersetzung aus dem Englischen)? Wie kann es bedeutsame Ausbrüche in Europa geben, wenn Europa poliofrei ist? Die "religiösen Gemeinschaften" wurden gedankenlos von der Mumps-Masern-Röteln-Front importiert. Auch bei kompletten Impfgegnern gibt es nicht nur keine Polio, sondern weder Tetanus noch Diphtherie mehr.

"Für Influenza, Hepatitis, Masern, Mumps, Röteln, etc. sind nur Impfungen eine Präventionsmaßnahmen mit signifikanter Wirksamkeit." Gut gemeint, aber ebenso gedankenlos dahergeredet. Abgesehen von dem unsäglichen "signifikant": Das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Hepatitis (welche übrigens?) kann nur durch Impfung messbar und signifikant (sic!) verringert werden? Alles andere ist reines Schicksal? Und auch bei Influenza, Mumps und Röteln würde ich mir zutrauen, durch andere Maßnahmen eine Reduktion zu erreichen. Das ändert nichts daran, dass Impfen die mit Abstand beste Maßnahme ist, aber so liefert man wieder völlig unnötige Angriffspunkte.

Trotz der vielen Kritik ein Danke für den Artikel, und nehmen sie es als konstruktive Verbesserungsvorschläge.

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Kommentar #8-1-1 von Impfer am 16. November 2009, 23:31:01 Uhr:
Beim nochmaligen Lesen finde ich jetzt meinen Ton doch etwas rau, und "Quatsch" kommt ein wenig zu häufig vor. Bitte um Entschuldigung.

"Thimerosal" gibt es tatsächlich, ist aber zumindest hier zu Lande sehr ungebräuchlich.

Wegen FluMist und Polio: Da zog ich nur eine Analogie. Beides sind attenuierte Lebendimpfstoffe, und da es Erkrankungen durch Polio-Impfviren gab, finde ich es nicht korrekt, apodiktisch zu behaupten, dass eine Infektion bei FluMist unmöglich sei.

Mit "signifikant" habe ich ein sprachpuristisches kulturelles Problem. Das Wort gibt es im Deutschen im Prinzip nur in der Statistik, entwickelt sich aber zu einem der vielen hohlen Modeworte englischer Provenienz. Es ist in der Bevölkerung (gottlob noch) völlig ungebräuchlich und findet sich nur bei den bekannten Berufsgruppen (Journalisten, Wirtschaft, IT etc.), bei denen auch "Performance" und "generieren" wie ein Krebsgeschwür wuchert. Das habe ich was dagegen, in der Tat. Mein Tipp: Fragen Sie mal 10 Freunde/Bekannte/Kollegen, was sie unter "signifikant" verstehen. Sie werden eine solche Bandbreite zwischen "nicht unbedeutend" und "stark ins Auge fallend" erhalten, dass sich das Wort als funktionell bedeutungsloses Füllwort erweist, unter dem sich jeder seine Lieblingsbedeutung vorstellen darf. Außerdem werden Sie eine Reihe von genaueren, treffenderen und eindeutigeren deutschen Wörtern hören, die Sie auch gleich hätten verwenden können.

"Impfungen gegen Kinderkrankheiten verursachen Autismus" ist im Zusammenhang mit H1N1 meiner Meinung nach einfach befremdlich, und wird in diesem Zusammenhang wohl kaum irgendwo diskutiert. H1N1 ist doch keine Kinderkrankheit. Ja, Impfgegner sind gegen alle Impfungen und stellen auch diese Autismus-Behauptung auf, aber das wenn im Zusammenhang mit Schweinegrippe plötzlich auftaucht, also, ich weiß nicht.

"GWS ist Quatsch" war von mir nun wirklich fahrlässig verkürzt. Ob es GWS als Krankheitsentität, als Syndrom wirklich gibt, ist wohl eher fraglich (schreiben Sie ja auch); mit "Quatsch" meinte ich den behaupteten Zusammenhang mit Squalen, und eine Vergleichbarkeit mit der Komplikation des Guillain-Barré-Syndroms der 70er und den Risiken des jetzigen Impfstoffs.

SSPE ist eine völlig spezifische "Komplikation" für Masern, der Tod dagegen eine völlig unspezifische "Generalkomplikation" für alles. Exanthem, Fieber und Tod eine Aufzählung zu packen, mutet mich auch merkwürdig an; zudem sind doch Exanthem und Fieber keine Komplikationen, sondern Symptome. Auch der Abfall der Thrombozyten ist für sich keine Komplikation, sondern wäre nur eine daraus resultierende Blutung o.ä. Vielleicht mehr Eindruck als Fieber und Flecken würde die Information machen, dass bis zu 50% der Kinder mit Maserninfektion EEG-Veränderung bis hin zur Epilepsie haben.

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Kommentar #9 von AllesMeins am 20. November 2009, 15:36:35 Uhr:
Ich muss sagen, der Punkt „Impfungen sind Geldmacherei der Hersteller, Kassen und Ärzte” stößt mir etwas sauer auf.

Das scheint mir doch sehr oberflächlich und milchmädchenhaft, wenn nicht sogar bewusst mainpulativ:

Das Behauptung irgendwer wolle damit Geld machen wird “widerlegt” indem man die Kosten (also sprich Einnahmen für die produzierenden Unternehmen) gegen volkswirtschaftliche Verlust durch die Krankentage aufrechnet. An Krankentagen verdient niemand, es ist also vollkommener Blödsinn diese 600€ Kosten den 15€ Einnahmen gegenüber zu stellen. Hier müsste man schon aufrechnen: Was verdienen die herstellenden Pharmaunternehmen und wieviel würden sie an den Kranken verdienen (und dabei natürlich beachten das es mehr Spieler auf dem Markt gibt, die an den Mitteln gegen Grippe verdienen würden als solche die an dem Impfstoff verdienen).
Auch das Argument mit der Praxisgebühr ist falsch. Die Kassen nehmen nicht 10€ weniger ein. Die 10€ werden dann fällig, wenn derjenige das nächste mal krank zum Arzt geht. Bleibt er gesund zahlt er auch keine Praxisgebühr. Es sind also nicht 10€ weniger, die die Kassen einnehmen, sondern sie kassieren lediglich keine “extra 10€” für jemanden der ohne die Impfung gar nicht erst zum Arzt gegangen wäre. Und selbst wenn dem nicht so wäre, zieht das Argument nicht, denn natürlich verdienen Kassen dann, wenn die Leute gesund bleiben. Das "Argument" mit der Geldmacherei zielt wohl eher auf die impfstoff produzierenden Pharmaunternehmen ab (und das sind, wenn ich mich nicht irre, im Moment 2 die durch die Aktion eine sichere Einnahme von jeweils 350 Millionen haben, die sie mit keinem Konkurenten teilen müssen).
Und weiter gehts: Die zentralen Zahlen in der Beispielrechnung (vor allem Infektionsrate, Arbeitsausfall) sind vollkommen aus der Luft gegriffen oder zumindest unbelegt. Gibts da Quellen und Details, wie gerechnet wurde? Infektionsraten sind ja nicht fix, über welchen Zeitraum wurder gerechnet, von welcher Gesamtzahl an infizierten wurde in beiden Szenarios ausgegangen etc.
Und wenn wir schon dabei sind: Auch die Annahme XX Millionen Infizierte = XX Millionen mal 600€ Arbeitsausfall für 5 Tage ist vollkommen falsch. Denn das würde ja bedeuten, dass alle 80 Millionen Deutsche in Arbeitsverhältnissen stehen, keine Rentner, keine Schüler etc. (und wie ja vorher angemerkt trifft H1N1 im Gegensatz zur normalen Grippe bevorzugt junge Leute, also Studenten, Schüler Azubis usw. - also solche die eher weniger oder gar nicht verdienen).
Auch scheint der Rechnung nach von diesen 80 Millionen Arbeitern jeder Montags krank zu werden und grundsätzlich nicht über freie Tage, Wochenenden, Feiertage etc. krank zu sein. Denn natürlich ist nicht jeder Krankheits-Tag auch ein ausgefallener Arbeitstag. Gehen wir von ner 5-Tage Woche aus, sind es erwartungsgemäss nur etwa 3,5 Arbeitstage, die ein 5tage Kranker verpasst.

Das soll jetzt nicht heissen, dass ich davon überzeugt bin, dass dieses "Argument" gültig ist. Ich hoffe doch sehr, das kein Unternehmen derartigen Einfluss auf die Politik hat (auch wenn es nicht das erste mal wäre, dass sich Politik von den Interessen einzelner Unternehmen leiten lässt)

Alles in allem scheint mir das kein Glanzpunkt der seriösen Argumentation zu sein, und ich muss gestehen - dieser Eindruck beeinflusst mich natürlich auch bei der Bewertung der anderen Argumente. Als wie seriös kann ich die annehmen, wenn dieser eine Punkt schon so argumentativ und inhaltlich fragwürdig ist?

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Kommentar #9-1 von Michael Hohner am 20. November 2009, 16:47:05 Uhr:
Wie ich schon oben erwähnt habe, werden hier zwei Kostenszenarien berechnet. Der Nutzen der Impfung ist die Kostendifferenz. Ebenfalls oben schon erwähnt behaupte ich nicht, dass die Impfhersteller nichts verdienen. Ich trete dem (impliziten) Argument gegenüber, dass der Nutzen der Impfung kleiner ist als die Kosten und die Allgemeinheit über den Tisch gezogen wird (vielleicht sollte ich die Überschrift ändern, dass dieses Missverständnis nicht weiter auftritt).

Am Arbeitsausfall verdient niemand, das ist richtig. Das war aber auch nicht das Argument. Das Argument war, dass der Arbeitsausfall Kosten verursacht, zunächst für den Arbeitgeber, und später indirekt für die Allgemeinheit (weil der Arbeitgeber entweder die Kosten weitergibt, oder selbst Teil der Allgemeinheit ist (öffentlicher Dienst, Beamten)).

Die Daten sind nicht aus der Luft gegriffen. Die medizinischen Daten stammen aus dem verlinkten Dokument des RKI, die ökonomischen aus dem verlinkten Dokument „Wer verdient was”.

Wir haben zwar nicht 80 Millionen Erwerbstätige, aber selbst wenn z.B. ein Kind erkrankt, kann man einen Arbeitsausfall ansetzen, z.B. weil dann ein erwerbstätiger Elternteil zu Hause bleiben muss, selbst wenn er nicht selbst krank ist. Die Wochenenden sind insofern berücksichtigt, dass ich von einer Erkrankung von 7 Tagen ausgegangen bin, die bei den meisten Erwerbstätigen zu 5 Tagen Arbeitsausfall führt. Entsprechend ist auch der Durchschnittsverdienst pro Monat heruntergerechnet auf den Durchschnittsverdienst pro Arbeitstag (etwa 22 pro Monat). Hier sind 100 € sogar zu niedrig.

Die Rechnung kann man noch beliebig aufbohren, in Altersgruppen mit unterschiedlichem Verdienst, Ansteckungsrisiko und durchschnittlicher Ausfallzeit, in Erwerbstätige und nicht Erwerbstätige (und bei letzteren noch obige Situationen berücksichtigen) und dann noch realistisch optimistische und pessimistische Szenarien mit verschiedenen medizinischen Parametern berechnen. Auch kann man das nochmal komplizieren, indem man eine ansteigende Impfrate, ansteigende Erkrankungswelle, verzögerte Immunisierung usw. berücksichtigt. Ich bin mir sicher, dass das RKI wesentlich komplexere Szenarien berechnet hat, bevor sie die Impfempfehlung ausgesprochen haben.

Wenn Sie hier eine bessere Rechnung aufmachen wollen, dann können Sie die hier gerne posten.

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Kommentar #9-1-1 von AllesMeins am 20. November 2009, 23:13:49 Uhr:
Ich muss leider nochmal widersprechen.

Ich habe gerade mal nachgeschaut. Laut statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland 40,4 Millionen Erwerbstätige [1]. Das ist fast eine Halbierung gegenüber der von Ihnen angesetzten Zahl. Also bei weitem keine Größe, die man mal eben vernachlässigen könnte.

Auch ein erkranktes Kind kann man nicht als Arbeitsausfall ansetzen. Denn in diesem Fall muss der betroffene Arbeitnehmer üblicherweise einen Urlaubstag/Überstunden aufbrauchen. Es entsteht also kein Arbeitsausfall. Der von Ihnen angesetzte Schaden durch Arbeitsausfall dürfte also tatsächlich nur etwa die Hälfte betragen.
Leider beschreiben Sie ja keine Details ihrer Rechnung, so dass ich nicht genau überprüfen kann wie sich diese Änderung auswirkt. Aber ich vermute mal dass dies die von Ihnen errechneten Kosten eines Szenarios ohne Impfung um einige Milliarden drückt.

Auch schreiben Sie, sie wollten mit der Rechnung vor allem deutlich machen, dass um die kosten der Allgemeinheit ging. Dies kommt im Text nicht wirklich rüber, ganz im Gegenteil - Anmerkungen wie "Wenn es also wirklich um Geldmacherei ginge, dann müssten die Verantwortlichen ein größeres Interesse daran haben, die Bevölkerung möglichst krank zu machen" deuten doch stark darauf hin, dass es hier doch um das "Argument" einzelne wollten Geld damit machen geht. Auch die Aussage "Das ist das genaue Gegenteil von schneller Geldmacherei." verleitet zu der Annahme, dass es eben doch um den Vorteil einzelner gehen soll.

Sie sollten also diesen Abschnitt, meiner Meinung nach, nocheinmal überarbeiten und nur auf den Volkswirtschaftlichen Schaden abstellen. Dann muss natürlich auch gesagt werden, dass es eben kein Argument gegen die Behauptung "einzelne wollen sich an der Impfung bereichern und haben deshalb entsprechend Einfluss genommen" ist. Diese dort vorgenommene Vermischung aus volkswirtschaftlicher Betrachtung und Aussagen, dass dies gegen die Vorteilnahme einzelner spreche ist so auf jeden Fall nicht zulässig.


[1]: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetige/Aktuell,templateId=renderPrint.psml

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Kommentar #10 von p.frei am 8. Dezember 2009, 15:31:10 Uhr:
Alles schön und gut. Entscheidend (und in meinen Augen offen) ist jedoch, ob die angenommene Erkrankungsrate tatsächlich so hoch ist. Weiterhin ist mittlerweile ja bekannt, dass viele Erkrankte nicht so krank sind, dass sie nicht arbeiten gehen würden.

Ganz allgemein hat deine Rechnerei einen Schönheitsfehler: sie bezieht sich nur auf Deutschland. Sagen wir einmal ich übertrage den Spaß auf die Ukraine oder noch besser auf Afghanistan ist der volkswirtschaftliche Gesamtschaden durch die Impfung wahrscheinlich enorm. Also ist die Impfung volkswirtschaftlich nur sinnvoll in reichen Ländern.


Zu deinem Statement noch folgende Anmerkung:

"Das vieldiskutierte Adjuvans wurde vom bereits vorher zugelassenen Musterimpfstoff mit H5N1-Antigenen übernommen."

Richtig! Jedoch:
Zitat: http://www.emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/prepandrix/H-822-de1.pdf:

"Wie wurde der Impfstoff untersucht?
Die Hauptstudie des Impfstoffs umfasste 400 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren, und es wurde die Fähigkeit verschiedener Dosen des Impfstoffs (mit oder ohne Adjuvans) verglichen, die Bildung von Antikörpern auszulösen (Immunogenität). Die Teilnehmer erhielten zwei Injektionen des Impfstoffs, die jeweils eine von vier verschiedenen Dosen Hämagglutinin enthielten. Die Injektionen wurden im Abstand von 21 Tagen verabreicht. Die Hauptindikatoren für die Wirksamkeit waren die Konzentrationen von Antikörpern gegen das Grippevirus im Blut zu drei verschiedenen Zeiten: vor der Impfung, am Tag der zweiten Injektion (Tag 21) und 21 Tage später (Tag 42).
In einer weiteren Studie wurde die Immunogenität einzelner bzw. doppelter Dosen des Impfstoffs bei 437 Personen über 60 Jahren untersucht."
Jetzt kannst du ja gern mit deiner Ratio beurteilen, ob dies für eine vorgesehene zeitgleiche Anwendung an Millionen von Menschen ausreichend ist.

Übrigens man beachte beim Zulassungstext für den GSK H5N1-Impfstoff:

"Prepandrix ist ein „präpandemischer“ Impfstoff. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art von Impfstoff, der gegen einen Grippestamm, der eine künftige Pandemie auslösen könnte, schützen soll." (Da steht nicht "bei sounso viel % der Geimpften schützt" sondern "schützen soll". Was sagt deine Ratio dazu? Sauber formuliert finde ich.)

Noch mal Zitat:
"Welchen Nutzen hat der Impfstoff in diesen Studien gezeigt?
Gemäß den vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) festgelegten Kriterien muss ein präpandemischer Impfstoff bei mindestens 70 % der Geimpften schützende Konzentrationen von Antikörpern herbeiführen, damit der Impfstoff als geeignet betrachtet werden kann.
Die Hauptstudie zeigte, dass der Impfstoff mit 3,75 Mikrogramm Hämagglutinin und dem Adjuvans zu einer Antikörperreaktion führte, die diesen Kriterien entsprach. 21 Tage nach der zweiten Injektion wiesen 84 % der Geimpften Konzentrationen von Antikörpern auf, die sie gegen H5N1 schützen würden.
Bei älteren Menschen erfüllte eine Einzeldosis des Impfstoffs diese Kriterien ebenfalls, ausgenommen bei einer kleinen Zahl von Patienten über 80 Jahren, die zu Beginn der Studie keinerlei Schutz gegen das Virus aufwiesen. Zur Erzielung einer Schutzwirkung benötigten diese Patienten doppelte Dosen des Impfstoffs." (Da steht nicht 95%, wie in deiner Beispielrechnung, sondern 84%. Also rechne doch bitte noch einmal. Oder sind Wunder über Wunder die Zahlen für Pandemrix entschieden besser - ach ja - tatsächlich? Dann bin ich auf eine rationale Erklärung wirklich neugierig)...

Übrigens bin ich für jeden Hinweis darauf dankbar, dass es statistisch relevante Studien gibt, die die Wirksamkeit einer Grippeimpfung (egal ob klassisch oder neu) belegen. Bisher kenne ich nur mittelbare Nachweise über sogenannte Antikörper. Aber der uneigennützigen Wissenschaft sei es gedankt - selbstverständlich verstehen wir die Wirkung von Antikörpern, gerade und besonders beim Thema Grippe...

Bei der ganzen Impfkampagne zur Schweinegrippe machen mich ein paar Sachen stutzig:
1.) Warum wurde der ach so tolle Wirkverstärker nicht bei den normalen laufenden Impfungen gegen saisonale Grippe verwendet, wenn er so super auch bei Mutationen des Virusses schwere Erkrankungen verhindert? Muss sich doch volkswirtschaftlich total toll rechnen.
2.) Warum lässt GSK seine Mitarbeiter nicht über den betriebsärztlichen Dienst impfen? Ist vielleicht doch nicht so wirtschaftlich die Impfung. Vom Sonderprogramm für die leider nach Mutation des Virus alle dahinsterbende Kanzlerinnen, Minister, Berufssoldaten, Bundes- und Landesbeamten sehe ich mal ab.
3.) Warum sind alle "Impftoten" zufällig gestorben? Bei den Schweinegrippetoten redet keiner von zufälligem letalem Ausgang. Im Bekanntenkreis gibt es einen Todesfall nach Impfung. Allerdings hat der behandelnde Quacksalber die Impfung gegen saisonale und H1N1-Variante zeitgleich verabreicht.Der Betroffene hatte Vorerkrankungen.
4.) Warum wird unterschlagen, dass an normalen, verschleppten Erkältungsinfektionen (keine Virusgrippe) Jahr für Jahr auch tausende von Menschen weltweit an Sekundärinfektionen sterben? Jede Schnupfenwelle ist nach neuer WHO-Definition pandemisch. Übrigens ist die Zahl der Grippetoten, die du in deinem Text angibst durchaus zu hinterfragen. Allein die Spanne von 250- bis 500-Tausend (Faktor 2) sollte bewirken, dass man dieser Zahl äußerst kritisch gegenüber steht. Die Zahl der weltweiten Verkehrstoten - jetzt unwissenschaftliches Zitat : http://www.focus.de/panorama/welt/un-mehr-als-eine-million-verkehrstote-weltweit_aid_408400.html
"„Zusammenstöße im Straßenverkehr gehören zu den häufigsten Todesursachen, besonders unter jüngeren Menschen im Alter zwischen 5 und 44 Jahren“, warnte Michael Bloomberg, dessen Stiftung Bloomberg Philantrophies die Studie finanziert hatte. Derzeit sterben jedes Jahr 1,27 Millionen Menschen weltweit bei Unfällen auf der Straße. Weitere 20 bis 50 Millionen Verkehrsteilnehmer werden bei Unfällen teils schwer verletzt. " - ist exakter erfasst (interessanterweise nicht die der Verletzten) und auch erheblich erschreckender. Könnte man ja auch mal volkswirtschaftlich bewerten - bin gespannt auf das Ergebnis für z.B. Indien (ca. 80.000 Verkehrstote jährlich)
5.) Warum muss ich (zumindest bei meinem Arzt) vor der Impfung eine Erklärung zu gelesenen Nebenwirkungen und erfolgtem Aufklärungsgespräch unterschreiben? Bei keiner anderen Impfung (auch nicht gegen saisonale Grippe) musste ich das bisher tun.

So mir reicht es. Ab und zu den Verstand einschalten finde ich schon gut. Blöderweise sind wir nicht in der Lage wertfrei unseren Verstand einzusetzen. Ich, bedauerlicherweise, auch nicht.

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Kommentar #10-1 von Michael Hohner am 8. Dezember 2009, 19:37:48 Uhr:
Wie hoch die Erkrankungsrate dann wirklich gewesen sein wird, das kann man natürlich erst hinterher sagen. Darüber brauchen wir glaube ich nicht wirklich diskutieren. Sprechen wir im März nochmal darüber. Im März wäre es aber für eine Vorsorge zu spät.

Die beispielhafte Rechnung oben gilt natürlich nur für Deutschland, weil ich nur dafür brauchbare Daten habe.

Zum Adjuvans: Bitte nicht Prepandrix und Pandemrix verwechseln. Pandemrix ist der Impfstoff, den die Länder eingekauft haben. Hier der Bewertungsbericht für die Musterzulassung. Er wurde bereits vor der Musterzulassung mit über 5000 Personen getestet. Das Adjuvans AS03 ist fast identisch mit dem Adjuvans MF59, insbesondere die aktive Komponente Squalen. Diese wurde mit über 50000 Probanden getestet und wurde danach millionenfach in früheren Impfungen verwendet.

Eine klassische placebokontrollierte Doppelblindstudie mit Impfstoffen wirst du nicht finden. Warum? Weil es unethisch ist, die Probanden und insbesondere die Kontrollgruppe vorsätzlich mit potentiell tödlichen Erregern zu infizieren! Die Ethikkomission würde eine solche Studie nicht genehmigen.

Die Variante mit H1N1-Antigenen hat tatsächlich eine höhere Immunogenität. Dies spiegelt sich auch in der Impfempfehlung der STIKO wider, die nur noch eine Impfung empfiehlt.

Zu den anderen Punkten:

  1. Der Wirkverstärker kommt bei den saisonalen Impfstoffen (noch) nicht zum Einsatz, weil man da in der längeren Vorlaufzeit genug Antigene produzieren kann. Die Wirkverstärker kommen vorerst in den pandemischen Impfstoffen zum Einsatz, weil man dadurch Produktionszeit spart (man braucht für die gleiche Anzahl Impfdosen weniger Antigen).
  2. Da solltest du GSK fragen, ob das wirklich so ist und warum. Die Wirkverstärker haben jedenfalls nichts mit eventuellen Mutationen des Virus zu tun, sondern nur mit der Menge des benötigten Antigens.
  3. Ein Toter nach einer Impfung ist nicht automatisch ein Toter durch eine Impfung. Welche Untersuchung hat denn in diesem Fall stattgefunden? Durch das Meldesystem des PEI werden jedenfalls alle Auffälligkeiten nach Impfungen erfasst und untersucht. Es gibt übrigens keine allgemeine Empfehlung, zwei verschiedene Grippeimpfungen nicht kurz hintereinander oder auch gleichzeitig durchzuführen.
  4. Risiken durch andere Krankheiten und Unfälle werden hier nicht verschwiegen. Nur sind grippale Infekte und Autounfälle nicht das Thema dieses Artikels, weil es dagegen keine Impfungen gibt. Ebenso ist die Existenz von anderen Risiken kein Grund, die Risiken durch Influenza und andere durch Impfung verhinderbare Krankheiten nicht zu reduzieren.
  5. Meine Vermutung ist, dass gerade die öffentliche Diskussion diese speziellen Formulare provoziert hat, nicht die Risiken. Die Risiken, über die darin aufgeklärt wurde, waren nämlich die gleichen wie bei der saisonalen Impfung (ja, ich habe mir diese Aufklärung genau durchgelesen).

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Kommentar #10-1-1 von p.frei am 8. Dezember 2009, 22:08:00 Uhr:
@michael

zu 1. Aha- aber wieso können andere Länder auch Impfstoffe ohne Verstärker verimpfen (und die VIP in Deutschland wohl auch)?

zu 2.) Originalzitat aus Statement des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impfstoffen gegen die pandemische H1N1-Influenza (Schweinegrippe)
Gemeinsames Pressebriefing des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts am 06.08.09 in Berlin

"Es hat sich außerdem in diesen klinischen Studien gezeigt, dass durch die Verstärker auch so genannte Driftvarianten der Viren erkannt werden. Leichte Veränderungen (Mutationen), wie Influenzaviren sie immer vornehmen, werden daher von diesen pandemischen Impfstoffen abgedeckt. In den genannten klinischen Studien sind Daten von insgesamt rund 8000 Teilnehmern eingeflossen."

und nun??

zu 3.) Einverstanden - aber warum ist dann jeder Toter mit nachgewiesener H1N1-Infektion und entsprechenden Symptomen entsprechend den offiziellen Zahlen auch tatsächlich an dieser verstorben - in den USA reicht der Nachweis von Antikörpern auch ohne Symptome um "Schweinegrippentoter" zu werden.
Zum Thema zeitgleiche Impfung Zitat Beipackzettel Pandemrix:

"Pandemrix kann gleichzeitig mit saisonalen Influenza-Impfstoffen, die kein Adjuvans enthalten,
gegeben werden. Es gibt keine Informationen zur Verabreichung von Pandemrix mit anderen
Impfstoffen. Falls eine gleichzeitige Verabreichung jedoch nicht vermieden werden kann, sollten die
Impfstoffe in gegenüberliegende Gliedmaßen injiziert werden. Sie sollten wissen, dass in diesem Fall
die Nebenwirkungen heftiger sein können."
Was liest der kundige Leser - das Wörtchen "kann" - da steht nicht "darf". Was liest man noch? Keiner hat eine Ahnung aber impft mal immer nur zu. Auf meinem Informationszettel (von meinem Hausarzt erhalten) steht etwas von 14 Tagen Abstand zur saisonalen Grippeimpfung. Ich glaube, dass dies der aktuelle Wissensstand ist.
Zum Thema Meldung: der behandelnde Arzt wird nicht melden - mittlerweile anderslautende Empfehlungen, die Angehörigen wollen nicht melden.

zu 4.) Da hast du recht. Allerdings stellt sich auf Grund deines volkswirtschaftlichen Ansatzes die Frage der Verhältnismäßigkeit. Volkswirtschaftlich könnte es nach deiner Rechnung durchaus sinnvoll sein, einen "Breitbandimpfstoff" gegen alle möglichen Schnupfenviren zu entwickeln und großflächig zu verimpfen. Wieso also ist die Schweinegrippen"pandemie" so hervorgehoben? Wenn der Impfstoff sowieso nicht gegen Mutationen hilft (deine Kenntnis), die, glaubt man den Predigern des Kollapses viel aggressiver sein werden, was soll das Ganze? Zur Vermediung von Mutationen hätte die Impferei mindestens einen Monat früher beginnen müssen. Falls dieses theoretische, nicht nachweisbare konzept überhaupt funktioniert. Meine Schlussfolgerung - 700 Mio sind kein Pappenstiel, Umsatz- und Gewinnsteigerungen können sich laut Glaxo auch wirklich sehen lassen. Prüfe selber!

zu 5.) Meiner Erinnerung nach haben die Mediziner zuerst intern diskutiert - und sind mehrheitlich wohl eher zu dem Schluss gekommen, dass die Impfnotwendigkeit zumindest fraglich ist? OK, die Mediziner gehören zur Öffentlichkeit. Aber die Damen und Herren wollen sich absichern - versteht ein jeder bei dem Kenntnisstand zum Impfstoff.

Zur Prüfung der Impfwirksamkeit:
Natürlich möchte ich keinesfalls Menschen bewusst den Virenstämmen aussetzen. Aber meines Wissens gibt es auch keine statistisch sicheren Untersuchungen über die Wirksamkeit der Grippeimpfstoffe durch intensive Praxisbegleitung und Erfassung von entsprechenden Patientendaten (sagen wir mal von 30.000 Patienten europaweit) über mindestens eine Grippesaison, besser mehrere. Oder sollte ich mich täuschen? Bitte sende mir einen Link oder Buchverweis.
Die Kosten für eine solche Untersuchung würde ich mal auf 60-100 Mio € schätzen. Ich finde, dass sollte es uns wert sein. Höchste Zeit so etwas mal anzustoßen bzw. schlicht nicht zu behindern.

Zur Impfstoffzulassung: Hier kann ich mich des Verdachtes nicht erwehren, dass du auch einigen Impfmythen aufsitzt. Novartis gibt eine Lebensrettungspotenz von 8Millionen pro Jahr an. Nun scheint es aber so, als ob die Schweinegrippe weniger als 100.000 Tote weltweit fordern wird. (OK Novartis bezog sich auf H5N1- 20.000 Tote weltweit oder noch weniger?)Also nix mit klassischer Pandemie sondern nur "neue Pandemie" - passt so schön zu "neuer Grippe".

Und wenn der Impfstoff gegen mutierte Viren sowieso nicht hilft, war alles für die Katz.

Zusammenfassung: Die aktuelle Impfkampagne ist ein volkswirtschaftlicher Schwachsinn ersten Grades, es sei denn, dass tatsächlich ein erheblicher Schutz bei gefährlichen Mutationen des Virus entgegen aller bisherigen virologischen Theorien erreicht würde.
Eine medizinische Wirksamkeit ist insgesamt nicht erwiesen. Langfristige Impfschäden können nicht ausgeschlossen werden.
Ich schließe mich an: 1.Gegenkontrolle deiner Rechnung im März und dann bitte nach 5 Jahren noch einmal. Ich gehe davon aus, dass dann die erste Klagewelle vorüber sein wird.

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Kommentar #10-1-1-1 von Michael Hohner am 8. Dezember 2009, 23:30:29 Uhr:
Die USA können z.B. ohne Adjuvans impfen, weil sie den Geldbeutel weit aufgemacht haben und viel Antigen gekauft haben. Ja, auch dieser Markt ist global. Und natürlich hat das das Angebot für andere auch verknappt.

Zu den Mutationen muss ich etwas weiter ausholen:

Die Antigene des Virus sitzen auf der Virushülle. Nur die ganz spezifische Form dieser Antigene wird vom Immunsystem erkannt, und es werden ganz spezifisch Antikörper dagegen gebildet. Das Immunsystem kann nur diese ganz spezifische Form und zum Teil sehr ähnliche Formen später wiedererkennen und die gebildeten Antikörper dagegen einsetzen. Die Form der Antigene wird durch die DNS des Virus bestimmt. Diese DNS bestimmt aber auch das Verhalten des Virus in der Wirtszelle und alle anderen Eigenschaften. Wenn die DNS des Virus mutiert, dann kommt es genau darauf an, welche Abschnitte der DNS verändert sind, und wie stark. Wenn es die Abschnitte sind, die z.B. die Virulenz bestimmen, dann kann man eine Immunität gegen einen deutlich gefährlicheren oder auch harmloseren neuen Unterstamm haben (letzterer würde dann sehr schnell „aussterben”). Wenn die Abschnitte stark verändert werden, die die Antigene der Hülle bestimmen, dann kann es sein, dass das Immunsystem den veränderten Stamm nicht mehr erkennnt. Letzteres ist auch genau die Ursache, dass in jeder Saison ein neuer Impfstoff mit neuen Antigenen produziert wird. Ein bestimmter Impfstoff, ob saisonal oder nicht, hilft immer nur gegen einen oder wenige ganz bestimmte Stämme, und mit reduzierter Effektivität gegen sehr ähnliche Stämme.

Eine frühere oder schnellere Impfung verhindert keine Mutationen. Die passieren völlig unabhängig davon.

Einen Universalimpfstoff gegen alle Influenzastämme wird es so schnell nicht geben. Da darf man sich keiner Illusion hingeben. Das heißt aber nicht, dass das nicht versucht wird, und selbstverständlich hört man davon nichts in der Tagespresse. Bis dahin muss man sich mit klassischen, saisonalen Impfstoffen zufriedengeben.

Wenn in einem Fernsehbericht dieses Thema angeschnitten wird, dann in einem 10-Sekunden-Statementschnipsel. Du kannst sicher sein, dass der Interviewte darüber stundenlang reden könnte und wahrscheinlich auch minutenlang geredet hat, aber das wird eben nach den Regeln des Mediums auf 10 Sekunden zusammengeschnitten. Heraus kommt dann eben sowas wie „aber das Virus könnte ja mutieren und dann gefährlicher werden”. Stimmt zwar, aber ist eben stark verzerrt und unvollständig.

Die Teilimmunität gegen sehr ähnliche Stämme wird aufgebaut durch eine hohe Immunisierung, und die erreicht man mit dem Adjuvans und wenig Antigenen, oder ohne Adjuvans und zwei Impfungen, oder ohne Adjuvans mit viel Antigenen.

Nochmal zu Pandemrix: Der Grund, warum der Abstand der Impfung oder zumindest die unterschiedliche Seite empfohlen wird, ist dass man die Impfreaktionen bzw. -Komplikationen einer der beiden Impfungen zuordnen kann, nicht weil sich beide nicht vertragen. Wenn man die Impfung nicht gemeinsam geben dürfte, dann würde das auch explizit drinstehen.

Zu den Kosten: 700 Millionen hört sich nach viel an. Das sind aber 50 Millionen Impfdosen. Für 15€ kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass man im guten Fall mehrere Tage flachliegt und im schlechten Fall im Krankenhaus landet oder schlimmeres. Wie gesagt, dass auch andere Lebensrisiken bestehen sollte kein Grund sein, dieses Risiko nicht zu vermeiden. Um bei dem Vergleich zu bleiben, ich kenne keinen Weg, für 15€ ein Jahr lang mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Autounfall zu vermeiden.

Zur Effektivität der Influenzaimpfung, z.B. hier oder hier.

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Kommentar #10-1-1-1-1 von p.frei am 9. Dezember 2009, 18:10:02 Uhr:
@michael
Leider hast du die Behauptung des RKI/ PEI nicht so kommentiert, wie sie den Leuten verkauft wird (Impfstoffe mit Wirkverstärker - und zwar nur diese schützen möglicherweise auch vor Varianten des Virus). Stimmt deine Aussage, dann wäre eine Durchimpfung der Bevölkerung ohne Wirkverstärker genauso wirkungsvoll - verstehe ich das richtig? Aus Kostengründen haben sich die "Experten" für einen Impfstoff mit Wirkverstärker entschieden. Meine Schlussfolgerung auf Grund aktueller Kenntnislage: Die Impfrate der Bevölkerung wäre auf Grund geringerer Skepsis der Mediziner bei Verwendung Impfstoff ohne Verstärker mutmaßlich viel höher - ergo der volkswirtschaftliche Schaden wegen geringerer Erkrankungsrate viel geringer, mithin kostet uns die impfung mit Wirkverstärker unterm Strich mehr als die ohne. Übrigens habe ich keine klaren Aussagen dazu finden können, welcher Impfstoff tatsächlich der günstigere ist. Doppelimpfung Pandemrix wird mit ca.28,-€ inkl. Arzt angegeben. Zu Celvapan habe ich nichts brauchbares gefunden - Impfung in Österreich für 8,-€ möglich. Nebenwirkungsunterschiede sind kostenmäßig auch nicht erfasst.

Bezüglich der Mutationen gibt es zumindest meiner laienhaften Einschätzung nach sehr unterschiedliche Meinungen der Fachwelt. Wohin die Reise geht, kann niemand sagen. Aus den aktuellen australischen Daten wird jedoch vermutet, dass die Gesamtgrippelage erheblich entspannter ist, als all die Jahre zuvor - trotz "Pandemie", da die "alten" von den "neuen" (zufälligerweise mindestens bisher harmlosereren) Viren scheinbar verdrängt werden. Und die leute in Australien waren größtenteils nicht geimpft, oder? Da habe ich von unseren Virenexperten noch im Ohr, dass unbedingt beide Impfungen durchzuführen sind.
Interessant finde ich folgenden Beitrag mit den darin enthaltenem Statements : http://www.youtube.com/watch?v=PTTxRB4IAsM bzw. http://www.wdr.de/tv/monitor/extra/interviews/antes.php5 (Statements jeweils länger als 10 sec.)

Zur Parallelimpfung: Ich beschäftige mich beruflich fast täglich mit ausgefeilten Formulierungen, die meine Kunden vor Schaden oder Schadenersatzklagen (allerdings nicht in der zur Rede stehenden Branche) schützen sollen. Ich bin davon überzeugt, dass Begriffe, Wort- und Satzkombinationen sehr bewusst und nach mehrfacher Erörterung und Umarbeitung gewählt werden. Schreibe ich "kann", so bedeutet das zunächst lediglich, dass keine klar erkennbaren, in meiner Branche physikalischen, Behinderungsgründe vorliegen. Man "kann" z.B. Heroin verkaufen. Im Nachsatz wird die "Kann"-Regelung mit dem Verweis auf nicht vorhandene Kenntnisse über Wechselwirkungen erhärtet. Natürlich "kann" beides auf einmal geimpft werden. Sollte dies erfolgen, ist jeder Impfende informiert, dass es keine Studien zu möglichen positiven oder negativen Folgen gibt. Somit trägt die schlussendliche, im konkreten Fall auch bei Schaden, einklagbare Verantwortung allein der Impfende. Der Produzent und die Zulassungsbehörde sind fein raus. Schließlich wurde ja nicht geschrieben: man "darf" Heroin verkaufen. Ich achte berufsgeschädigt sehr auf solch neckische Details. Bei Verben beachte ich stets die feinen Unterschiede zwischen können + dürfen, sollten + sollen + müssen, wissen + meinen, kennen + glauben etc. - siehe auch die Impfstoffzulassungen.

Vielen Dank für die Links. Allerdings war das nicht ganz, was ich erwartet habe (Metastudien). Aber immerhin, wenn ich mal kurz zusammenfassen darf, wird die Impfeffektivität mit um ca.70%-75% bezogen auf die Todesrate angegeben - Korrektur deiner Berechnungsgrundlagen sinnvoll? Der Bevölkerung wird jedoch weisgemacht, es gäbe mit der Impfung einen annähernd 100%-igen Schutz. Auf keinem Beipackzettel steht zu lesen, dass dieser 100%-ige Schutz eben nicht zu erwarten ist- es steht selbstverständlich auch nicht geschrieben, dass eim 100%-iger Schutz gegeben ist. Beipackzettel Pandemrix: "Wird einer Person der Impfstoff verabreicht, wird das Immunsystem (das körpereigene Abwehrsystem) einen eigenen Schutz (Antikörper) gegen die krankheitsverursachenden Viren
aufbauen." Welches Wort fehlt? Richtig: "ausreichenden Schutz". Wie liest der Endverbraucher: Alles super - ich bin geschützt. Was ist jedoch gemeint? Ja, es werden Antikörper gebildet, das Immunsystem baut im Rahmen der individuellen Möglichkeiten und äußeren Umstände einen Schutz auf, nein - es kann eine Erkrankung oder der Tod an Virusgrippe trotz Impfung nicht ausgeschlossen werden.

Ich meine, dass Impfen in Verruf kommt, weil keiner klare Aussagen macht, sondern immer nur rumgeeiert wird. Impfskeptikern wird so wunderbar Wind in die Segel geblasen. Die Mythen gedeihen, weil nicht korrekt informiert wird. Warum auch?

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Kommentar #10-1-1-1-1-1 von Michael Hohner am 9. Dezember 2009, 19:28:00 Uhr:
Ich kann mich nur wiederholen: Die hohe Immunität kann man mit einer der drei genannten Optionen aufbauen. Die Option ohne Adjuvans und mit zwei Impfungen ist deshalb keine gute, weil man nach der ersten Impfung nur unzureichend immunisiert ist und mehrere Wochen bis zur zweiten Impfung vergehen. Die Option mit viel Antigen und einer Impfung ist auch keine gute, weil die Produktion von mehr Antigen eben auch mehr Zeit braucht (oder entsprechend teurer ist, was du ja kritisierst), und ausreichend viele Impfdosen erst später zur Verfügung stehen. Der ganze Zweck eines Pandemieimpfstoffs ist, eben eine hohe Immunisierung in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, durch schnellere Produktion und schnellere Immunreaktion beim Patienten.

Ich muss mich auch wiederholen, wenn ich auf die aktualisierte Impfempfehlung der STIKO hinweise, die nur noch eine Impfung empfiehlt (also 14€, nicht 28€), weil die Immunisierung mit den H1N1-Antigenen eben stärker ist als die mit H5N1-Antigenen im Musterimpfstoff.

Ja, der neue H1N1-Stamm ist inzwischen dominant. Gut so, denn wir haben jetzt einen sehr gut passenden Impfstoff dafür. Beim saisonalen Impfstoff müssen die Hersteller lange vor der Grippewelle eine mehr oder weniger gute Auswahl treffen, und die passt eben nicht immer gut zur späteren Realität. Beim neuen H1N1-Impfstoff kannte man den Stamm exakt vorher.

Der Bevölkerung wird eine 100%-ige Effektivität versprochen? Wo und Wer? Ich kann mich an solche Aussagen nicht erinnern.

Ich weiss nicht, warum du eine ganz spezifische Aussage in der Fachinformation erwartest. Die wirst du in keinem Beipackzettel bei irgendeinem Medikament finden. Nirgendwo steht „dieses Medikament heilt ihre Krankheit 100% innerhalb 5,2 Tagen”. Solche Angaben kann kein Hersteller machen. Medizin ist keine Autoreparatur. Warum verlangst du das für Impfstoffe, aber nicht für alle anderen Medikamente?

Exakt was ist deine Kritik?

Impfungen sind nicht 100% effektiv? Stimmt, aber 70, 80, 90% sind besser als 0%.

Impfungen sind teuer? Teuer im Vergleich zu was? Welche andere Maßnahme reduziert ein Gesundheitsrisiko dieses Potentials mit dieser Wahrscheinlichkeit für einen wesentlich kleineren Preis?

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Kommentar #15 von Katrin Schneider am 15. November 2010, 11:31:52 Uhr:
ich hätte da eine kleinigkeit zu berichtigen.

die aussage, daß geimpfte personen ihre mitmenschen schützen ist so nicht ganz richtig.

auch immune personen, egal ob durch immunität durch impfung oder infektion, sind für nicht geimpfte ansteckend. der zeitraum in dem diese menschen für andere ansteckend sind, ist allerdings um einiges geringer, als bei nicht immunen menschen.

in der regel bewegt sich die ansteckungsgefahr für andere bei immunen personen bei einigen tagen bis einigen wochen, immer innerhalb der inkubationszeit der entsprechenden krankheit.

eine immune person ist genau wie alle anderen nur dann nicht ansteckend für seine mitmenschen, wenn sein immunsystem den entsprechenden erreger ausgeschaltet hat.

dies passiert aber nicht innerhalb wneiger sekunden, sondern benötigt immer eine gewisse zeit. schließlich muß der erreger erst einmal wahrgenommen, identifiziert, die entsprechende antikörperproduktion angeworfen,..... werden.

bei nicht immunen personen ist die zeit, in der sie für andere ansteckend sind nur dehsalb länger, weil sie mehr zeit benötigen, damit der körper entsprechende antikörper findet und diese baut um den erreger auszuschalten.

ich finde es schade, daß ein angeblich aufklärender blog auf solche ungereimtheiten beruft um sich selbst zu beweisen. dies war, wie an meiner nachricht, die ich ihnen zukommen habe lassen, auch bei dem kritischen beitrag bezüglich des vortrages petek-dimmer der fall.

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Kommentar #15-1-1 von Katrin Schneider am 21. November 2010, 12:34:54 Uhr:
niemand hat verlangt, daß ein komplexer vorgang in einem satz dargestellt werden muß/soll.

man kann dafür auch einige sätze mehr aufwenden.

das zurückhalten dieser infos zeigt jedoch lücken auf, die sich jemandem, der etwas tiefer im thema drinen ist, als ottonormalverbraucher, sofort zeigen.

die ausbrüche an walddorfschulen, wobei es sich bisher immer um sogenannte kinderkrankheiten handelte (mumps, masern, windpocken,....) sind mehr doer weniger durchaus beabsichtigt. gerade in diesem alter ist der beste zeitpunkt gegeben um ohne große dauerhafte schäden natürliche immunität zu erwerben. bis vor einigen jahrzehnten war das noch eine durchaus übliche vorgehensweise.

zudem gibt es einige erreger, die nicht auf das vorhanden sein eines wirtes angewiesen sind (zB tetanus) und jene, die nicht auf den menschen alleine angewiesen sind (zB grippe). womit die tatsache, der hochgelobten herdenimmunität doch wieder etwas auf den boden der tatsachen zurück geholt werden kann.

ich muß nicht extra nach dem begriff herdenimmunität suchen um zu wissen, was sich dahinter verbirgt, das weiß ich schon. ;)

den wunschtraum, eine infektionskrankheit auf grund von impfungen vollständig ausschalten zu können finde ich nett, aber wohl eher weniger praktikabel und eher fern ab der realität.

erreger, die ausschließlich den menschen als reserviore nutzen sind extrem selten, womit dieser wunsch wohl eher ins land der träume verbannt werden kann.

diese wenn dann argumentation ist leider nichts weiter als das bedenken unterschiedlicher möglichkeiten ohne real umsetzbares ziel.

wenn ich lotto spiele, dann kann ich auch geweinnen. das sind weder argumente auf die man diskussionen aufbauen kann noch nutzen sie irgendjemanden. es sind und bleiben mutmaßungen über ein mögliches ergebnis.

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Kommentar #16 von EEBO am 21. November 2010, 14:42:00 Uhr:
Moin! Auf die Gefahr, Dir etwas Arbiet abzunehmen, möchte ich doch eine Replik auf Katrin Schneiders Kommentar verfassen:

Waldorfschulen: Es ist schon klar, daß an Waldorfschulen die Infektion der Kinder auf natürlichem Wege beabsichtigt sind. Hier haben die Impffeinde ein Fünklein Wahrheit auf ihrer Seite, weil relativ viele (aber bei weitem nicht alle!) Krankheiten, die mit Schutzimpfungen vermieden werden können, im Kindesalter weniger komplikationsreich verlaufen. Das ist aber noch lange kein Argument gegen Impfungen. Zudem besteht hierbei das Problem, daß auch Personen außerhalb dieser Schulen ohne weiteres angesteckt werden können. Über die Frage, ob denn nun es schlimmer ist, Kinder ohne sie zu fragen zu impfen, oder sie ungefragt einer Krankheit auszusetzen, denke jeder einmal scharf nach...

Herdenimmunität: Niemand behauptet doch ernsthaft, daß alle Impfungen eine Herdenimmnität verursachen! Tetanus ist von Mensch zu Mensch nicht übertragbar. Dennoch ist hier die Impfung höchstwichtig auch ohne Herdenimmunität, da ein Wundstarrkrampf einfach etwas entsetzliches ist, an dem ich nicht den ärgsten (Impf-)Feind sterben sehen wollte. Influenza dagegen ist selbstverständlich kein Erreger, der ausschließlich den Mensch als Reservoir nutzt, weswegen ja im Falle der Vogelgrippe H5N1 Massentötungen von Geflügel vorgenommen wurden. Dennoch: Im Falle einer Virusepidemie breitet sich das Virus fast ausschließlich von Mensch zu Mensch aus.

Der Mensch als Reservoir: Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Pocken und Polio sind klassische Beispiele für Erreger, die nur den Menschen als Reservoir nutzen. Und die Pocken sind ein gutes Beispiel dafür, daß Infektionskrankheiten sich durch Impfungen ausrotten lassen können (nota bene: einige, nicht alle!).

Fazit: Jeder, der sich mit dem Thema befaßt, sollte zumindest einmal in ein Lehrbuch der Infektiologie gesehen haben (in jeder Bibliothek verfügbar und meistens auch für Nichtmediziner verständlich); ich befürchte allerdings, daß die Impffeinde dies nicht tun werden, da sie solche offiziellen Quellen als voreingenommen ansehen...

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Kommentar #21 von Frank Bruder am 24. Dezember 2010, 09:52:02 Uhr:
Es ist natürlich zu anstrengend und zu zeitraubend, hier auf jedes einzelne Argument von Impfbefürwortern bzw. -verfechtern einzugehen. Erst recht auf die geballte Wucht an Informationen von „wissenschaftlichen“ Fachleuten, die Laien intellektuell einschüchtern können oder sollen, mag man nicht zu antworten. Deshalb möchte ich mein Kommentar allgemein halten.

Selbstverständlich enthält die überhebliche Wissenschaft auch unumstößliche Dog-men, die als Fakten verkauft werden. Schon mal was von Wissenschaftsgläubigkeit gehört, werter Herr Hohner? Damit relativieren sich auch so genannte "wissenschaft-liche" Aussagen, wenn z. B. ein fehlender Beweis durch einen "Konsens" ersetzt wird, wie z. B. oben beim Thema Autismus. Selbstverständlich erfordert ein fehlender Beweis einen „wissenschaftlichen Konsens“! Zwischen der daraus folgenden allge-meinen Gültigeit und einem Beweis mag man fast keinen Unterschied mehr erken-nen. Über einen vorhandenen eindeutigen und unwiderlegbaren Beweis braucht man sich ja wohl nicht „einigen“, nicht wahr? So ist man sich auch "wissenschaftlich einig", dass Impfungen zum Heil führen, obwohl es keine Wirksamkeitsstudien hierüber gibt. Wissenschaft = Wahrheit? Konsens = Beweis? Auch Ulla Schmidt hatte einmal auf eine Bürgeranfrage, in der die Existenz des Aids-Virus infrage gestellt wurde, in ei-nem Brief vom 5. Januar 2004 geantwortet:

„Selbstverständlich gilt das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) – im internationalen wissenschaftlichen Konsens – als wissenschaftlich nachgewiesen.“

Im ersten Teil des ersten Satzes heißt es, das HIV „gilt“ als nachgewiesen. Warum heißt es denn nicht stattdessen: „Selbstverständlich ist das HIV wissenschaftlich nachgewiesen“, wenn es sich um eine Tatsache handelt? Entweder etwas ist nach-gewiesen oder nicht? Was soll man aber davon halten, wenn unter Wissenschaftler irgendetwas nur „gilt“? Denn zu einer Geltung kann es doch nur kommen, wenn ein Sachverhalt eingeschätzt wird. Aber bei einem offensichtlichen und unwiderlegbaren Beweis bedarf es doch keiner Einschätzung, sondern der Beweis muss doch akzep-tiert werden!

Wenn HIV „wissenschaftlich nachgewiesen“ und damit unumstößlich und unwider-legbar ist, warum muss dann HIV auf einem Konsens der internationalen Wissen-schaften beruhen? Und warum die Beteuerung „selbstverständlich“ schon am Beginn des Satzes? Über einen Beweis muss man sich doch wie wir hörten zudem nicht auch noch „einigen“! Es ist doch das gleiche, als wenn z. B. ein Mörder weder durch Fingerabdrücke noch durch die forensische Medizin ermittelt werden kann, daraufhin im Namen der Wissenschaft irgendeinen Menschen als Mörder ausgesucht wird, der er in Wahrheit nicht ist und man sich anschließend darauf „einigt“, dass dieser Mensch der Mörder ist. In diesem Fall „gilt“ er aber nur als Mörder, d. h. er „ist“ es nicht unbedingt.

Man beweise doch einmal, dass jemand beispielsweise keine Polio bekommen hat, nur weil diese Person geimpft wurde! Auch hier ließe sich doch allenfalls lediglich behaupten: Aufgrund der Durchimpfungsrate gelte die Polio als ausgerottet! Bewie-sen ist es damit noch nicht.

In dem Buch "Virus-Wahn" heißt es auf der S. 59: "Von 1952 bis 1953, also lange bevor die großen Polio-Impfungen ab Mitte der 50-er durchgeführt wurden, waren die Polio zugeschriebenen Todeszahlen schon zurückgegangen: In den USA um 47 Prozent, in Großbritannien um 55 Prozent, und in anderen europäischen Ländern sehen die Statistiken vergleichbar aus".

Die Grundlage für diese Feststellung ist eine Grafik aus dem Buch "Vaccines: Are They Really Safe and Effective?" In "Virus-Wahn" wird weiter erklärt, dass die Polio-fälle sogar nach der Impfaktion wieder zunahmen.

Soweit meine Gedanken. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man auf diesem Gebiet kein Experte sein muss, um auch manche Argumentationsfallen von so ge-nannten "wissenschaftlichen" Aussagen zu entlarven. Die Grauzonenargumentation mit ihren schwammigen Aussagen, bei denen man nicht weiß, ob hier von Schwarz oder Weiß die Rede ist, wo rot für grün und grün für rot verkauft wird, wo hier und dort noch einige Unschärferelationen untergebracht werden was alles oder auch nichts aussagen kann, sollen dann wohl wissenschaftlich anmuten und „gekonnt“ wirken. Hier hilft die rhetorische Filtertechnik weiter. Wenn z. B. manche als Scharla-tane stigmatisiert werden, nur weil einige die Schulmedizin kritisieren, dann handelt es sich nicht mehr um ein Sachargument, sondern um ein argument ad hominem. Dies ist weder glaubwürdig und erst recht nicht wissenschaftlich.

Und so gibt es auch in der Wissenschaft wie auch im Atheismus eine weltanschaulich motivierte Grundüberzeugung. So, wie es den fundamentalen Atheismus gibt, so gibt es auch die fundamentale Wissenschaft.

Ein Argument muss aber aus sich selbst heraus Bestand haben, egal wer es äußert.

Dies so mein Eindruck von der so genannten „Wissenschaft“.

Mit besten Grüßen,

Frank

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Kommentar #21-2 von EEBO am 26. Dezember 2010, 13:09:47 Uhr:
Wunderbar, wie Du nicht nur von Impfungen auf HIV/AIDS kommst, sondern auch noch anhand von Machwerken, die mit wissenschaftlicher Sorgfalt nichts zu tun haben, Unsinn verbreitest. Sich an dem Zitat der Ministerin Schmidt aufzuhängen (die ja selber keine Virologin ist), zeugt von schönster geistiger Verflachung. Du hast wirklich keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert, Du Verschwörungstheoretiker? Im Gegensatz zu Deinesgleichen gibt es etwas, genannt WISSENSCHAFTLICHE SORGFALT, das doch die meisten Wissenschaftler auch beherzigen. Natürlich habe auch ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen, und ich muß in anderen Bereichen, die nicht die Medizin betreffen, darauf vertrauen, daß ich nicht in die Irre geführt werde. Aber das ist ein grundsätzliches Problem, daß ich auch beim Autokauf, wenn Handwerker im Hause sind usw. habe. Paranoia und das Verbiegen der Weltsicht, bis sie mir paßt, sind jedenfalls keine Wissenschaft und im höchsten Maße ungesund. So, Du Nicht-Experte, noch eines: Ich bin auch kein Virologe oder Molekularbiologe, aber ich habe mit eigenen Augen genug HIV-Positive und AIDS-Kranke gesehen, die Erfolge der ARV und die Konsequenzen einer nicht behandelten Infektion, die Korrelation der Laborwerte zum Krankheitsgeschehen usf. Es fällt mir schwer zu glauben, daß ich nur allgemeine Abwehrschwächen, Smegmaallergien und was der Lügen der Tolzin, Lanka, Hamer etc. mehr sind, gesehen habe. SIE SIND HERZLOSE BÖSEWICHTE, DIE NIE UND NIMMER DAS LEID DIESER MENSCHEN GESEHEN HABEN, DIE SIE AUCH NOCH BELEIDIGEN, VERHÖHNEN UND BESPUCKEN!!! Willst Du wirklich zu denen gehören?

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Kommentar #22 von Tobias Pohlmann am 26. Dezember 2010, 10:48:58 Uhr:
Mit Rückblick auf die mittlerweile vergangene „milde und unkompliziert“ verlaufende Schweinegrippe, wird einem doch bewusst in welchem Bildzeitungsniveau dieser und ähnliche Artikel geschrieben wurden. Unkritisch und Ungeprüft wurde einfach ein „Konsens“ der Experten weitergegeben und verteidigt. Wer wollte schon hinterfragen, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Influenzainfektion und Tod nicht immer nachgewiesen werden kann, und dass hieraus schnell ein Todesfall, bei dem während des Krankheitsverlaufs das Virus nachgewiesen wurde, ein H1N1-assoziierter Todesfall wurde. Dieses Assoziationsverhalten erinnert mich eigentlich an Impfgegner, die alle Krankheitsformen auf die Impfung zurückverfolgen, aber hier kam es von den so genannten Experten und wenn die das schon sagen…. Offensichtlich entsteht so ein „Konsens“ nicht aus einer Mehrheitsmeinung von Experten. Vielmehr ist es der Autoritätsgehorsam und das voller Bewunderung hoch schauende Gekrieche vor den Medizinmännern.

Da nun ein Autoritätszwang in der Bevölkerung vorherrscht und dieser unbewusst mit der Scham des Versagens dissonieren muss (der Weltuntergang durch die Pandemie ist nicht eingetreten), wird das von (Pseudo)wissenschaftlern gerne genutzte poppersche Herausgequatsche genutzt. Man lese nur: „Wenn sich Ulla Schmidt so umständlich ausdrückt, dann liegt das daran, dass sie bewusst (und wissenschaftlich korrekt) hervorhebt, dass jede wissenschaftliche Erkenntnis im Grundsatz vorläufig ist und durch neue und bessere Belege jederzeit verändert werden kann.“ Der Fehler liegt im letzten Wörtchen „kann“ und müsste richtigerweise „könnte“ sein, denn wenn weiß gleich schwarz sein kann, dann kommt man schnell auf dem nächsten Zebrastreifen um. Leider folgt man hier keiner materialistischen Wissenschaft, denn sonst müsste man all diese Medizinmänner und falschen Propheten steinigen und die Experten als Scharlatane titulieren. Aber dann müsste man zugeben, dass man selbst nur geglaubt hat. Die Ausrede ist vorprogrammiert.

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Kommentar #23 von Jenny am 6. Januar 2011, 09:11:10 Uhr:
Hallo,

danke für diese Seite. Nach einem Beitrag von einer Impfgegnerin war ich, als überzeugte Impfbefürworterin, etwas verwirrt. Viele dadurch aufgeworfene Fragen wurden hier sehr gut beantwortet. Vielen Dank dafür! Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Internetauftritte die Fragen aufgreifen, die die Allgemeinbevölkerung sehr beschäftigen. Z.B. was die Zusatzstoffe in Impfungen angeht und mal genauer erklärt wie u.a. die Tetanus-Impfung funktionert. Da braucht man stundenlange Suche im Internet, bis man fündig wird. Ich finde, dass die Impfstoffhersteller oder auch diverse Institute und Gesundheitsämter viel mehr Info zu dem Thema bereitstellen könnten. Ich für meinen Teil bin jetzt doch wieder sehr beruhigt. Warum muß darüber diskutiert werden, dass mit Impfungen natürlich Geld verdient wird? Darüber kann ich nur den Kopf schütteln, denn das ist völlig irrelevant. Ich glaube an das was ich erlebe und für mich ist Fakt: Meine vier Kinder haben u.a. die Windpockenimpfung erhalten, denn ich finde im Gegensatz zu anderen Mitbürgern nicht, dass meine Kinder das durchmachen müssen. Ich hatte die Krankheit als Kleinkind selber so schlimm, dass ich mich auch dreißig Jahre später noch sehr gut daran erinnern kann. Alle meine Kinder haben keine Windpocken bekommen, im Umfeld aber "alle" ungeimpften Kinder die mir persönlich bekannt sind. Für mich reicht das als Beweis! Und die Impfgegner, die anführen wieviele ach so gefährliche Stoffe in den Impfstoffen enthalten sind, die sollen sich mal im Supermarkt umsehen und die Zutaten auf den Packungen durchlesen. Möbel die man kauft, Spielzeug etc.. Damit schade ich meinen Kindern mit Sicherheit viel mehr, als mit den paar Impfungen für ein ganzes Leben. Selbst in Biomärkten ist nicht immer gleich alles "nur" Bio. Also weiter so, ich werde dieser Seite treu bleiben. Freundliche Grüße J. Aßmann

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Kommentar #29 von Ingo am 9. November 2012, 08:36:51 Uhr:
Lächerlicher Artikel. Alle Zahlen die von offizieller Seite(/Pharmaindustrie) kommen für bare Münze zu nehmen, ist wohl kaum als "rational" oder "objektiv" zu bezeichnen.

Die Experten der WHO sind keineswegs unabhängig. Einfach mal ein wenig zu den Namen recherchieren und man trifft sofort auf die (groß)mächtige Pharmaindustrie. Ich stelle absichtlich keinen Link ein. Die Namen sind ja austauschbar. Nur die Interessenslage bleibt gleich.

Die Kostenrechnung ist derart milchmädchenhaft: Sogar die Hersteller der Impfstoffe (für saisonale Influenza) geben zu, dass eine Erkrankung TROTZ Impfung noch immer möglich ist. Angeblich sind die Symptome aber abgeschwächt. Das heißt: Lebensgefahrb (möglicherweise) abgemindert, aber trotzdem krank und somit kostenverursachend. Studie dazu: "Vaccine use did not affect the number of people hospitalised or working days lost but caused one case of Guillian-Barré syndrome (a major neurological condition leading to paralysis) for every one million vaccinations." Auf deutsch: Die Impfung reduziert die Krankenstandstage NICHT! Quelle: http://summaries.cochrane.org/CD001269/vaccines-to-prevent-influenza-in-healthy-adults

Das Risiko dauerhafte Schäden durch Kinderkrankheiten, oder FSME davonzutragen, wird von Pro-Impfseite immer hoch überbewertet. Man müsste nach Risikogruppen trennen. Als gesunder Mensch ist mein Risiko schwer zu erkranken (oder bei Erkrankung Komplikationen zu entwickeln) um ein vielfaches geringer, als z.Bsp. im hohen Alter, mit einer chronischen Krankheit (Zuckerkrankheit, Herzfehler,....),... Das wird aber nicht gemacht.

In anderen Bereichen machen wir das sehr wohl: Ein Bauarbeiter muss einen Helm tragen, eine Sekretärin nicht...

Zu den Geschichten mit den Großeltern und den gefährlichen Masern, der Polio,...: Die Großelterngeneration eines heute 30 - 50 jährigen, ist(war) eine Kriegs- und Nachkriegsgeneration. Ich kenne selber die Geschichten von Hunger und Mangelernährung. Klarerweise kann man deren Situation nicht mit unserer heutigen vergleichen.

Ich bin absolut kein Anti-"Impfesoteriker", versuche aber wirklich kritisch zu denken.

Also wenn ich Forstarbeiter wäre, in einem Hochrisiko-FSME -Gebiet und öfter Zeckenbisse habe, dann würd ich auf jeden Fall über eine Impfung nachdenken.

Als Lektüre empfehle ich von Illich "Die Nemesis der Medizin". In den Fussnoten findet man haufenweise Literaturangaben zu Studien, die den mangelnden Nutzen medizinischer Interventionen (im Allgemeinen) belegen.

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Kommentar #29-1-1 von Ingo am 10. November 2012, 09:45:49 Uhr:
Da liegt ein Missverständnis vor bzw. haben sie möglicherweise selektiv gelesen: Ich habe mich konkret auf ihr Rechenbeispiel bezogen. Dabei gehen sie doch davon aus, dass die Impfung NUR nützt, aber nicht schadet.

Also: selbst wenn man offiziellen Zahlen glaubt, beruht die Rechnung einfach auf selektiver Wahrnehmung. Siehe das Abtract der Studie.

Ich glaube den Zahlen prinzipiell nicht. Weder denen der Pro- noch der Contra-Fraktion. Oder genauer gesagt: Ich denke die Zahlen sind einfach extrem ungenau. So ungenau, dass sie de facto unbrauchbar sind (auch für Kosten-Nutzenrechungen).

Wer glaubt die Pharmaindustrie würde nicht auf Teufel komm raus ihre Statistiken "vorneweg" frisieren, der muss echt ein grobes Problem mit der Realitätswahrnehmung haben.

Mit vorneweg meine ich z.B.: eine bestimmte Vorauswahl der Patientengruppen. Sowas kann nur der Fachmann erkennen, wenn er die kompletten Rohdaten erhält. Nun, die Rohdaten sind Firmengeheimnisse, daher...Man denke selber und informiere sich selber zum Thema.

(Aktuell: HPV-Impfung. Da findet man einiges dazu, weil gerade "geheime" Daten veröffentlicht wurden.)

Dazu kommen andere Einflussfaktoren, die von Schulmedizinseite einfach nirgends eingehen. Der normale 0815 Arzt macht immer eine Symptomtherapie und geht davon aus, dass die auch nützlich ist. Das heißt: geht was schief wars die schwere Krankheit, geht es gut war es das Medikament/die Intervention.

Aktuell gibt es z.B. eine Diskussion um Bandscheiben-OPs. Man weiß inzwischen, dass eine hoher %satz davon mehr schaden als nützen. Trotzdem wird weiteroperiert. 100.000fach!

Und bei den Impfungen soll es nur um unser Wohl gehen? Ein Schelm wer böses denkt.

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Kommentar #29-1-1-1 von Michael Hohner am 10. November 2012, 16:51:28 Uhr:
Dass es einen Bias in den Zahlen der Industrie gibt, das bestreitet niemand. Dass die Zahlen aber „auf Teufel komm raus frisiert” werden, ist eine maßlose Übertreibung, die einer Diskussion nicht weiterhilft.

Ich empfehle auch, das Cochrane-Review mal im Ganzen zu lesen. Schon die längere Zusammenfassung liest sich etwas anders:

We included 50 reports. Forty (59 sub-studies) were clinical trials of over 70,000 people. Eight were comparative non-RCTs and assessed serious harms. Two were reports of harms which could not be introduced in the data analysis. In the relatively uncommon circumstance of vaccine matching the viral circulating strain and high circulation, 4% of unvaccinated people versus 1% of vaccinated people developed influenza symptoms (risk difference (RD) 3%, 95% confidence interval (CI) 2% to 5%). The corresponding figures for poor vaccine matching were 2% and 1% (RD 1, 95% CI 0% to 3%). These differences were not likely to be due to chance. Vaccination had a modest effect on time off work and had no effect on hospital admissions or complication rates. Inactivated vaccines caused local harms and an estimated 1.6 additional cases of Guillain-Barré Syndrome per million vaccinations. The harms evidence base is limited.

(„modest” ist nicht „nichts”, die Unsicherheit bei der Risikoabschätzung der Nebenwirkungen ist hoch, und Ungeimpfte haben das vierfache bis doppelte Risiko einer Erkrankung).

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Kommentar #30-1 von Michael Hohner am 14. März 2014, 07:59:54 Uhr:
  1. Die Effektivität des Nestschutz wird allgemein überschätzt. Für manche Infektionskrankheiten gibt es gar keinen Nestschutz. Und er lässt auch nach, je länger der Kontakt der Mutter mit dem Erreger zurückliegt. Im Fall von Röteln müsste man also eine Mutter haben, die kürzlich mit Röteln in Kontakt kam, aber kürzlich auch schwanger war, wobei gerade eine Rötelninfektion von Schwangeren ein besonders hohes Risiko von Fehlbildungen des Kindes mit sich bringt. Keine gute Idee.
  2. Dazu habe ich rein gar nichts auf PubMed (Datenbank wissenschaftlicher Veröffentlichungen) gefunden. Ich halte das für eine Legende.
  3. Windpocken im Kindesalter ist nicht harmlos! Man rechnet mit ca. 2 bis 3 schweren Komplikationen pro 10000 Erkrankten und ca. 0,5 bis 0,6 Todesfällen pro 100000 Erkrankten. Im Vergleich dazu ist die Impfung praktisch risikolos und schützt dafür zu 70% bis 90% vor einer Erkrankung und zu mehr als 95% vor schweren Verläufen.
    Das Risiko an Gürtelrose zu erkranken, nachdem man als Kind gegen Windpocken geimpft wurde und allgemein der Kontakt mit dem Erreger geringer wird (durch die Herdenimmunität), ist rein theoretisch höher. Man hat das bei konkreten Untersuchungen aber nicht festgestellt. Im Gegenteil, in den USA wurde sogar ein geringeres Risiko bei geimpften Personen festgestellt. Das ist auch plausibel, denn Gürtelrose (Herpes zoster) wird durch Reaktivierung von Windpocken-Viren ausgelöst, die man nach einer durchstandenen Erkrankung weiter in sich trägt. So ist es keine Überraschung, dass eine Verhinderung der Windpocken-Erkrankung auch Herpes zoster verhindern kann.

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